Leonie Beck sagt dem Leistungssport Lebewohl. Nach Jahren an der Weltspitze hat die dreifache Weltmeisterin ihre Karriere beendet. Keine weiteren Weltcups, keine Weltmeisterschaft, kein Kampf mehr um die nächste Medaille. "Ich werden nicht mehr in den Leistungssport zurückkehren, sondern beende meine Karriere offiziell", sagte die Würzburgerin am Sonntagabend in "Blickpunkt Sport".
Vom Becken ins Freiwasser: Becks Weg an die Weltspitze
Ihre sportliche Laufbahn begann im Schwimmbecken. Beim SV Würzburg 05 sammelte Beck ihre ersten Erfahrungen und entwickelte sich zur Leistungsschwimmerin. Doch nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio änderte sich ihre Karriere grundlegend.
"Nach den Olympischen Spielen 2016 im Becken, die meinen Ansprüchen nicht gerecht wurden, habe ich mich entschieden, meinem langjährigen Trainingspartner Thomas Lurz ins Freiwasser zu folgen", blickt Beck auf ihrer Homepage zurück.
Ein wegweisender Wechsel, denn im Freiwasser entwickelte sich die Würzburgerin zu einer der besten Langstreckenschwimmerinnen der Welt. Kilometer um Kilometer arbeitete sie sich an die Weltspitze.
In Tokio knapp an Olympiamedaille vorbeigeschwommen
Besonders nach den Olympischen Spielen in Tokio 2021 feierte Beck große Erfolge. Sie krönte sich drei Mal zur Welt- und Europameisterin und holte 2023 den Gesamtweltcup.
In Tokio selbst hatte sie das Podium nur knapp verpasst: Über zehn Kilometer fehlten ihr im Herzschlagfinale lediglich 2,6 Sekunden auf Bronze und 4,3 Sekunden auf Gold.
Paris 2024: Ein bitteres Olympia-Finale
Ihre dritte Olympia-Teilnahme in Paris 2024 sollte noch einmal der große Höhepunkt werden. Doch das Rennen über zehn Kilometer in der Seine wurde für Beck zu einer bitteren Erfahrung.
Die Wasserqualität hatte bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt, mehrere Trainings fielen aus. Beck ging schließlich ohne ausreichende Vorbereitung im Wettkampf in die Seine. Die starke Strömung und das ungewöhnliche Rennen machten ihr zu schaffen. Am Ende belegte sie Rang neun und musste sich anschließend übergeben.
Die erhoffte olympische Medaille blieb damit aus. Für Beck war es zugleich das letzte Rennen ihrer Karriere.
- Zur ARD-Mediathek: BR24Sport-Story: Schwimmen oder Instagram, Leonie Beck?
Im Video: Leonie Beck zu Gast in Blickpunkt Sport
Leonie Beck
Aus der Auszeit wird der Abschied: "Kehre nicht mehr zurück"
Nach den Olympischen Spielen in Paris gönnte sie sich zunächst eine längere Auszeit, reiste nach Australien und begann ein Sabbatical. In dieser Pause reifte schließlich die Entscheidung, den Leistungssport endgültig hinter sich zu lassen. "Mir geht es so gut. Ich habe so viel Spaß, bei dem, was ich jetzt mache. Ich bin auf tausend Events und auch in die Medien eingestiegen", erklärt Beck ihre Entscheidung im BR Fernsehen. "Und deshalb habe ich entschieden, dass ich in die Richtung weiter gehen möchte und nicht mehr in den Leistungssport zurückkehre."
Ganz verabschiedet sich Beck vom Schwimmsport allerdings nicht. Ihr Wissen gibt sie inzwischen an die nächste Generation weiter. Beim SV Würzburg 05 engagiert sie sich im Nachwuchsbereich. Dabei möchte sie den Kindern vor allem die Freude am Sport vermitteln. Denn Beck weiß aus eigener Erfahrung, was der Vereinssport jungen Menschen geben kann: Gemeinschaft, Respekt, Disziplin und den Umgang mit Erfolgen und Niederlagen.
Ihre Expertise ist gefragt. Bei den Schwimm-Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr war sie als Co-Kommentatorin für das ZDF im Einsatz. Für European Aquatics, den europäischen Dachverband für den Wassersport, ist sie ebenfalls regelmäßig tätig.
Das Wasser bleibt weiter Teil ihres Lebens – nur ohne den Kampf um Sekunden und Medaillen.
Im Video: Leonie Beck beendet ihre Karriere
Leonie Beck bei den Olympischen Spielen in Paris


