Am Sonntagmorgen, dem 31. Mai, ist für die beiden Zirndorfer Fußballfans Andreas Wilhelm und Andreas Bechtloff die Fußball-Weltmeisterschaft praktisch bereits losgegangen, denn: Um 6.20 Uhr startete das Flugzeug aus Nürnberg in Richtung Frankfurt und von dort ging es direkt weiter nach New Jersey. Mit ihrer Reise zur WM verbinden die zwei eine Mission: Sie wollen ihren Amateurvereinen in Zirndorf helfen.
Sieben Wochen lang wollen die Freunde durch die USA, Kanada und Mexiko reisen, um die deutsche Nationalmannschaft zu unterstützen und möglichst viele Spiele live im Stadion zu verfolgen. Dabei wollen sie mit Fußballfans aus der ganzen Welt Kontakte knüpfen. Die Zirndorfer freuen sich auf eine "Once-in-a-Lifetime-Geschichte" und eine "unfassbare Erfahrung", wie sie sagen.
Spendenaktion für Amateurvereine
Ihr WM-Abenteuer verbinden der 32-jährige Andreas Bechtloff und der ein Jahr jüngere Andreas Wilhelm, die beide selbst für den TSV Zirndorf kicken, mit einer Spendenaktion: Unter ihrem Projektnamen "FrankoNJa" wollen sie auf ihrer Mission möglichst viele Fußballfans aus allen Ländern der Welt kennenlernen. Die gemeinsamen Fotos laden sie dann in ihrem digitalen Freundebuch auf der Website franconja.com (externer Link) hoch. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen können pro Foto einen Spendenbetrag festlegen. Die gesammelte Summe soll am Ende den vier Zirndorfer Fußballvereinen TSV Zirndorf, ASV Zirndorf, SV Weiherhof und ASV Weinzierlein-Wintersdorf zu Gute kommen.
Vereine in finanziellen Schwierigkeiten
Die Aktion rennt bei den Vereinsverantwortlichen offene Türen ein, denn die Fußballklubs in Zirndorf stecken seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Steigende Kosten und sinkende Förderungen machen den Vereinen immer mehr zu schaffen, oftmals bleibt eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge der letzte Ausweg. Für Andreas Bechtloff eine gefährliche Entwicklung: "Dass Kinder nicht mehr zum Fußball gehen können, ist einfach erschreckend, und da wollen wir gegensteuern", so der 32-Jährige. Durch die Spendenaktion sollen Investitionen für neues Equipment oder eine verbesserte Infrastruktur ermöglicht werden, während die Mitgliedschaft bezahlbar bleibt.
Der Plan: drei WM-Länder – 14 Spiele
Der Traum von der WM-Reise entstand bereits kurz nach der Vergabe an die USA, Mexiko und Kanada im Jahr 2018. Seit gut zwei Jahren laufen die konkreten Planungen. Trotz der hohen Ticketpreise bei der Weltmeisterschaft ließen sich die Fußballfans nicht von ihrem Plan abbringen und können zumindest ein wenig Geld sparen, indem sie in einigen Städten bei Freunden und Familie unterkommen.
Insgesamt stehen in den sieben Wochen 14 Stationen auf dem Programm. Los geht es am 6. Juni in Chicago mit dem Testspiel USA gegen Deutschland. Je weiter die deutsche Nationalmannschaft im Turnier kommt, desto größer werden die Chancen auf möglichst viele Bilder und entsprechend auf möglichst hohe Spenden für die Zirndorfer Vereine.
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