Wie wichtig Klara Bühl für die FC Bayern Frauen ist, hat sie am Wochenende wieder gezeigt. Nachdem sie der Frankfurter Defensive davongerannt war, erzielte sie den Treffer des Tages im Spitzenspiel. Die Münchnerinnen bleiben damit ohne Punktverlust an der Spitze der Frauen-Bundesliga. Doch wie lange wirbelt sie noch für die FC Bayern Frauen? Bühls Vertrag läuft nach der Saison aus. Gerüchte über einen ablösefreien Abgang ins europäische Ausland halten sich hartnäckig.
Bühls steiler Aufstieg bei den FC Bayern Frauen
Seit sechs Jahren spielt Bühl in München und wurde in dieser Zeit zu einer der besten Spielerinnen der Welt. Auf dem linken Flügel dribbelt keine so energisch und vor allem so schnell wie die 25-Jährige. Allein in dieser Spielzeit kommt Bühl auf 15 Torbeteiligungen (sechs Tore, neun Vorlagen) in elf Spielen. Inzwischen schlägt sich ihre Leistung auch in ihrem Marktwert nieder. Dieser wird laut dem Branchenportal "soccerdonna" auf 1,65 Millionen Euro geschätzt. Damit ist Bühl die drittteuerste Spielerin der Welt hinter Barcelonas Claudia Pina und Alessia Russo vom FC Arsenal.
Bühl-Abgang vor zwei Jahren schon so gut wie fix
Bühls steiler Aufstieg blieb der Konkurrenz schon vor zwei Jahren nicht verborgen. Damals gestaltete sich die Situation ähnlich. Bühls Vertrag lief aus und die europäischen Topklubs warteten nur darauf, die deutsche Nationalspielerin in ihr Team zu lotsen. Bühls Abgang galt als fix, besonders der FC Barcelona soll es ihr angetan haben. Weil die Katalaninnen aber nicht die finanziellen Mittel aufbringen konnten, platzte die Verpflichtung und Bühl verlängerte noch einmal um zwei Jahre in München. Auch, weil sie sich dort so wohl fühlte, was sie auch offiziell verlauten ließ. "Sowohl meine persönliche Entwicklung als auch die der Mannschaft ist noch lange nicht abgeschlossen", kommentierte sie damals ihre Vertragsverlängerung.
Bühl-Berater reagiert auf Medienbericht
Doch nun, zwei Jahre und zwei Double-Gewinne später, könnte sich die Situation anders darstellen. Einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" zufolge plant der Verein nicht einmal mehr, Gespräche mit Bühl zu führen, weil ein Abgang sowieso beschlossene Sache sei. Eine Meldung, die im krassen Gegensatz zu Äußerungen der Protagonistinnen steht. Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball beim FC Bayern, hatte nach dem 3:0-Sieg in Lissabon, bei dem Bühl den Sieg eingeleitet hatte, Gespräche angekündigt. Die Spielerin selbst sagte, sie könne sich "alles vorstellen. Ich fühle mich in München sehr, sehr wohl."
Auch Bühls Berater Jörg Neblung stellt gegenüber BR24Sport klar: "Wir haben im Augenblick keine Gespräche mit dem FC Bayern, weil sich Klara die Situation im Verein, aber auch außerhalb in Ruhe ansehen möchte." Gleichzeitig sei man "nach wie vor offen für Gespräche in alle Richtungen".
Bühls großes Ziel und die finanzstarke Konkurrenz
Wie schon vor zwei Jahren lockt auch jetzt wieder die europäische, deutlich finanzstärkere Konkurrenz. Dazu zählt wieder der FC Barcelona, aber einmal mehr auch die englische Women's Super League. Die Klubs von der Insel haben in diesem Transfersommer schon kräftig in der Bundesliga eingekauft und werden wohl auch bei Bühl nicht Halt machen. Besonders der FC Arsenal, zu dem im Sommer schon Georgia Stanway ablösefrei wechselte, Manchester City, bei dem Bühls Freundin Sydney Lohmann spielt, oder die neu gegründeten London City Lionesses werden immer wieder genannt. "Klara entscheidet, wann sie möchte, wir sagen ihr lediglich, welche Optionen sie hat", kommentiert Neblung etwaige Gerüchte nicht.
Mit dem FC Bayern hat Bühl national alles gewonnen, nur die Champions League fehlt ihr noch. Am liebsten würde sie die in München gewinnen, hatte sie 2022 in einem Vereinsinterview gesagt. Was bisher nicht geklappt hat, dürfte angesichts der finanziellen Bemühungen im europäischen Frauenfußball in den nächsten Jahren aber nicht einfacher werden.
Und so sprechen die Indizien doch klar für einen Abgang von Klara Bühl. In München werden sie aber dennoch nichts unversucht lassen, um ihre Topspielerin zu halten.
