Es war die 29. Minute, der 1:0-Treffer von Noel Futkeu, der nach dem aus Fürther Sicht erfolgreichen Relegations-Duell um den letzten Platz in der 2. Fußball-Bundesliga am stärksten nachhallte. Denn der 23-Jährige bejubelte zunächst eher weniger sein 20. Tor in der Saison und die Tatsache, dass er seine Mannschaft auf die Siegerstraße gebracht hatte. Denn erst drehte der Angreifer ab, zu Gegenspieler Ben Hüning, und rief dem Essener ein paar Worte entgegen. Danach lief er vor der RWE-Bank entlang und zeigte mit seiner Hand eine "Blablabla"-Geste.
Hüning reagierte in den Interviews nach dem Spiel deutlich verärgert: "Für mich komplett daneben, komplett lächerlich, das geht einfach nicht. Es ist einfach unsportlich", sagte er im Interview bei Sky. Gegenseitiger Respekt sei im Fußball "immer nötig und wichtig".
Provokationen gegen Futkeu im Hinspiel
Für Extra-Würze in dem Zwist dürfte sorgen, dass Futkeu aus Essen stammt. Nach Stationen bei Schwarz-Weiß Essen wechselte der Deutsch-Kameruner 2019 zu RWE. Nun wurde ausgerechnet sein ehemaliger Heimatverein zum Gegner in einer emotionalen Relegation.
Futkeu selbst wollte sich zur Szene nicht ausführlich äußern: "Ich gehe nicht auf ihn ein, möchte ich nicht. Wir haben gewonnen, Klassenerhalt, fertig", sagte der Angreifer, er deutete dann jedoch an: "Er weiß genau, was er im Hinspiel gemacht hat. Die wissen genau, was sie im Hinspiel gemacht haben. Mehr brauche ich nicht sagen."
Noel Futkeu war schon im Hinspiel in den Mittelpunkt gerückt. Der 23-jährige Torjäger der SpVgg Greuther Fürth, Toptorschütze der Liga mit 19 Treffern, war von der Essener Defensive besonders in den Fokus genommen worden, was für hitzige Szenen und aggressive Aktionen gesorgt hatte. Fürth-Coach Heiko Vogel fand dafür auf der Pressekonferenz vor dem entscheidenden Rückspiel deutliche Worte: "Das Ziel, Noel Futkeu aus dem Spiel zu nehmen, war noch größer als der Wille, ein Tor zu schießen."
Trotz zahlreicher Provokationen bewahrte Futkeu die Nerven und vermied eine fünfte Gelbe Karte, die ihn für das Rückspiel gesperrt hätte. Dort konnte er schließlich befreiter aufspielen. Vor allem mit Hüning lieferte er sich im Showdown am Montag ein intensives Duell.
Futkeu lässt sich Feierlaune nicht vermiesen
Von den Reibereien ließ sich Futkeu jedoch nicht aus der Feierlaune bringen. Nach dem geschafften Klassenerhalt zeigte er sich überwältigt: "Ich bin überglücklich, überglücklich. Das war genau die Art und Weise, wie ich mich verabschieden wollte, mit dem Klassenerhalt", sagte er im BR24Sport-Interview. Für den 23-Jährigen geht es immerhin weiter an den Main. Eintracht Frankfurt hat die Rückkaufoption für den Spieler gezogen.
Nach einer Fabel-Saison mit 20 Toren und fünf Vorlagen, geht Futkeu mit breiter Brust zurück zum Bundesligisten: Die Jahre bei der SpVgg seien "sehr sehr wichtig gewesen": "Ich konnte mich sehr gut weiterentwickeln, bin gereift als Spieler, als Mensch, hab wirklich vieles dazugelernt, hat sich maximal ausgezahlt."
Im Video: Noel Futkeu nach Klassenerhalt: "Ich bin überglücklich"
SpVgg Greuther Fürth - Rot-Weiss Essen
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