Frau hört mit Smartphone etwas an und verwendet dabei Kabelkopfhörer
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Kabel-Kopfhörer wieder gefragt – Ist Bluetooth-Angst berechtigt?

Kabel-Kopfhörer wieder gefragt – Ist Bluetooth-Angst berechtigt?

Zahlen belegen inzwischen einen deutlichen Rückkehrtrend zu kabelgebundenen Kopfhörern – und zwar weltweit. Besonders junge User wenden sich von Bluetooth ab. Ein Argument: Die Funkverbindung birgt angeblich gesundheitliche Risiken. Stimmt das?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Mit Trends ist das so eine Sache: Sie kommen und gehen und manchmal kehren sie auch wieder zurück. So waren Bluetooth-Kopfhörer lange der Mega-Trend. Egal ob In-Ear, On-Ear oder Over-Ear – das Kabel musste weg. Der Hype ging so weit, dass die Handy-Hersteller in ihren Smartphones immer öfter auf die bewährte Klinkenbuchse verzichteten, in die sich bis dahin jeder kabelgebundene Kopfhörer einstecken ließ. Das ist doof, denn nun hätten viele User diese Buchse wohl gerne wieder zurück.

Weltweiter Trend zurück zum Kabel

Das Kabel kehrt zurück, wie Zahlen recht deutlich belegen. Das Marktforschungsunternehmen Circana etwa hat schon für 2025 einen leichten Aufwärtstrend für den US-Markt registriert. Zehn Prozent betrug das Umsatz-Wachstum bei kabelgebundenen Kopfhörern in der zweiten Jahreshälfte. Anfang 2026 waren es schon 20 Prozent Plus. In Europa registriert etwa der Schweizer Onlinehändler Galaxus aktuell vor allem bei jungen Käuferinnen und Käufern eine deutlich höhere Nachfrage nach Kabel-Kopfhörern.

Bluetooth-Ängste kehren zurück

Neben dem viel niedrigeren Preis und Nostalgiegründen wird oft die Sorge vor gesundheitlichen Schäden durch Strahlung als wichtiges Argument für Kabel-Kopfhörer angeführt. Das Bundesamt für Strahlenschutz registriert gerade, dass diese Debatte wieder hochkommt. Florian Kohn ist im Bundesamt für die Bürgerkommunikation zuständig. Er kennt die Ängste der Menschen nur zu gut. Das sei ein hochemotionales Thema, sagt er. Kohn versucht zunächst einmal einzuordnen, was denn Bluetooth überhaupt ist, nämlich ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld, genau wie jenes, das beim Mobilfunk oder WLAN benutzt wird, um Daten zu übertragen.

Grenzwerte sind bei Bluetooth wichtig

Hochfrequent hört sich erst mal aggressiv und gefährlich an. Es kommt aber auf die Dosierung an, wie der Experte erklärt. Bei Bluetooth-Kopfhörern sollte die so niedrig sein, dass es für den Körper keinerlei Beeinträchtigung gibt. Bluetooth kann Körpergewebe erwärmen, soll es aber natürlich nicht. Es gibt deshalb strenge Grenzwerte. Kohn sagt auch: "Die Technik ist einfach so klein, die dort verbaut ist, dass es damit technisch auch überhaupt nicht möglich ist, in so einen Bereich zu kommen, der uns übermäßig erwärmen würde."

Experte: Bluetooth nicht krebserregend

Kann Bluetooth Krebs auslösen? Das ist eine der Hauptsorgen, die auch viele Anrufer bei Florian Kohn äußern. Seine kurze und prägnante Antwort: "Nein!" Kohn ergänzt: Das sei in den vergangenen Jahren umfassend untersucht worden, die Studienlage dazu sei wirklich sehr, sehr gut.

Aber: Darf man diesen Studien auch trauen? Laut Kohn forscht das Bundesamt dazu selbst, schaut sich aber auch immer wieder andere Untersuchungen an und überprüft sie auf die Unabhängigkeit der Wissenschaftler. Soll heißen: Eine von der Mobilfunkindustrie in Auftrag gegebene und finanzierte Studie würden Kohn und seine Kolleginnen und Kollegen nicht gelten lassen.

Sind In-Ear-Kopfhörer schädlicher?

Besonders beliebt waren in den vergangenen Jahren sogenannte Earbuds, also Kopfhörer, die man sich direkt in den Gehörgang steckt. Damit ist das Funksignal noch näher am Gehirn. Wäre es deshalb nicht besser, aus gesundheitlichen Gründen zumindest auf diese Geräte zu verzichten?

Auch hier gibt es eine klare Expertenantwort: "Das spielt überhaupt keine Rolle." Das Bluetooth-Signal im Kopfhörer reiche gerade mal rund zehn Meter weit, entsprechend niedrig sei die Sendeleistung. Und deshalb ist es laut Florian Kohn unerheblich, ob der Kopfhörer auf dem Ohr, über dem Ohr oder im Ohr sitzt.

Was man als Verbraucher tun kann

Um sicherzugehen, dass man nicht doch ein Gerät hat, das zu stark funkt, sollte man auf das CE-Label achten. Das Kürzel steht für "Conformité Européenne" und ist eine Garantie des Herstellers, dass er die geltenden Grenzwerte einhält. Es ist damit also zwar kein unabhängiges Prüfsiegel. Ein Unternehmen, das das Label ungerechtfertigterweise auf seine Produkte heftet, riskiert aber viel – denn Behörden und Verbraucherschützer prüfen immer wieder nach.

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