Tesla-CEO und X-Eigentümer Elon Musk in der Capital One Arena, nachdem Donald Trump als 47. Präsident vereidigt wurde.
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Musks Super-KI: Was Grok 3 wirklich kann

Musks Super-KI: Was Grok 3 wirklich kann

Die KI-Revolution geht weiter: Nach OpenAI und Google präsentiert Elon Musk mit Grok 3 die neue Version seines KI-Chatbots. Das Versprechen: Mehr Leistung, neue Features - und weniger politische Korrektheit.

Die schiere Größe des Projekts ist beeindruckend: In einem gigantischen Rechenzentrum in Memphis arbeiten 200.000 Grafikprozessoren an der Berechnung des neuen KI-Modells. "Zehnmal mehr Rechenleistung als beim Vorgänger", verkündete Elon Musk stolz bei der Vorstellung. Nach monatelangem Training, das Anfang des Jahres abgeschlossen wurde, soll das System nun in der Lage sein, komplexe Aufgaben in Mathematik, Wissenschaft und Programmierung besser zu bewältigen als bisherige Modelle.

Zwiespältige Expertenurteile

Die ersten Einschätzungen aus der Fachwelt zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Führende KI-Forscher attestieren dem System zwar beachtliche Fortschritte bei der Argumentationsfähigkeit und Informationsverarbeitung. Gleichzeitig offenbart es aber noch überraschende Schwächen bei vermeintlich einfachen Aufgaben. Das Fazit: Das neue Modell sei zwar eine solide Weiterentwicklung, aber keinen bahnbrechenden Fortschritt. Der versprochene Quantensprung in der KI-Entwicklung lässt sich in ersten Tests nicht nachweisen.

Grok lernt "Denken"

Grok 3 kommt in verschiedenen Versionen, darunter spezielle "Reasoning"-Modelle, die besonders gründlich "nachdenken", bevor sie antworten. Diese Modelle sollen sich angeblich selbst Fakten checken und Fehler vermeiden. Damit veröffentlicht nun auch Musks KI-Firma ein Modell mit derselben Technologie, die auch OpenAI und das chinesische KI-Startup in ihren Modellen einsetzen.

KI für Palantir

Neben den technischen Verbesserungen gibt es auch neue Funktionen: "DeepSearch" durchsucht das Internet und Musks soziales Netzwerk X nach Informationen und erstellt Zusammenfassungen. Künftig soll Grok 3 auch einen Sprachmodus erhalten. Außerdem sollen Unternehmen die KI über eine eigene Programmierschnittstelle in ihre Produkte einbauen können. Unter anderem hat die Datenfirma Palantir angekündigt, Grok in ihren Produkten zu nutzen. Palantir verkauft Datenanalyse-Tools an Regierungen und Geheimdienste.

Preiskampf mit OpenAI

Der Kampf um die Vorherrschaft im KI-Markt hat seinen Preis – und den sollen die Nutzer zahlen. Wer Grok 3 nutzen will, braucht mindestens ein X Premium+ Abo für 50 Dollar im Monat. Für zusätzliche Funktionen wie unbegrenzte Bildgenerierung plant xAI ein "SuperGrok"-Abo für 30 Dollar monatlich. Das ist zwar weniger als die 200 Dollar teure Pro-Variante von ChatGPT, summiert sich aber trotzdem auf stolze 80 Dollar pro Monat für das Komplettpaket.

Wie sieht eine "anti-woke" KI aus?

Eine besondere Rolle spielt die politische Ausrichtung der KI. Ursprünglich als "anti-woke" Alternative zu ChatGPT beworben, zeigten Studien, dass frühere Grok-Versionen bei vielen gesellschaftspolitischen Themen eher links orientiert waren. Musk verspricht nun, Grok 3 "politisch neutraler" zu machen. Doch was der Tech-Milliardär als neutral bezeichnet, spiegelt oft seine eigenen politischen Ansichten wider: Grok 3 zeigt sich etwa besonders skeptisch gegenüber etablierten Medien und traditionellen Institutionen. Die versprochene Neutralität entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als das genaue Gegenteil: eine KI, die die politischen Überzeugungen ihres Schöpfers reproduziert – und dieser ist nicht gerade für politische Neutralität bekannt.

In wenigen Monaten will xAI den Quellcode des Vorgängermodells Grok 2 öffentlich zugänglich machen. Doch auch diese scheinbare Transparenz-Offensive hat einen Haken: Der Code wird erst freigegeben, wenn das neue, proprietäre Modell Grok 3 ausgereift ist – und xAI seinen technologischen Vorsprung gesichert hat.

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in Der KI-Podcast – dem Podcast von BR24 und SWR.

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