Seit Dienstagabend ist es sicher: Der 1. FC Schweinfurt steigt nach der aktuellen Saison aus der 3. Liga ab. Die 1:3-Niederlage am 32. Spieltag gegen Rot-Weiss Essen besiegelte den Abstieg des Tabellenletzten auf dem Papier, gerechnet hatte damit eigentlich jeder. "Es war natürlich irgendwo absehbar", sagte Johannes Geis nach der Pleite bei "MagentaSport". "Aber es schmerzt brutal."
Jones schimpft: "Regt mich auf"
Der Kapitän der Schnüdel fand klare Worte über die Leistung seines Teams: "Unsere Fans haben uns die ganze Saison über unterstützt. Es tut mir leid für sie. Für unsere Mannschaft tuts mir nicht leid, wir haben es absolut verdient, da unten zu stehen."
Geis begründete die schlechte Performance vor allem mit zu vielen individuellen Fehlern. Auch Trainer Jermaine Jones teilt diese Einschätzung: "Mich regt es auf, wie wir diese Spiele verlieren. Jetzt gehen wir runter. Wir müssen aber auch in den Spiegel schauen und sagen, die Fehler, die wir individuell machen, da wirst du in der 3. Liga nicht überleben. Das sind einfach zu viele."
Schlechteste Hinrunde der Drittliga-Geschichte
Der Ex-Bundesligaprofi wurde im Februar als Nachfolger für Aufstiegstrainer Victor Kleinhenz eingesetzt, nachdem Schweinfurt im neuen Jahr aus fünf Spielen nur vier Punkte mitgenommen hatte. Es folgte eine bessere Phase im März mit zwei Siegen und einem Unentschieden. Doch die schlechteste Hinserie der Drittliga-Geschichte mit nur sechs Punkten und 50 Gegentoren konnte nicht mehr aufgeholt werden.
"Seit ich hier bin, versuchen wir immer wieder, daran zu arbeiten. Aber wenn der eine die Fehler abstellt und der andere macht sie, dann reicht es einfach nicht für die 3. Liga", ärgerte sich Jones. Führungsspieler Geis fühlte mit seinem Coach: "Da tut es mir auch leid für Jermaine, der viel Energie reinsteckt über die Woche und dann passiert sowas. Das ist einfach bitter."
Geis poltert: "Das Einzige, was drittligatauglich ist, sind die Fans"
Mindestens genauso bitter ist der drohende Negativrekord: Schweinfurt könnte als schlechteste Mannschaft der 3. Liga absteigen. Bisher hatte Bremen II mit 22 Punkten in der Saison 2011/12 die schlechteste Bilanz verbucht, die Schnüdel haben sechs Spiele vor Saisonende nur 17 Zähler auf dem Konto.
Abgesehen von den vielen individuellen Fehlern deutete Geis, der in der Vorsaison mit der SpVgg Unterhaching bereits einen Abstieg verkraften musste, noch einen weiteren Grund für die schlechte Performance an: "Mit Schweinfurt war es schwierig mit den Gegebenheiten, die da sind. Ich glaube, das Einzige, was hier drittligatauglich ist, sind die Fans."
Offene Zukunft von Geis und Jones
Der fränkische Klub hatte erst im vergangenen Sommer die Rückkehr in den Profifußball nach 21 Jahren gefeiert, die Infrastruktur im Verein ist jedoch überwiegend auf Amateurniveau. Da bleibt auch die Frage, wie viele Spieler der Klub bis zur nächsten Saison überhaupt halten kann.
Die Zukunft von Johannes Geis ist offen, sein Vertrag endet im Sommer. "Ich bin hier langfristig hergekommen, aber es wurden noch keine Gespräche geführt. Ich weiß nicht, wie der Verein zu mir steht."
Auch Trainer Jermaine Jones weiß noch nicht, wie es weitergehen wird: "Wir werden es erstmal bis zum Ende der Saison durchziehen. Es gehört einiges dazu, nicht nur, dass ich ja sage, sondern auch, dass der Verein es möchte. Wir müssen schauen, wie die Chancen stehen und wie die Mannschaft aufgestellt wird. Wenn das alles passt, ja, wenn nicht, dann nicht."
"In einer ersten Fassung des Textes hatten wir fälschlicherweise behauptet, dass Victor Kleinhenz entlassen wurde, nachdem der 1. FC Schweinfurt im neuen Jahr aus sieben Spiele nur vier Punkte mitgenommen habe. Zudem hieß es, dass unter dem neuen Trainer Jones, drei Siege und ein Unentschieden aus sechs Spielen geholt wurden. Das haben wir korrigiert."
Spielszene Schweinfurt - Essen
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