Ein Buckelwal (nicht Timmy)
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KI-Song über Wal Timmy wird zum Hit – schafft er es zur Wiesn?

KI-Song über Wal Timmy wird zum Hit – schafft er es zur Wiesn?

Der KI-generierte Schlager "Er hat sich das nicht ausgesucht" über den Buckelwal Timmy wurde im Internet ein kurioser Sommerhit, und läuft nun sogar auf Festivals. Und bald auch im Bierzelt auf dem Oktoberfest? Die wichtigsten Bands sind skeptisch.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Ein sechs Minuten langer Trauergesang über einen Buckelwal – komplett von einer KI erzeugt. "Er hat sich das nicht ausgesucht" hat zwar eine kuriose Hintergrundgeschichte, aber das hält den Song nicht auf. Das Internet-Phänomen könnte einer der heimlichen Sommerhits 2026 werden – und es vielleicht sogar bis aufs Oktoberfest schaffen?

Was ist das für ein Song?

"Er hat sich das nicht ausgesucht" entstand während der Hochphase der Timmy-Berichterstattung – ein KI-generierter Rock-Schlager, in dem eine schmetternde KI-Sängerin um Mitleid mit dem – damals noch lebenden – Wal bittet. "Er hat sich das nicht ausgesucht / Nicht das Leid, nicht diesen Ort / Und ihr steht da und redet / Während er leise stirbt" heißt es im Refrain. Als Interpret ist "Valkyra-Solara" aufgeführt, eine Social-Media-Creatorin, die oft eigenes Videomaterial mit KI-generiertem Sound vermischt.

Der Song wurde vor allem unter Unterstützern der Wal-Rettungsmaßnahmen (wo "Timmy" in der Regel "Hope" genannt wird) begeistert aufgenommen. Zahlreiche Nutzer posteten sich singend oder tanzend zu dem Lied. Unter den vielen KI-generierten Inhalten rund um Timmy war dieser Song mit Abstand der erfolgreichste.

Der Song wird zum Meme

Wie so oft im Internet wird etwas, was ursprünglich ernst gemeint war, aber schnell zum Meme – und damit ironisch aufgegriffen und weiter verbreitet. Das ist bei "Er hat sich das nicht ausgesucht" nicht anders. So wurde das KI-Pathos des originalen Songs schnell weiter gedreht, und Nutzer machten sich darüber lustig.

Seinen bisherigen Höhepunkt erlebte der Song dann in den letzten Wochen – denn mittlerweile schafft er es sogar auf die ganz großen Bühnen. Bei den Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park tauchte das Lied gleich mehrfach auf: Die Veranstalter spielten den Song zwischen Auftritten über die Lautsprecher und Rapper Finch brachte den Song selbst auf die Bühne.

Indie-Musiker Berq ging nun den nächsten Schritt und spielte diese Woche eine Cover-Version von "Er hat sich das nicht ausgesucht" beim Asta Sommerfestival in Paderborn.

Und bei sämtlichen Auftritten sang das Publikum laut und hörbar mit.

Schafft es Timmy zur Wiesn?

Doch ob ein Hit sich tatsächlich auszahlt, zeigt sich erst, wenn er es bis aufs Oktoberfest schafft – und wie sieht es da aus? "Der KI-Podcast", der Podcast von BR24 und SWR, hat mehrere Stamm-Bands auf der Wiesn angefragt: Könnten sie sich vorstellen, den Song zu spielen?

Michael Peyerl von der Band Cagey Strings, die man aus dem Hackerzelt kennt, hält "Er hat sich das nicht ausgesucht" für ungeeignet – der Song treffe nicht die Stimmung, die man im Zelt erzeugen wolle. Grundsätzlich seien er und seine Kollegen keine Fans von KI-Musik. Allerdings: "Wenn diese Titel positive und gute Stimmung bei den (echten) Menschen im Hackerzelt auslösen, dann würden wir auch einen auf diese Art und Weise entstandenen Song zum Besten geben."

Kritischer wird Wolfgang Köbele, Kopf der Band Münchner Zwietracht: "Leider ist die KI in der Musik der Tod der Kreativität", meint er. Ein KI-Song im Bierzelt käme deshalb für ihn nicht in Frage. "Das wäre schlimmer als Tiefkühlbrezn auf der Wiesn oder ein Plastikmaibaum auf dem Dorfplatz."

Prognose: Die KI kommt, aber nicht jetzt

Auch die Band Südherz, die im Schottenhamel durchaus für junge und party-taugliche Musik bekannt ist, winkt beim Wal-Song ab. Allerdings: "Wird in Zukunft ein KI-Song den Sprung auf die Wiesn schaffen: Ja, aber das hängt davon ab, wie sehr ein Song sich davor in der Öffentlichkeit schlägt", meint Bandleader Michael Waltner.

Als Beispiel nennt Waltner einen Sommerhit, der vor über 20 Jahren ebenfalls aus dem Nichts kam und den so auch niemand kommen sah: den "Crazy Frog". "Letztendlich hätte das auch ein KI-Produkt in der heutigen Zeit sein können."

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.

Dieser Artikel ist erstmals am 13. Juni 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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