Entwürfe für neue Euro-Banknoten
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Neues Design für Euro-Scheine: Gewinnt ein Entwurf aus Bayern?

Neues Design für Euro-Scheine: Gewinnt ein Entwurf aus Bayern?

Wie sollen die Euro-Banknoten der Zukunft aussehen? Darüber können derzeit alle Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union mitentscheiden. Zwei Entwürfe kommen aus Bayern - von einem Passauer Künstler sowie von einem Künstlerpaar aus Regensburg.

Über dieses Thema berichtet: Kultur-Update am .

Wie sollen die neuen Euro-Geldscheine aussehen? Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zehn Entwürfe veröffentlicht und bittet in einer Online-Umfrage um Rückmeldungen. Gleich zwei der Vorschläge stammen dabei aus Bayern: Das Künstlerpaar Gisela Goppel und Florian Toperngpong aus Regensburg sowie Jan Robert Dünnweller aus Passau sind mit ihren Entwürfen in der Endauswahl vertreten.

Mehr als 1.200 Designerinnen und Designer bewarben sich

Der Weg für die drei bayerischen Künstler dorthin war lang. Europaweit hatten sich nach Angaben des Passauers Jan Robert Dünnweiler mehr als 1.200 Designerinnen und Designer beworben. 25 von ihnen wurden schließlich ausgewählt und reichten insgesamt 39 Entwürfe ein.

Zwei Themen hatte die EZB zur Auswahl vorgegeben. Das erste Thema "Europäische Kultur". Hier sollen die Köpfe bedeutenden Persönlichkeiten die Vorderseite der Scheine zieren: Sängerin Maria Callas (5 Euro), Komponist Ludwig van Beethoven (10), Wissenschaftlerin Marie Curie (20), Schriftsteller Miguel de Cervantes (50), Künstler Leonardo da Vinci (100) und Schriftstellerin Bertha von Suttner (200). Die Rückseiten würden dann verschiedene Alltags-Szenarien zeigen, etwa Straßenkünstler und ein Sängerfest mit einem Kinderchor.

Das zweite Thema ist "Flüsse und Vögel": Auf der Vorderseite sind Mauerläufer (Fünf-Euro-Schein), ein Eisvogel (10), ein Schwarm von Bienenfressern (20), ein Weißstorch (50), ein Säbelschnäbler (100) und ein Basstölpel (200). Auf den Rückseiten wären jeweils Institutionen der EU abgebildet, etwa das EU-Parlament, der Europäische Gerichtshof und auch die EZB.

Entwurf des Passauer Illustrators Dünnweller mit europäischen Persönlichkeiten

Jeder der zehn Entwürfe wird lediglich mit einem Buchstaben bezeichnet. Nach Angaben der EZB wurden die Buchstaben A bis J zufällig vergeben, damit Herkunft und Bekanntheit der Beteiligten das Urteil nicht beeinflussen. Auf der begleitenden Informationsseite nennt die Zentralbank die Namen hingegen offen.

Vom Passauer Illustrator Jan Robert Dünnweller stammt "Design F". Seinen Entwurf zum ersten Thema "Europäische Kultur" mit bedeutenden Persönlichkeiten und Kulturorten versteht Dünnweller als visuelle Umsetzung des europäischen Mottos "In Vielfalt geeint". Deshalb setzt er auf eine Collage aus zwölf unterschiedlich gestalteten Elementen. Die Zahl zwölf verweist auf die Sterne der Europaflagge und steht zugleich symbolisch für Einheit und Zusammenhalt.

Die einzelnen Formen unterscheiden sich bewusst in Form und Textur, ergeben zusammen aber ein harmonisches Ganzes. "Sie gehen eine gemeinsame Komposition ein, behalten aber ihre Eigenheit und ihren individuellen Charakter", erklärt Dünnweller. Genau darin sieht er ein Bild für Europa: unterschiedliche Kulturen und Sprachen, die ihre Eigenheit bewahren und dennoch zusammengehören.

Für Dünnweller, der unter anderem bereits für den "New Yorker" und die "New York Times" gearbeitet hat, war die Teilnahme eine besondere Aufgabe. "Der Euro hat neben seiner Funktion als Zahlungsmittel auch eine große symbolische Bedeutung", sagt er im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Banknoten seien ein sichtbares Zeichen des europäischen Projekts und könnten dessen Werte vermitteln.

Regensburger Künstlerpaar mit Entwürfen zu "Vögel und Flüsse"

Auch für das Regensburger Künstlerpaar Gisela Goppel und Florian Toperngpong sei es eine große Ehre, dass Ihre Euro-Schein-Entwürfe unter den zehn Finalisten sind. Von den beiden Regensburgern stammt das "Design H", das auf allen sechs Vorderseiten groß dargestellten Vögel zeigt.

Die langen Schnäbel als gemeinsames Merkmal verbinden Mauerläufer, Eisvogel, Bienenfresser, Weißstorch, Säbelschnäbler und Basstölpel und machen die Serie zu einem gemeinsamen Ganzen.

Umfrage zu Banknoten anonymisiert

Während der Umfrage bleiben die Urheber bewusst im Hintergrund. Jeder Entwurf wird lediglich mit einem Buchstaben bezeichnet.

Welche Banknoten künftig tatsächlich gedruckt werden, ist noch offen. Zunächst sammelt die Europäische Zentralbank die Rückmeldungen der Bevölkerung. Die Umfrage läuft noch bis 21. September, die Ergebnisse sollen in die weitere Entscheidung einfließen, bevor der EZB-Rat das endgültige Design auswählt.

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