Wenn Kane nicht kann, dann müssen halt andere ran. So oder so ähnlich lautete das Motto für den FC Bayern im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Weil bei der etatmäßigen Nummer neun der Münchner die Wade streikte, durften sich andere zeigen. Dass der FC Bayern Offensivkünstler genug hat, wurde aber auch an diesem Abend wieder klar, der mit "Deutscher Meister wird nur der FCB"-Sprechchören endete. Dank der Treffer von Luis Diaz, Konrad Laimer, Jamal Musiala und Nicolas Jackson gewann der Rekordmeister mit 4:1 (2:0) und löste die Pflichtaufgabe gegen die Fohlen souverän.
Goretzka von Nagelsmann beflügelt
Trainer Vincent Kompany rotierte gleich siebenmal. Für Kane spielte Nicolas Jackson, Manuel Neuer kehrte nach seinem Muskelfaserriss zwischen die Pfosten zurück. Auch Lennart Karl durfte nach zwei Spielen, die er 90 Minuten auf der Bank verbracht hatte, wieder starten. Doch zu Beginn spielten zunächst die Gäste auf. Rocco Reitz prüfte Neuer schon nach zwei Minuten. In der Folge übernahmen die Münchner aber die Kontrolle und brachten die Kugel nach zehn Minuten im Netz unter. Genauer gesagt Lennart Karl tat das, doch das Toptalent stand nach Zuspiel von Leon Goretzka im Abseits (10.).
Weil Gladbachs Haris Tabakovic noch im letzten Moment von Minjae Kim gestört wurde (24.) und Moritz Nicolas einen Karl-Schlenzer aus dem Winkel fischte, blieb die Partie zunächst torlos. Doch der Ton war nun gesetzt. Nach einer guten halben Stunde lupfte Leon Goretzka traumhaft in den Lauf von Luis Diaz und der Kolumbianer überwand Nicolas per Direktabnahme. Überhaupt war es ein starker Auftritt von Goretzka, den die Vorschusslorbeeren inklusive WM-Stammplatzgarantie, die ihm Bundestrainer Julian Nagelsmann unter der Woche im kicker-Interview zugesprochen hatte, sichtlich zu beflügeln schien. Er sehe das nicht als "Freifahrtsschein" gab Goretzka hinterher bei Sky zu Protokoll.
Doch die Bayern waren mit diesem 1:0 nicht zufrieden und drängten auf den Doppelschlag. Jackson versuchte es ein ums andere mal, doch erst Konrad Laimer war mit dem Pausenpfiff erfolgreich. Nach einem schönen Konter spielte Diaz den Österreicher im Strafraum frei, der nur noch einschieben musste (45.+1).
Neuer bleibt in der Kabine - Musiala meldet sich zurück
Zur zweiten Halbzeit blieb Manuel Neuer angeschlagen in der Kabine, für ihn rückte Urbig zwischen die Pfosten. Genauere Informationen über Neuers Gesundheitszustand gab es zunächst nicht. Nach Abpfiff erklärte Trainer Kompany in der Sportschau, dass Neuer etwas "an der Wade gespürt" habe. Die Mannschaft ließ sich davon aber nicht beirren. Nur sieben Minuten nach Wiederbeginn jubelten die Fans in der Münchner Arena erneut, doch Laimer hatte per sattem Distanzschuss nur das Außennetz getroffen. Drei Minute später war Jackson frei durch vor Nicolas, doch im letzten Moment wurde er von Gladbachs Rocco Reitz noch gestört und auch zu Fall gebracht. Schiedsrichter Robert Schröder zeigte auf den Punkte und - weil Reitz keine Chance mehr auf den Ball gehabt hatte - dem Gladbacher die Rote Karte.
Den fälligen Strafstoß verwandelte Jamal Musiala, der damit seinen ersten Bundesliga-Treffer seit seiner schweren Verletzung erzielen konnte (57.). Die Partie war damit endgültig entschieden, auch wenn es Gladbach Shuto Machino in Minute 71 noch einmal probierte, doch sein Kopfball aus ausichtsreicher Position geriet deutlich zu harmlos. Acht Minuten später erhöhte Nicolas Jackson sogar noch auf 4:0. Der Senegalese musste nur noch den Fuß in eine scharfe Hereingabe von Lennart Karl hineinhalten für den Torerfolg. Anschließend war das Tempo raus, doch die Borussia kam durch den eingewechselten Wael Mohya noch zum Ehrentreffer (89.). Zu mehr als dieser Ergebniskosmetik reichte es aber nicht mehr.
Im Video: FC-Bayern-Trainer Kompany nach dem Sieg gegen Mönchengladbach
Vincent Kompany

