(Symbolbild) Abgase aus einem Auspuff
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(Symbolbild) Was wird aus dem "Verbrenner-Aus" ab 2035?
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Acht Jahre vor dem "Verbrenner-Aus": Die Lage auf den Straßen

Acht Jahre vor dem "Verbrenner-Aus": Die Lage auf den Straßen

Die Zahl der neu zugelassenen E-Autos in Deutschland steigt. Auf den Straßen dominieren aber weiter Autos mit Verbrennungsmotor. Das zeigt eine BR24-Datenanalyse. In der EU sind die Unterschiede riesig. Was wird aus dem "Verbrenner-Aus" ab 2035?

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Mehr E-Mobilität: Das ist das Ziel der EU-Kommission und der schwarz-roten Bundesregierung. Eine BR24-Analyse von Daten des Kraftfahrt-Bundesamts zeigt: In diesem Jahr sind in Deutschland bisher 26 Prozent aller neu zugelassenen Pkw reine Elektro-Autos. Das entspricht rund 516.000 E-Autos.

Im August machten E-Autos sogar 32 Prozent der Neuzulassungen aus. Geht das so weiter, liegt ihr Anteil bundesweit in diesem Jahr so hoch wie nie. Noch mehr Menschen setzen derzeit auf einen Mittelweg: Plug-In-Hybride und Hybrid-Pkw – also Autos mit Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb – machen heuer bisher 40 Prozent der Neuzulassungen aus. Dazu kommen klassische Verbrenner: 13 Prozent mit Diesel-Motor, 21 Prozent Benziner. Ihr Anteil geht seit Jahren zurück.

Grafik: Neu zugelassene Autos seit 2015 – und ihr Antrieb

Neuzulassungen in Bayern: Im Juli 31 Prozent reine E-Autos

In Bayern waren im Juli insgesamt 31 Prozent der neu zugelassenen Pkw reine E-Autos. Plug-in-Hybride machten weitere 10 Prozent aus. Dazu kamen 30 Prozent Hybride, 18 Prozent Benziner und 10 Prozent mit Dieselmotor. Der Anteil klassischer Verbrenner bei den Neuzulassungen ist damit im Freistaat geringer als bundesweit.

So sieht es auf deutschen und bayerischen Straßen aus

Auch wenn die Zahl der E-Autos hierzulande steigt, dominieren auf den Straßen weiter Verbrenner-Pkw. Die BR24-Datenanalyse zeigt: Von allen zugelassenen Autos bundesweit sind rund 85 Prozent Benziner oder Diesel. Knapp 5 Prozent haben einen reinen Elektroantrieb. Den deutschlandweit höchsten Anteil hat das dünn besiedelte Reußenköge in Schleswig-Holstein – mit 57 Prozent. Das liegt allerdings am E-Auto-Fuhrpark eines Unternehmens (externer Link).

In Bayern hatten im Juli rund 8 Prozent der insgesamt zugelassenen Pkw einen Elektroantrieb. Dieser Wert umfasst reine E-Autos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. Der Anteil reiner E-Autos im Freistaat war mit 5,4 Prozent noch niedriger.

Auf Gemeindeebene gibt es jedoch große Unterschiede, die vor allem von ansässigen Unternehmen und deren Flotten beeinflusst werden. Den höchsten Elektro-Anteil in Bayern hat Garching bei München. Dort hatten zuletzt 21,4 Prozent der zugelassenen Pkws einen Elektroantrieb – ungefähr eines von fünf Autos. Den niedrigsten Elektro-Anteil hat laut dem Kraftfahrt-Bundesamt Stadlern in der Oberpfalz. In dem kleinen Ort mit rund 500 Einwohnern liegt der Anteil im Juli bei 1,7 Prozent.

Grafik: Anteil der zugelassenen Autos mit Elektroantrieb

"Verbrenner-Aus" ab 2035 dürfte abgeschwächt werden

Nach aktuellem Stand dürfen in der EU ab dem Jahr 2035 keine Verbrenner-Autos mehr neu zugelassen werden – sondern nur noch reine Elektro-Pkw und Wasserstoff-Autos. Schon vorher zugelassene Verbrenner dürfen auch nach 2035 noch fahren.

Allerdings will die EU-Kommission ihre Vorgabe abschwächen: Alle Neuwagen eines Herstellers müssten dann in acht Jahren im Schnitt 90 Prozent weniger CO₂ ausstoßen als im Vergleichsjahr 2021. Bisher sollen es 100 Prozent sein, mit Verbrennern in der Flotte sehr schwer. Kommt die Anpassung, wären ab 2035 weiter Neuzulassungen von Hybrid-Autos, Plug-in-Hybriden und (effizienten) Verbrennern möglich.

Grüne gegen Abschwächung, EVP für mehr Flexibilität

Die endgültige Entscheidung fällt frühestens im Frühjahr. Einer angepassten Regelung zustimmen müssen auch die Fachminister der EU-Staaten und das Europäische Parlament. Der EU-Abgeordnete Michael Bloss ist bei den Grünen zuständig. Er betont im BR24-Interview, seine Fraktion halte am Verbrenner-Aus ab 2035 fest. "Es macht keinen Sinn, jetzt mit Hintertürchen an diesem Ziel zu rütteln." Viele Unternehmen hätten sich auf den Weg gemacht, würden investieren. Außerdem werde E-Mobilität in einigen Jahren "noch viel günstiger sein", bei weiter hohen Spritpreisen.

Anders sieht das Jens Gieseke (CDU), verkehrspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. "Der Vorschlag der EU-Kommission ist aus unserer Sicht nicht ausreichend", sagt Gieseke auf BR24-Anfrage. "Wir wollen weitere Flexibilität – beim Ziel und bei den Kraftstoffen." Der EVP-Abgeordnete betont: Er sei überhaupt nicht gegen Elektromobilität, gerade angesichts der hohen Spritkosten. "Ich bin aber dafür, dass wir einen Wettbewerb der Technologien haben und in Europa nicht immer diese Verbotsregulatorik an den Tag legen."

EU-Vergleich: Große Unterschiede zwischen den Ländern

Eine BR24-Analyse von Daten der EU-Kommission zeigt: In Sachen Antrieb sind die europaweiten Unterschiede groß. Beim E-Anteil an den Neuzulassungen von Pkw und Kleintransportern liegt Dänemark mit Abstand vorn. Drei Viertel der dort von Januar bis Mai 2026 zugelassenen Pkw waren reine Elektroautos. In Polen und Kroatien waren es nur 5 bzw. 4 Prozent der Neuzulassungen.

Wie in Deutschland prägen in ganz Europa momentan Verbrenner die Straßen. Spitzenreiter beim Anteil reiner E-Autos und E-Kleintransporter war im Jahr 2025 ebenfalls Dänemark mit gut 17 Prozent. In Zypern, Griechenland und Polen waren es unter 0,5 Prozent.

Grafik: Neuzulassungen und Bestand im EU-Vergleich

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