Festakt zur Einweihung des bayerischen "Walk of Fame" an der Staatskanzlei in München
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Die ersten beiden Sterne: Bayerischer Ehrenweg
Bildrechte: Felix Hörhager/Picture Alliance
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Die ersten beiden Sterne: Bayerischer Ehrenweg

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Platz für 43 Sterne: Braucht Bayern einen neuen "Ehrenweg"?

Platz für 43 Sterne: Braucht Bayern einen neuen "Ehrenweg"?

Im Münchner Hofgarten soll ein bayerischer "Walk of Fame" entstehen, dessen erste beiden Sterne jetzt eingeweiht wurden. In der Walhalla ist kein Platz mehr. Auch auf der neuen Ruhmespromenade können nur wenige Persönlichkeiten ausgezeichnet werden.

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Für 2836 Sterne, wie sie derzeit den Hollywood Boulevard zieren, wird auf dem jetzt eingeweihten Bayerischen Ehrenweg neben dem Amtsgebäude von Ministerpräsident Markus Söder kein Platz sein. Nur ganze 43 Persönlichkeiten können dort gewürdigt werden, das wurde nach Söders Angaben bereits genau ausgemessen. Dafür ist dieser etwas abgelegene "Walk of Fame" im Arkadengang am Rand des Münchner Hofgartens allerdings teilweise überdacht und somit regensicher. Und mit Ramsch- und Souvenirläden wie in Los Angeles muss in dieser gediegenen Lage auch niemand rechnen.

Immerhin, jetzt gibt es wieder Möglichkeiten, bayerische "Jahrhundertpersönlichkeiten" auszuzeichnen: Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene und 1842 eröffnete Walhalla in Donaustauf bei Regensburg ist ja mittlerweile restlos gefüllt. Die letzten beiden Plätze bekamen die durchaus umstrittene Philosophin und Publizistin Hannah Arendt (1906 - 1975) und der zu Lebzeiten ebenso polarisierende Ministerpräsident Franz-Josef Strauß (1915 - 1988) vom Bayerischen Kabinett im September 2025 zugeteilt.

Heinrich Heine vermisste Luther

Damit ist die "marmorne Schädelstätte", wie es der Dichter Heinrich Heine ausdrückte, an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Eine Büste von ihm selbst ist dort übrigens seit Juli 2010 auch zu bewundern. Heine vermisste in der repräsentativen Reihe der deutschsprachigen Helden anfänglich vor allem den Reformator Martin Luther: "In Naturaliensammlungen fehlt/ Oft unter den Fischen der Walfisch." Drei Jahre später bekam dann auch Luther am Aussichtsberg von Donaustauf seine Büste, direkt neben der von Goethe.

Die Walhalla ehrt zwar viele verdienstvolle und wegweisende Personen, macht aber auch deutlich, wie vergänglich, ja schal der Ruhm werden kann. Dort geehrte Monarchen wie Kaiser Wilhelm I. werden inzwischen ebenso kritisch gesehen wie dessen Kanzler Otto von Bismarck. Und ob noch viele Menschen etwas mit russischen Feldmarschällen der Napoleonischen Kriege wie Hans Karl von Diebitsch oder Michael Andreas Barclay de Tolly anfangen können, sei dahingestellt.

Daneben gibt es natürlich noch die Ruhmeshalle an der Münchner Theresienwiese, eindrucksvoll – "bewacht" von der Riesenstatue der Bavaria. Dort werden derzeit 98 Persönlichkeiten, die sich "um Volk und Staat verdient gemacht haben", geehrt. Die neuesten Büsten wurden dort im April 2009 enthüllt und würdigten u.a. Bertolt Brecht, die Mathematikerin Emmy Nöther und den Physiker Werner Heisenberg.

Anthrazitfarben statt altrosa

An prestigeträchtigen Örtlichkeiten zum Lobe großer Geister fehlt es in Bayern also nicht, wenngleich lebensechte Marmorbüsten etwas aus der Mode gekommen sind. In den Boden eingelassene Plaketten sind jedenfalls deutlich zeitgemäßer, wenn auch künstlerisch weit weniger ambitioniert.

Den neuen bayerischen "Walk of Fame" eröffnen fünfzackige Sterne für die beiden rüstigen 93-jährigen Zeitzeugen und Jahrhundertpersönlichkeiten Charlotte Knobloch und Franz Herzog von Bayern. Auffällig dabei: In München sind die Sterne anthrazitfarben statt altrosa wie in Hollywood an der Isar wurde offenbar nicht auf grelle Augenfälligkeit gesetzt, sondern auf Seriosität.

Beide Geehrten haben ihre Auszeichnung zweifellos in jeder Hinsicht verdient und es gehört bekanntlich zur Tradition solcher "Fame"-Promenaden, noch lebende Prominente auszuzeichnen. In der Walhalla dagegen durften Berühmtheiten frühestens 20 Jahre nach ihrem Tod geehrt werden.

"Demütig, aber sichtbar"

"Wir haben Persönlichkeiten in Bayern, die Zeitzeugen einer langen Entwicklung von Bayern sind, die Bayern unglaublich geprägt haben und die durch Bayern geprägt wurden", so Markus Söder bei der Einweihung des Ehrenwegs: "Wir haben uns entschieden, diesen Walk of Fame zu machen, jenseits aller individuellen Ehrungen ein sichtbares Zeichen zu setzen. Ein solcher Weg ist demütig, aber auch sichtbar."

So populär wie der Hollywood Walk of Fame dürfte der Bayerische Ehrenweg nicht werden, wohl auch nicht so anziehend wie die viel besuchten Fußballstar-Promenaden in der Sportartikelmetropole Herzogenaurach mit ihren Schuhabdrücken und Autogrammen.

Aber der Münchner Hofgarten hat ja durchaus weitere Attraktionen zu bieten, wie den Arkadengang mit Gemälden altgriechischer Landschaften, erweitert um dazu passende Zitate großer antiker Dichter wie Pindar. Seine Oden rühmten olympische Helden, die längst keiner mehr kennt: Ihr lyrisches Echo hat ihr sportliches deutlich überlebt.

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