Drei Siege aus drei Spielen, der beste Saisonstart seit 1999 und die Tabellenführung: Der 1. FC Nürnberg hat einen regelrechten Traumstart in die Saison hingelegt. Am Samstag folgte die nächste gute Nachricht: Der umworbene Stürmer Mohamed Ali Zoma bleibt dem Club erhalten. Sportvorstand Joti Chatzialexiou hatte ihn für diese Transferperiode für unverkäuflich erklärt.
Angesichts dieser Entwicklung sehen Experten den Club schon jetzt als ernsthaften Aufstiegsanwärter. Trainer Miroslav Klose gab sich nach dem Sieg gegen Arminia Bielefeld (4:1) zunächst gewohnt zurückhaltend und wollte dem dritten Sieg nicht zu viel Bedeutung zusprechen. Das Team habe jedoch hart gearbeitet, vor allem an "Kleinigkeiten, Mechanismen, der Abstimmung" habe man getüftelt, erklärte der 48-Jährige.
Klose lobt Mandic
Doch je länger Klose über seine Mannschaft sprach, desto größer wurde seine Begeisterung. "Ich bin einfach stolz, wie die Jungs mitziehen", sagte er. Auch die individuelle Qualität hob Klose hervor. Besonders angetan zeigte er sich von dem Youngster Kristian Mandic: "Ich ziehe den Hut. Er macht ein fantastisches Spiel, als wäre er immer schon bei uns gewesen", so Klose.
"Auch vorne sind wir absolut gut besetzt, wir können nachlegen", sagte der Trainer. Mit Zoma, Neuzugang William Bofing, Rayan Ghrieb und Sigurd Haugen verfüge der Club über mehrere Spieler, die jederzeit für Tore und Assists sorgen könnten: "Und genau das brauchen wir, das habe ich oft genug angesprochen."
Klose: "Wir sind im Flow"
In den vergangenen Spielzeiten war dem Club in entscheidenden Momenten häufig die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor abhandengekommen. In dieser Saison scheint dieser Bann gebrochen. "Wir haben jetzt auch die Ruhe für den letzten Ball. Wir haben viel Intensität, und momentan sind wir im Flow drin", erklärte der FCN-Coach.
Im Flow ist derzeit auch Torhüter Jan Reichert – sportlich wie privat. Der frischgebackene Vater sieht neben den individuellen Leistungen vor allem den Teamgeist als einen entscheidenden Faktor für den erfolgreichen Saisonstart. "Es sind alle wichtig in dieser Gruppe", sagte der Kapitän und fügte hinzu: "Das ist hervorragend. Es macht jeden Tag unfassbar Spaß, aufs Gelände zu kommen, die Jungs zu sehen, mit ihnen zu quatschen und zu trainieren. Und ich denke, man sieht dann auch, was das bewirkt."
Gegentreffer ärgert FCN-Keeper Jan Reichert
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für Reichert dennoch: der Gegentreffer in der Ligapartie gegen Bielefeld. Der habe ihn besonders geärgert. "Wir müssen das seriös zu Ende spielen. Fehler können immer passieren, aber es ist natürlich bitter, zu null wäre schön gewesen." Ansonsten aber stimmt beim Club derzeit nahezu alles - am Samstag ließ sich deshalb im heimischen Stadion gebührend feiern.
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