ADHS wird bei Frauen oft nicht diagnostiziert, weil viele Strategien entwickelt haben: ToDo-Listen und ein klingelnder Wecker für jeden Termin.
ADHS wird bei Frauen oft nicht diagnostiziert, weil viele Strategien entwickelt haben: ToDo-Listen und ein klingelnder Wecker für jeden Termin.
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ADHS wird bei Frauen oft nicht diagnostiziert, weil viele Strategien entwickelt haben: ToDo-Listen und ein klingelnder Wecker für jeden Termin.
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ADHS wird bei Frauen oft nicht diagnostiziert, weil viele Strategien entwickelt haben: ToDo-Listen und ein klingelnder Wecker für jeden Termin.

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Unentdecktes ADHS bei Frauen schmälert das Selbstwertgefühl

Unentdecktes ADHS bei Frauen schmälert das Selbstwertgefühl

ADHS bleibt bei Frauen oft unentdeckt. Oft werden Depressionen, Suchtprobleme oder ein Burnout diagnostiziert. Denn: Frauen entwickeln Strategien, damit das ADHS nicht auffällt. Doch dieses Verhalten beschädigt oft das Selbstwertgefühl der Frauen.

Über dieses Thema berichtet: Die Lösung - der Psychologie-Podcast am .

Bei ADHS denken viele an den Zappelphilipp oder den Draufgänger. Aber man bringt selten Frauen damit in Verbindung. Die mögliche Diagnose ADHS wird bei Frauen oft gar nicht in Erwägung gezogen und übersehen. So war es auch bei Angelina Boerger. Für sie fühlte es sich oft an, als sei sie "nicht richtig". Angelina hatte Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl und machte sich auf die Suche nach Hilfe.

Falsche Diagnosen bei Frauen mit ADHS

Mit Ende 20 war Boerger psychisch am Ende: Es gibt Wochen, da ist sie total produktiv, und dann gibt es Wochen, da geht einfach gar nichts, da schafft sie es nicht einmal aus dem Bett. Als dann auch noch Kopf- und Nackenschmerzen dazukommen, geht sie zum Arzt. Der schickt sie zu einer Psychologin und die stellt erst mal eine andere Diagnose. "Das klang so, also würde ich jetzt mit 27 mit einem Bein im Burnout stehen", erinnert sich Angelina im ARD-Podcast "Die Lösung".

Fälle wie der von Boerger sind gar nicht so selten: Rund fünf Prozent der Erwachsenen haben ADHS. Häufig wird bei Betroffenen, die eigentlich ADHS haben, zunächst eine andere Diagnose gestellt, zum Beispiel Burnout, Depression, eine Angst- oder Suchterkrankung. Anders als bei Männern, fällt ADHS bei Frauen oft nicht auf.

Frauen mit ADHS entwickeln Anpassungsstrategien

Auch, weil sich manche ADHS-Symptome bei Frauen anders zeigen. Die Unruhe, die bei Jungen und Männern oft mit Zappeligkeit und Aggression einhergeht, ist bei Frauen eher innerlich, erklärt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapeutin Nike Hilber. "Das ist ganz typisch für Frauen, die kommen gut klar, fallen nicht auf, weil sie häufig eine ganze Reihe hoch anstrengender Anpassungs- und Copingstrategien entwickelt haben, oder das sogenannte Masking perfekt verstehen."

Vielen Betroffenen gelänge es, eine Maske aufzusetzen, um sich anzupassen, weil sie oft in der Kindheit vermittelt bekommen haben, sich anzupassen, stillzusitzen. "Das wird ja auch von Mädchen und Frauen erwartet", weiß die Psychotherapeutin.

Strategien: lange To‑Do-Listen und Wecker stellen

Um nicht negativ aufzufallen, haben viele Frauen mit ADHS eine ganze Reihe von Strategien entwickelt: Manche schreiben meterlange To-Do-Listen, stellen sich für jede Kleinigkeit einen Wecker. Trotzdem scheitern manche regelmäßig an sich und ihren Ansprüchen. Dieses Scheitern belastet das eigene Selbstwertgefühl, weiß Boerger. Sie macht sich deshalb immer überpünktlich auf den Weg zu Terminen, und doch passiert es dann oft, dass sie in die falsche Bahn einsteigt. "Das zieht sich seit meiner Kindheit durch. Damit struggle ich immer, dass irgendwie irgendwas schiefgeht oder nicht klappt. Dann denk ich immer: Ich habe wieder irgendwas falsch gemacht."

In der Therapie geht es laut der Therapeutin Nike Hilber aber nicht darum, sich besser zu organisieren und den Tagesablauf zu strukturieren – auch wenn Hilfen wie Apps teilweise auch von der Krankenkasse erstattet werden. "Ich schaue stärker auf die unbewussten Konflikte. Gerade bei Menschen mit ADHS spielt der unbewusste Selbstwertkonflikt oft eine starke Rolle", sagt Hilber. In der Therapie lernen und arbeiten die Betroffenen daran, dass sie nicht per se falsch sind, weil sie beispielsweise schon wieder zu spät zu Sitzungen gekommen sind.

Verständnis hilft, Selbstwert zu stabilisieren

Wichtig sei hier, von anderen Personen Verständnis gegenüber den Betroffenen zu signalisieren. Das sei auch eine heilsame Erfahrung für Angelina Boerger gewesen: "Für mich war der allergrößte Aha-Moment: Mit mir ist nichts falsch, ich bin nicht kaputt, sondern ich funktioniere einfach anders." Und über dieses "Anders sein" schreibt Angelina Boerger übrigens auch in ihrem neuen Buch: "Normal war nie der Plan". Mehr über Angelina Boerger und das Thema "ADHS bei Frauen" gibt's im ARD-Psychologie-Podcast "Die Lösung".

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