Anton Gavel
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Alter Bekannter, neue Ideen: Passt Gavel zum FC Bayern?

Alter Bekannter, neue Ideen: Passt Gavel zum FC Bayern?

Svetislav Pesic hat nach dem verlorenen Play-off-Finale des FC Bayern Basketball seine Trainerkarriere beendet. Als Nachfolger wurde der bisherige Bamberger Headcoach Anton Gavel verpflichtet. Doch wie gut passt der Slowake zu den Bayern?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

In Bamberg und Ulm ist Anton Gavel eine "Legende". Bei den Oberfranken gehörte der Shooting Guard von 2009 bis 2014 zu der Mannschaft, die einen Titel nach dem anderen einheimste, war als Spieler bei vier Meisterschaften und drei Pokalsiegen als Leistungsträger mit dabei. In dieser Saison führte er Bamberg als Coach völlig überraschend zum Pokalsieg und ins Halbfinale der BBL-Play-offs, wo man erst in Spiel fünf gegen ALBA Berlin scheiterte.

Erfolg macht sexy

In Ulm spielte der heute 41-Jährige zwar nie. Doch als Trainer schaffte er 2023 eine Sensation, als er mit ratiopharm Ulm die erste Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte feierte. Nach Platz sieben in der Hauptrunde wurden in der Off-Season nacheinander ALBA Berlin (3:1), der FC Bayern (3:0) und schließlich im Finale die Telekom Baskets Bonn (3:1) bezwungen. Seitdem genießt Gavel auch in der Münster-Stadt Heldenstatus.

Erfolg macht natürlich sexy. Und deshalb war Gavel plötzlich beim FC Bayern Basketball der Wunschkandidat für die Nachfolge des scheidenden Svetislav Pešić. Doch passt Gavel überhaupt zu den Münchnern?

Ist Anton Gavel ein "fertiger Trainer"?

Seit Andreas Wagner, der die Bayern zwischen 2000 und 2005 trainierte, hatten die Münchner keinen so jungen Trainer mehr. Gavel ist 41 und tritt in große Fußstapfen: Dirk Bauermann, Pešić, Saša Đorđević, Dejan Radonjić, Oliver Kostic, Andrea Trinchieri, Pablo Laso, Gordon Herbert und erneut Pešić heißen seine Vorgänger. Allesamt megaerfolgreich und erfahren.

Das zeigt: Die Bayern holten bislang immer "fertige" Trainer. Gavel, für den München erst die dritte Profistation ist, bringt vergleichsweise wenig Erfahrung mit. Andererseits: Die Erfolge sprechen für ihn.

Spieler mit FCB-Vergangenheit

Das "FCB-Erfolgsgen" bringt Gavel schon mal mit. Von 2014 bis 2018 spielte er in München und kennt die Philosophie des Klubs sehr gut. Gavel ist extrem ehrgeizig, weshalb auch Pešić seinen Segen gab: "Er hat alle Qualitäten (...) Ich freue mich, dass er so gute Arbeit macht."

Wie lässt Anton Gavel spielen?

Gavel ist Verfechter einer starken Verteidigung. Das war schon als Spieler so. Zwar scorte Gavel als Schütze auch viel. Aber zweimal bekam er in der Bundesliga die Auszeichnung als bester Verteidiger.

Auch als Coach legt er viel Wert auf eine gute Defense. In der jüngsten Play-off-Halbfinalserie demonstrierte er das mit seinen Bambergern eindrucksvoll. In Spiel drei und vier hielten die Oberfranken die sonst offensivstarken Berliner bei nur 73 bzw. 67 Punkten und legten so den Grundstein für die Heimsiege, durch die sie erst Spiel fünf erzwangen. Auch im Pokalfinale war die gute Verteidigung der Schlüssel zum Sieg.

Eine flexible, starke Verteidigung und gutes Rebounding, besonders unter dem eigenen Korb, sind auch Münchner Stärken. Was in Ulm und Bamberg anders war als in München: Gavels Teams spielten immer schnellen Basketball.

Sie standen für schnelles Umschalten und viele einfache Fastbreakpunkte. Ganz anders die Bayern, die nicht nur in der BBL sondern erst recht in der EuroLeague zu den Teams mit dem langsamsten Ballvortrag gehörten. Sollten die Münchner da eine gute Balance hinbekommen, dürfte Gavels Spielidee ein klares Upgrade darstellen.

Wie passt Gavel zu den sportlich Verantwortlichen?

Keine Frage: Sehr gut. Mit Thorsten Leibenath, dem neuen Geschäftsführer Sport bei den Bayern, verbindet Gavel viel. Zusammen waren sie die Verantwortlichen für den sportlichen Höhenflug in Ulm, wo Leibenath erst lange Trainer und zuletzt Sportdirektor war. Im aktuellen Kader der Münchner steht mit Justinian Jessup zudem ein Shooter, der schon unter Gavel in Ulm agierte.

Gavel und Leibenath bildeten bei den Ulmern ein eingeschworenes Erfolgsduo. Warum sollten sie das in München nun nicht wiederholen?