Wer sich als Teenager eine E-Mail-Adresse wie "schnucki_2003@gmail.com" oder "skaterboy_munich@gmail.com" zugelegt hat, kennt das Problem: Spätestens bei der ersten Bewerbung wird die Jugend-Mail zur Peinlichkeit. Und wenn man geheiratet hat und nun einen anderen Nachnamen trägt - auch dann will der Google-Account nichts davon wissen. 20 Jahre lang galt bei Google: Die einmal gewählte Gmail-Adresse bleibt – ein Leben lang. Jetzt ändert der Konzern seine Regeln.
Nach 20 Jahren: Google vollzieht die Kehrtwende
Seit der Einführung von Gmail im Jahr 2004 war der Nutzername in Stein gemeißelt. Wer seine Adresse loswerden wollte, musste ein komplett neues Google-Konto anlegen – und dabei Play-Store-Käufe, YouTube-Playlists und andere verknüpfte Daten zurücklassen. Jahrelang beteuerte Google, eine nachträgliche Änderung sei technisch schlicht nicht möglich.
Nun die Überraschung: Ohne große Ankündigung wird Google wohl eine neue Funktion einführen, mit der Nutzer ihre Gmail-Adresse ändern können. Die Information tauchte zunächst nur auf Support-Seiten auf – einen offiziellen Blog-Post oder eine Pressemitteilung gibt es bis heute nicht.
Wie die Änderung funktionieren soll
Das Prinzip klingt simpel: Nutzer können ihre bestehende @gmail.com-Adresse gegen eine neue austauschen, ohne ein neues Konto anlegen zu müssen. Die alte Adresse bleibt dabei als sogenannter "Alias" erhalten. Das bedeutet: E-Mails an die alte Adresse kommen weiterhin an, und auch der Login funktioniert mit beiden Adressen. Alle gespeicherten Daten – E-Mails, Fotos, Dateien, Kalender, Käufe – bleiben unverändert erhalten.
Ist die Funktion freigeschaltet, findet man sie im Google-Konto unter "Persönliche Daten → E-Mail → E-Mail-Adresse Ihres Google-Kontos". Dort erscheint dann ein Bearbeiten-Symbol neben der Adresse.
In Deutschland noch nicht verfügbar
Allerdings: Im ersten Test von BR24 war die Funktion in Deutschland noch nicht verfügbar. Und das dürfte vielen Nutzern so gehen. Google rollt die Neuerung schrittweise aus – ein typisches Vorgehen bei neuen Features.
Warum Google nach zwei Jahrzehnten plötzlich umschwenkt, bleibt unklar. Die stillschweigende Einführung über die Kontoeinstellungen deutet darauf hin, dass der Konzern die Funktion zunächst ohne großes Aufheben testen möchte. Ein strategischer Wandel in Googles Umgang mit der digitalen Identität seiner Nutzer ist es allemal.
Für Millionen von Nutzern bedeutet die Neuerung jedenfalls die Chance, eine peinliche Jugend-Adresse endlich gegen einen seriösen Namen auszutauschen – ohne ihre gesamte digitale Identität aufgeben zu müssen. Vorausgesetzt, die Funktion kommt irgendwann auch in Deutschland an.
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Dieser Artikel ist erstmals am 30.12.2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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