Eine große Bühne für Gemeinschaft, Glauben und wichtige Debatten. Das ist der Eindruck der vom Katholikentag in Würzburg bleibt. Trotz frostiger Temperaturen und Regenwetter sind nach Angaben der Veranstalter rund 74.000 Katholikentags-Besucherinnen und -Besucher in die Stadt am Main gekommen – mehr als erwartet.
Mainufer wurde zur "Kirchenmeile"
34.000 Tickets wurden laut Veranstalter verkauft, wovon die Mehrheit Dauergäste über die volle Zeit waren. Weitere 40.000 Besucher ohne Ticket nahmen als Laufpublikum teil.
Über 900 Veranstaltungen gab es: Das Mainufer verwandelte sich in eine "Kirchenmeile", auf der sich kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen vorstellten. In der zur "Demokratiekirche" umgebauten Marienkapelle wichen die Bänke Sitzhockern und machten Platz für Gespräche über die Zukunft der Kirche, Debattenkultur oder den Klimawandel.
Daneben gab es überall in der Stadt Musik, Kabarett, Kunstaktionen und Gottesdienste. Aus dem Riemenschneider Gymnasium wurde ein Bettenlager: Hunderte Besucher des Katholikentags haben in Klassenzimmern übernachtet.
Zehn Millionen Euro: "Jeder Cent hat sich gelohnt"
Wie immer auf Katholikentagen standen auch in Würzburg die zivilgesellschaftlichen Debatten im Zentrum. Unter dem Motto "Hab Mut, steh auf" ging es auf zahlreichen Podien um die Themen Demokratiestärkung, Frieden, Rüstung, Wehrpflicht und Klimaschutz. Auch Prominenz aus Politik und Gesellschaft war in Würzburg dabei: Kanzler Merz debattierte mit Jugendlichen über die Zukunft des Landes, Bundespräsident Steinmeier übers Ehrenamt.
Kritik gab es vor allem an den Kosten des Katholikentag: insgesamt zehn Millionen Euro. Eine halbe Million davon zahlte allein die Stadt Würzburg. Wert war es das trotzdem, findet der Grünen-Oberbürgermeister Martin Heilig: "Es war ein Fest, nicht nur des Katholizismus, sondern des überkonfessionellen Zusammenhalts – und dafür hat sich jeder Cent gelohnt." Er habe viele Menschen getroffen, die zum allerersten Mal in die unterfränkische Hauptstadt gekommen waren.
Grüße und mahnende Worte
Zum Abschluss des Katholikentags nahmen bei strahlendem Sonnenschein noch einmal mehrere Tausend Menschen an einem Gottesdienst mit DBK-Vorsitzemden Heiner Wilmer aus Hildesheim teil. Unmittelbar davor hatte der Generalsekretär der Weltsynode, Kardinal Mario Grech, noch Grüße von Papst Leo XIV. überbracht. Der Kurienkardinal würdigte insbesondere das Engagement junger Menschen beim Katholikentag und rief dazu auf, den christlichen Glauben mutig in die Gesellschaft hineinzutragen.
Der Würzburger Ehrenbürger und Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, forderte die Besucher außerdem dazu auf, mutig für die Werte des Zusammenlebens, der Demokratie und der Menschenwürde einzustehen – und sich gegen Antisemitismus zu engagieren.
Der nächste Katholikentag findet in zwei Jahren in Paderborn statt.
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