Manuel Baum, Trainer FC Augsburg
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Aus den Flitterwochen ins Glück? Augsburgs Suche nach Stabilität

Aus den Flitterwochen ins Glück? Augsburgs Suche nach Stabilität

Als sechstbeste Mannschaft der Bundesliga-Rückrunde startet der FC Augsburg mit Ambitionen in die neue Saison. In der Vorbereitung will sich Trainer Manuel Baum aber noch nicht zu trügerischen Schlüssen hinreißen lassen.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Für ruhige Zweisamkeit gab es nach dem Liebes-Comeback zwischen dem FC Augsburg und seinem Trainer Manuel Baum bei dessen Rückkehr im Dezember 2025 keine Zeit. Die Fuggerstädter steckten mitten im Abstiegskampf, aus dem sie sich dank der Handgriffe des 46-Jährigen aus Landshut souverän befreit hatten. So fühlt sich die Vorbereitung auf die neue Saison tatsächlich wie die verspäteten, aber wohlverdienten Flitterwochen an. Doch die sechstbeste Mannschaft der zurückliegenden Bundesliga-Rückrunde muss sich darin neu orientieren.

FCA-Trainer Baum über Standortbestimmung: "Total trügerisch"

"Ich habe schon einmal gesagt: Das ist die Honeymoon-Phase der Saison. Alles ist schön, toll und super", blieb Baum am Dienstag in einer Medienrunde am Trainingsgelände des FC Augsburg selbst bei der Metapher des wiedergefundenen Liebesglücks, merkte aber an: "Man muss erst einmal ein paar gemeinsame Erlebnisse sammeln, wie zum Beispiel ein Spiel zu verlieren, nicht von Anfang an zu spielen oder ausgewechselt zu werden."

Zwar hat der FCA bereits Testspiele gegen eine Schwaben-Auswahl (5:0) und den Drittligisten Saarbrücken (1:1) absolviert, zu einer Standortbestimmung ließ sich der routinierte Übungsleiter aber noch nicht hinreißen. "Ich habe mir eines abgewöhnt: große Wertungen in der Vorbereitung vornehmen. Die sind total trügerisch", sagte Baum. Ein kleines Stimmungsbild gab er trotzdem ab: "Es ist okay, aber auch nicht mehr und nicht weniger."

Geht auch Matsima? Defensiver Umbruch beim FC Augsburg

Eine Ansicht, die nur allzu verständlich ist, zumal der Kader des Bundesligisten noch nicht seine finale Form angenommen hat. Mit Hennes Behrens (21, Linksverteidiger), Sima Suso (21, Mittelfeld) und Calvin Brackelmann (26, Innenverteidiger) sowie den beiden Talenten Faik Sakar (18, Linksaußen) und Tom Wisbereit (18, Torhüter) verzeichnete Augsburg zwar einige Zugänge. Die bereits feststehenden Abgänge der beiden Leistungsträger Cédric Zesiger (28, Innenverteidiger) und Elvis Rexhbecaj (28, Zentrales Mittelfeld), die in der vergangenen Spielzeit für Stabilität in der Defensive sorgten, wiegen jedoch schwer.

Dazu kommt die Ungewissheit rund um Abwehrmann Chrislain Matsima. Bis zuletzt war Crystal Palace an einer Verpflichtung des 24-jährigen Innenverteidigers interessiert und soll ein Angebot von 25 Millionen Euro hinterlegt haben. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat der FCA die Verhandlungen aber abgebrochen, die finale Einigung scheiterte letztlich an Boni und Zahlungsstruktur. Völlig vom Tisch ist ein Abgang von Matsima trotzdem nicht, sofern sich ein anderer Interessent findet.

"Das habe ich auch gelesen", reagierte Baum gewohnt nüchtern auf eine Nachfrage zur Zukunft von Matsima und arbeitete den positiven Aspekt heraus. "Ich finde, das ist eine Auszeichnung für den Verein und alle, die mit den Spielern zusammenarbeiten, wenn sie den nächsten Schritt machen."

Augsburger Transferpolitik: "Noch am Basteln"

Baum bleibt angesichts von Spekulationen über mögliche Neuzugänge im Anschluss an einen Verkauf von Matsima seinem Motto treu. "Mit solchen Themen beschäftige ich mich überhaupt nicht", unterstrich er. Sein Blick richtet sich demnach auf das Hier und Jetzt bei den Schwaben: "Das ist auch gar nicht meine Aufgabe - sondern mit denen zu arbeiten, die auf dem Platz stehen. Wir möchten einen Kader, der sich aus aktueller Qualität und Potenzial zusammensetzt. In der Hinsicht sind wir noch am Basteln, damit der Kader am Ende des Transferfensters nicht mehr so ausschaut wie jetzt."

Eine Wunschliste führt Baum dahingehend nicht. "Wir haben alle Positionen so belegt, sodass wir vielleicht nicht immer sofort einen adäquaten Ersatz, aber zumindest das nötige Potenzial dazu haben", sagte er.

Baum: "Aus dem Bauch heraus"

Zur Wahrheit zählt aber auch: Selbst ohne Abgänge hätte sich Augsburg auf eine Suche nach mehr Stabilität in der Defensive begeben müssen. Nur vier Vereine kassierten in der Saison 2025/26 mehr Tore als die Schwaben (61), zwei davon stiegen ab.

Egal, wer zum Saisonauftakt beim FCA auf dem Platz steht - Baum verfolgt daher eine klare Vision für seine erste komplette Spielzeit seit seiner Rückkehr auf die Trainerbank. "Jeder Spieler soll das gleiche Bild im Kopf haben", forderte er von seinen Schützlingen ein. Wenn alle am selben Strang ziehen, soll der Anschluss an die starke Rückrunde der vorangegangenen Saison gelingen. "Und wir brauchen Intuition, damit sie das, was auf dem Platz passiert, aus dem Bauch heraus machen."

Dieses Gefühl will Baum seiner Mannschaft während der einzigartigen Harmonie der Augsburger Flitterwochen injizieren - ehe wieder der harte Alltag in der Bundesliga ansteht.

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