BMX-Rennen vor dem Rathaus, Beachvolleyball auf dem Kornmarkt, 3x3-Basketball auf dem Hauptmarkt und Stabhochsprung vor der Frauenkirche - gemeinsam mit dem Freistaat Bayern möchte sich die Stadt Nürnberg um die Austragung des Multisportevents "Die Finals" bewerben. In naher Zukunft sollen in Franken in mehr als 20 Sportarten Deutsche Meister ermittelt werden. Ein konkretes Jahr steht zwar noch nicht fest, der Optimismus ist bei den Verantwortlichen aber bereits jetzt spürbar.
Austragung in Nürnberg rund um 2030 möglich
Am Donnerstagnachmittag erfolgte in Nürnberg die offizielle Interessensbekundung, dafür waren zahlreiche Vertreter von deutschen Einzelsportverbände geladen. "Für ganz Bayern wäre es großartig, dass 'Die Finals' erstmals in den Freistaat kommen", meinte Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV). "In diesem Jahr waren in Hannover rund 500.000 Besucher über die vier Tage hinweg in der Stadt. Eine Austragung der Finals in Nürnberg wäre deshalb ein starkes Signal für den Sport in ganz Bayern. Und sie motiviert Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen selbst auch sportlich aktiv zu werden."
Wann genau die Finals nach Franken kommen könnten, das ist unklar. Zunächst muss Nürnberg sich mit einem Konzept bei den Organisatoren vorstellen. Die Verantwortlichen gehen von Austragungsjahren um 2030 aus, wie es hieß.
Freistaat Bayern will sich an Kosten beteiligen
Die Idee der Finals ist, durch den gemeinsamen Termin und Ort mehr Aufmerksamkeit für - teils kleinere - Sportarten zu generieren. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk überträgt die Wettkämpfe umfangreich. Erstmals fanden die Finals 2019 in Berlin statt, zuletzt waren die Region Rhein-Ruhr (2023), Dresden (2024) und Hannover (2026) die Ausrichter. 2027 ist Stuttgart dran.
Für die Austragung ist ein Budget von rund zehn Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte davon will der Freistaat Bayern bezahlen. Das gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz unter anderem mit Oberbürgermeister Marcus König (CSU) im Nürnberger Max-Morlock-Stadion bekannt.
Oberbürgermeister König: "Wir sind eine Sportstadt"
Auf im Vorfeld geäußerte Kritik an dem finanziellen Kraftakt entgegnete König, dass man das Event als "Werbeblock" für Wirtschaft, Gastronomie und Hotellerie sehen müsse. "Auch wenn wir finanzielle Probleme haben, kann ich doch nicht alles zusperren. Davon wird es nicht besser. Deshalb müssen wir schauen, dass wir proaktiv agieren."
Die Voraussetzungen in Nürnberg seien jedenfalls optimal. "Wir haben hier einige Stützpunkte vorzuweisen - ob Leichtathletik, Ringen oder Taekwondo. Wir sind eine Sportstadt", hob König hervor. "Wir haben auch die besten Voraussetzungen bei der Infrastruktur. Nürnberg ist eine Stadt mit 550.000 Zuschauern und hat nicht nur ein Stadion, sondern viele weitere Plätze, auf denen temporäre Wettkampfstätten aufgestellt werden können. Wir wollen das Event in die Stadt bringen - die Infrastruktur steht also."
