(Archivbild)  Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin (rechts) bei einem Treffen am 29. Mai 2026
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(Archivbild) Schweigen lieber: Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin (rechts)
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(Archivbild) Schweigen lieber: Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin (rechts)

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"Ziemlich alarmierend": Scheitert Putin mit zweiter Front?

"Ziemlich alarmierend": Scheitert Putin mit zweiter Front?

Seit Monaten soll der Kreml den belarussischen Präsidenten Lukaschenko zu mehr militärischer Unterstützung drängen, doch die Bemühungen scheinen wenig erfolgreich. Derweil räumt Putin Treibstoffprobleme ein und widersetzt sich "neuen Vorschlägen".

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"In [Putins Residenz] Waldai ging zwei Tage lang etwas vor sich. Man hörte gellende Schreie eines Gekreuzigten. Wurde dort jemand gefoltert oder mit Ruten ausgepeitscht?" fragte sich der russische Blogger Nikolai Travkin [externer Link] und spielte damit ironisch auf ein geheimnisvolles Treffen zwischen Putin und dessen belarussischem Amtskollegen Alexander Lukaschenko an.

Obwohl es keine Fotos, keine Pressekonferenz und offenbar auch keine Beschlüsse gab, wird international darüber spekuliert, etwa vom "Wallstreet Journal" [externer Link], dass Putin mit Hilfe von Lukaschenko zur Entlastung seiner ausgelaugten Armee so schnell wie möglich eine zweite Front eröffnen will.

Lukaschenko allerdings soll sich zieren und flog nach der Begegnung mit Putin eilig nach "Südost-Asien", worunter Beobachter China verstanden. Das wurde später aus Peking bestätigt. Möglicher Grund für Lukaschenkos Zurückhaltung: Belarus ist zwar wirtschaftlich vollständig von Moskau abhängig, verfügt jedoch nur über schwache Streitkräfte und muss daher ukrainische Gegenangriffe fürchten. Den russischen Botschafter in Belarus hatte Lukaschenko öffentlich angeblafft: "Wir dürfen uns nicht in einen Krieg hineinziehen lassen."

"Was genau steckt dahinter?"

Blogger Oleg Sarow (400.000 Fans) schrieb [externer Link] mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis: "Lukaschenko versucht offensichtlich, etwas Wichtiges auszuhandeln. Er will sich ganz klar nicht in den Konflikt hineinziehen lassen, der ihm gerade droht. Wir werden sehen, wie es ihm dabei ergeht."

Kriegsblogger Alexei Schiwow (117.000 Fans) zweifelte an der Unabhängigkeit des Kremls [externer Link]: "China spielt im Ukraine-Konflikt wahrscheinlich eine viel größere Rolle, als von außen ersichtlich ist. Was genau steckt dahinter? Bremst Peking entscheidende Maßnahmen des Kremls aus? Viele Fragen bleiben offen. China hat übrigens wiederholt erklärt, die Ukraine nicht als feindliches Land zu betrachten, und pflegt einen entspannten Geschäftsverkehr mit ihr."

"Für Russland alles andere als einfach"

Wirtschaftskolumnist Dmitri Drise meinte [externer Link]: "Das alles wirkt ziemlich alarmierend – der Machthaber Lukaschenko reist in einer äußerst schwierigen Zeit für seine Republik in die Ferne. Die Gespräche zwischen Putin und Lukaschenko sollten stets die vollständige Einigkeit der Verbündeten demonstrieren, doch nun 'waren keine Erklärungen geplant'."

Drise spekulierte, dass Lukaschenko in Peking "persönlichen Schutz" vor Putins politischem Druck suchen könnte: "Ehrlich gesagt ist die Situation für Russland alles andere als einfach."

Putin: "Lukaschenko verfällt nicht in Panik"

Für Putin sind das denkbar schlechte außenpolitische Schlagzeilen, zumal er gerade öffentlich eine Treibstoff-Krise [externer Link] bestätigen musste: "Leider gibt es nach wie vor lange Schlangen an Tankstellen, und die passende Benzinsorte ist nicht immer verfügbar. Selbstverständlich verstehen wir auch die Herausforderungen, vor denen landwirtschaftliche Betriebe im Sommer stehen."

Darüber hinaus musste er "zugeben", dass Russland mit "unerwarteten" ukrainischen "Ablenkungsangriffen" rechnen müsse, und sah sich gezwungen [externer Link], einen von mehreren "neuen Vorschlägen" zurückzuweisen, nämlich den Krieg auf nur noch vier umkämpfte ukrainische Regionen zu beschränken.

Kommentatoren vermuteten [externer Link], diesen Einfall habe Lukaschenko gehabt, der Putin zufolge "nicht in Panik" verfällt, sondern "ruhig, besonnen und überlegt" vorgehe.

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Putin habe zwar Eskalationsmöglichkeiten, so der in London lehrende Politologe Wladimir Pastuchow, aber keine davon sei aus Sicht des Kremls "ermutigend" [externer Link]: "Lukaschenkos Beteiligung am Krieg, weniger im Sinne eines Einsatzes der belarussischen Armee, was schwieriger umzusetzen ist, sondern vielmehr im Sinne der Nutzung belarussischen Territoriums für einen direkten Angriff auf Kiew, wie 2022 geschehen, kommt in Frage. Zugegeben, neben Lukaschenkos Zustimmung wäre eine Expeditionsstreitmacht von 100.000 bis 150.000 [russischen] Kämpfern zur Umsetzung dieses Vorhabens wünschenswert, und genau hier liegt das Problem."

"Auch für Russland schädlich"

Sogar Michail Rostowski, Chefkommentator des auflagenstarken Propaganda-Blatts "Moskowski Komsomolez", warnte Putin vor einer zweiten Front [externer Link]: "Zumindest aus meiner subjektiven Sicht ist offensichtlich, dass die Verwicklung des Landes von Alexander Lukaschenko in einen Militäreinsatz nicht nur für Belarus selbst, sondern auch für Russland schädlich wäre. Ein solches Engagement würde wichtige wirtschaftliche Versorgungswege für uns abschneiden. Es könnte sehr wohl der Auftakt zu einer weiteren Ausweitung des militärischen Konflikts auf neue Länder und Gebiete sein." Außerdem werde es "abschreckende Wirkung" auf bisherige russische Partner unter den Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben.

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