Wer kein Geld für ChatGPT ausgibt, hat nun mehr davon: OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat die Limits für Textnachrichten gestrichen. Angekündigt wurde die Änderung am 6. August. Das bedeutet: Man kann ab sofort so lange mit ChatGPT schreiben, wie man will.
- Zum Artikel: "Grenzen der KI: Warum Chatbots an Kalendertagen scheitern"
Was sich ändert
Bislang galt: Wenn man als Gratisnutzer von ChatGPT viel mit dem Chatbot schreibt, stieß früher oder später auf ein Nutzungslimit. Meist war es möglich, trotzdem mit der KI weiterzuschreiben – dann aber mit einem deutlich schlechteren Modell und Antworten, die öfter Fehler enthielten. Einen Zähler gab es nicht, meist merkte man die Herabstufung erst im Gespräch.
Diese Herabstufung gibt es ab sofort nicht mehr. Auch nach der hundersten Anfrage bleibt man beim vollen Modell. Möglich macht das ein neues KI-Modell: GPT-5.6 Luna. Das ersetzt das bisherige GPT-5.5 Instant. Laut einer internen Auswertung von OpenAI habe Luna rund 62 Prozent seltener Fehler gemacht als das Vorgängermodell.
Wichtig ist: Das Ende der Beschränkung gilt nur für reinen Text. Datei-Uploads, Bildgenerierung und Deep Research könnte weiterhin von Limits betroffen sein.
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Warum die Änderung?
OpenAI nennt als Grund für Änderung Effizienzgewinne. ChatGPT soll mittlerweile über eine Milliarde weltweite Nutzer haben – und nur die wenigsten zahlen Geld dafür. All diese Gratisnutzer mit Textnachrichten zu versorgen, ist ein aufwendiges Unterfangen, das nur durch das neue effizientere Modelle GPT-5.6 Luna möglich sein soll. Auch über die API – die Programmier-Schnittstelle – hat OpenAI den Preis für Luna erst um 80 Prozent gesenkt.
Ein weiterer Grund könnte jedoch Konkurrenzdruck sein. Insbesondere Googles Chatbot Gemini punktet bei vielen Nutzern mit viel Gratisangeboten – noch besser läuft es für alle Nutzer, die ohnehin für andere Aufgaben einen Google-Accound haben. ChatGPT ist nach wie vor Marktführer, wird aber von Gemini zunehmend unter Druck gesetzt.
Dazu kommen zahlreiche chinesische Anbieter wie DeepSeek und Kimi, die den amerikanischen Unternehmen zusätzlich Konkurrenz machen.
Kommt bald Werbung?
Und dann gibt es noch einen Baustein: Werbung. OpenAI arbeitet nämlich gerade mit Hochtouren daran, in mehr Ländern Werbung in seinen Chat-Antworten auszuspielen. Den Anfang gemacht haben die USA, Kanada und Australien, seit Juni sind auch Großbritannien, Japan und Brasilien dran. In all diesen Ländern erhalten Gratisnutzer mittlerweile kleine Werbeanzeigen in manchen ihren Antworten.
In Deutschland gibt es diese Funktion bisher noch nicht, das könnte sich aber bald ändern. Das Branchenmedium Digiday berichtete zuletzt über entsprechende Stellenausschreibungen – demnach könnten Frankfreich, Deutschland, Irland und Singapur die nächsten Länder sein, in denen Werbung ausgespielt wird.
Dieser Artikel ist erstmals am 11. August 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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