Im Sommer 2024 wurde Sabrina Wittmann zur ersten Profi-Cheftrainerin im deutschen Fußball. Etwas mehr als zwei Jahre später hat sie ihr Verein, der FC Ingolstadt 04, vor die Tür gesetzt. Der Fußball-Drittligist gab am Donnerstag die Trennung von der 35-Jährigen bekannt. Sie war in dieser Zeit zum Gesicht des jungen oberbayerischen Klubs geworden, für den sie seit 2009 tätig war.
Eine Nacht nach Halbfinal-Einzug im Landespokal
Wittmann war in den vergangenen Wochen der Erfolg in der Liga abhandengekommen, die eigentlich so ambitionierten Schanzer liegen nach sieben Partien gerade einmal auf dem 13. Platz der dritten Fußball-Liga. In der Vorsaison wurden sie Zwölfte. Der Zeitpunkt der Trennung am Donnerstagmorgen überrascht nun dennoch, denn Wittmann hatte mit ihrem Team noch am Mittwochabend das Halbfinale im Bayerischen Landespokal erreicht. Nach einem 2:1 beim Viertligisten TSV Landsberg.
"Dieser Schritt folgt einer intensiven Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf der dritten Liga" sagte Harald Gärtner, Geschäftsführer Sport und Kommunikation des FCI. "Vor diesem Hintergrund erachten wir eine Neuausrichtung für erforderlich, um zum jetzigen Zeitpunkt neue Impulse für die weiteren Aufgaben setzen zu können. Auf menschlicher und persönlicher Ebene ist uns dieser Entschluss sehr schwergefallen." Wer neuer Cheftrainer wird, soll "zeitnah" kommuniziert werden, hieß es.
Seit 2009 im Verein tätig, ab Mai 2024 für Profis zuständig
Nach ihrer langjährigen Tätigkeit im Nachwuchsleistungszentrum der Schanzer, wo sie seit 2009 verschiedene Mannschaften betreute und zuletzt als Direktorin Entwicklung Fußball tätig war, übernahm Sabrina Wittmann im Mai 2024 interimsweise die Verantwortung für die Profimannschaft und wurde anschließend zur Cheftrainerin der Schanzer berufen.
Im Januar 2026 schloss sie die UEFA-Pro-Lizenz erfolgreich ab. In der Zeit davor musste der Verein Strafzahlungen an den DFB tätigen, da sie ohne Lizenz einen Profiklub trainierte. Wittmans große Fürsprecher damals: Ex-Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer und Ex-Sportdirektor Ivo Grlic. Die Aufgaben der beiden hat mittlerweile Gärtner übernommen, der nun auch einen neuen Coach für die Oberbayern sucht.
Wittmann zutiefst enttäuscht: "Ingolstadt war für mich mehr als irgendein Verein"
"Ich hätte sehr gerne weitergemacht und den Weg mit einer Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt. Leider ist das Vertrauen hierfür nicht mehr da und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden", wurde eine hörbar enttäuschte Sabrina Wittmann in der Vereinsmitteilung zitiert.
"Ingolstadt war für mich mehr als irgendein Verein. Hier war ich zu Hause. Hier bin ich fußballerisch groß geworden und habe unheimlich viele besondere Erinnerungen machen dürfen. Der Verein mit all seinen Leuten und Mitarbeitern ist mir mehr als ans Herz gewachsen. Ich wünsche dem Klub alles erdenklich Gute für die Zukunft." Ihr als Trainer-Pionierin die Chance gegeben zu haben, das wird den Klub und Wittmann für immer verbinden, auch wenn die Zusammenarbeit nun zu einem Ende gekommen ist.
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