Das Foul von Fabio Wagner an Edwin Tropmann im vierten Spiel des Viertelfinales der Play-offs der DEL zwischen dem EHC Red Bull München und dem ERC Ingolstadt sorgt weiter für Diskussionen. Nachdem Ingolstadts Daniel Pietta die Münchner am Samstag im Anschluss an das entscheidende sechste Spiel (3:7) bei MagentaSport scharf kritisiert hatte, bemühte sich EHC-Chef Christian Winkler am Sonntagabend im BR darum, die Wogen zu glätten.
Winkler über Wagner: "Weiß, dass das drüber war"
"Wir sind alle unter Schock gestanden. Das ist etwas, das keiner haben will. Der Fabio weiß auch, dass das drüber war. In erster Linie geht es uns nur darum, dass der Edwin wieder gesund wird", erklärte Winkler bei Blickpunkt Sport auf den Vorfall angesprochen.
Pietta hatte den Münchnern zuvor unterstellt, nicht nur bei Wagners Check gegen Tropmann sondern generell in der Partie Verletzungen der Gegenspieler bewusst in Kauf genommen zu haben. "Jeder will Meister werden. Jeder will Spiele gewinnen. Klar. Aber wenn das der Preis sein muss, um so etwas zu erreichen, dann kann ich auch gerne darauf verzichten", polterte der 39-Jährige.
Pietta: "Keinen Bock mehr"
Während Pietta Wagner in Schutz ("ein herzensguter Mensch") nahm, rechnete er vor allem mit dem Spielstil der Münchner ab. "Da kann man nicht davon reden, dass das Teil des Spiels ist. Sollte das Teil des Spiels sein, habe ich keinen Bock mehr auf dieses Spiel", ärgerte sich Pietta.
Winkler betonte derweil bei Blickpunkt Sport, dass der Vorfall zwischen Wagner und Tropmann ausgeräumt sei. "Der Fabio hat auch am nächsten Tag mit dem Edwin sprechen können. Man darf auch nicht vergessen, Fabio hat elf Jahre in Ingolstadt gespielt, war fünf Jahre Kapitän dort. Den hat es auch richtig erwischt, muss man wirklich sagen. Das Gespräch zwischen Fabio und Edwin war gut", berichtete der Managing Director Sports.
Winkler: "Szenen, die sich niemand wünscht"
Er selbst habe sich im Anschluss an Spiel vier "auf Augenhöhe" mit Ingolstadts Sportdirektor Tim Regan unterhalten. Dabei sei man sich einig gewesen für die übrigen Partien, "das Gas ein bisschen rausnehmen, weil das braucht keiner. Das sind Szenen, die sich niemand wünscht", sagte Winkler.
Wagner hatte Tropmann bei einem Check am Kopf getroffen. Tropmann war zu Boden gegangen und erst im Krankenwagen wieder zu Bewusstsein gekommen. Bei dem 20-Jährigen, der am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, wurde ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt. Wagner wurde in der Folge für 14 Spiele gesperrt.
