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Knorke oder Kokolores? "Boomerwort des Jahres" gesucht (Symbolbild)
Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Luka Storm
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Knorke oder Kokolores? "Boomerwort des Jahres" gesucht (Symbolbild)

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Knorke oder Kokolores? "Boomerwort des Jahres" gesucht

Knorke oder Kokolores? "Boomerwort des Jahres" gesucht

Wer etwas als "flott", "fesch" oder "fetzig" bezeichnet, nutzt womöglich "Boomersprache". Auf Instagram und TikTok sucht Content Creator Levi Penell zum dritten Mal das "Boomerwort des Jahres". Welche Wörter sind im Rennen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wenn Clips von Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner auf Social Media viral gehen, dann ist wohl wieder Zeit für das Jugendwort des Jahres. Und weil es einfach herrlich ist, wenn Nachrichtensprecherinnen mit ernster Miene "smash" oder "diggah" in die Kamera sagen, hat der Berliner Content Creator Levi Penell (25) entschieden: Der Spieß soll auch mal umgedreht werden.

Seit 2024 kürt Levi Penell das sogenannte "Boomerwort des Jahres" – ein Gegenentwurf zur alljährlichen Jugendwort-Wahl. "Anstatt dass die Boomer nämlich uns erklären, was Jugendsprache ist, erklären wir den Boomern was Boomersprache ist", so Penell in seinem Aufruf auf Instagram. Als Boomer bezeichnet er dabei generell Menschen der älteren Generation.

Ausgemachter hanebüchener Unfug?

Wer etwas nicht schön sondern "flott" findet, die eigene Partnerin "Chefin" nennt, nicht den Laptop, sondern den "Rechner" benutzt und statt einem Lifehack "Trick 17" anwendet, ist bei der Boomersprache laut den Kommentaren unter Levi Penells Post vorne dabei. Auch Walfisch "Hope" oder mehr oder weniger humorvolle Redensarten wie "Rück mal 'n Stück" sind im Rennen.

Levi Penell sammelt auf TikTok und Instagram Vorschläge aus seiner Community und stellt die populärsten zur Abstimmung. So gewann 2024 "Sportsfreund" (externer Link) vor "Papperlapapp" und "Schnabulieren". 2025 setzte sich "Baujahr" durch, als alternativer Ausdruck für das Geburtsjahr, gefolgt von "Mein lieber Herr Gesangsverein" und "Schabernack".

Für die aktuelle Runde kursieren außerdem Vorschläge, die einen kleinen Einblick in ein fast vergessenes Deutsch geben: Wer flucht, tut das offenbar mit "Donnerlittchen!" oder "Himmel, Arsch und Zwirn". Wer schimpft, greift zu "Schlawiner" oder dem "Kollege Schnürschuh". Penell selbst hat seinen persönlichen Boomer-Favoriten bereits gefunden. Wenn im Alltag irgendetwas schiefläuft, sagt er: "Das ist ja ausgemachter hanebüchener Unfug."

Ob Jugend oder Boomer – Sprache identifiziert

Hinter dem "Boomerwort" steckt ein linguistisches Phänomen, erklärt Lars Bülow, Sprachwissenschaftler an der LMU München: "In dieser besonderen Phase der Transition und Selbstfindung geht es darum, sich von Älteren, aber auch von Jüngeren abzugrenzen."

Dabei werde die Sprache der jeweils anderen Gruppe nicht nur als fremd wahrgenommen, sondern auch entsprechend gelabelt: Jugendliche grenzen sich demnach von anderen ab, indem sie zwischen "Boomersprache", "Babysprache" oder "Omasprache" unterscheiden. Um viele dieser Jugendausdrücke zu verstehen, brauche man zudem eine besondere digitale und popkulturelle Kompetenz, die Erwachsenen häufig fehle, sagt Bülow.

Einreichungen noch möglich

Jedenfalls scheint Levi Penell bei seiner Community einen Nerv zu treffen: Alleine unter seinem Instagram-Post sind bereits fast 15.000 Kommentare mit Vorschlägen eingegangen, auf TikTok (externer Link) hat das Video über 35.000 Likes. Die beliebtesten Vorschläge aus den Kommentarspalten werden dann zur Abstimmung gestellt.

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