Zum Topspiel am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga war der FC Bayern München zu Gast beim FC St. Pauli. Mit Jamal Musiala als Rückkehrer in die Startelf gelang den Münchnern ein Traumstart in die Partie. Der 23-Jährige stellte schon in der neunten Minute mit seinem Kopfballtreffer den Torrekord aus der Saison 1971/72 ein.
Wie erwartet dominierte der FCB die Partie, während die Hamburger es nur selten schafften, mit schnellen Kontern in die gegnerische Hälfte vorzudringen. Kurz nach der Pause war es dann Leon Goretzka, der Geschichte schrieb. Mit seinem Tor zum 2:0 knackte er den Torrekord (53.), noch dazu mit einem schönen Volley-Treffer. Im Anschluss erhöhten Michael Olise (54.), Nicolas Jackson (65.) und Raphael Guerreiro (88.) zum 5:0-Endstand.
Den 2:1-Sieg über Real Madrid im Rücken und den Bundesliga-Torrekord im Visier wollte das Team des FC Bayern seinem Trainer Vincent Kompany einen Tag nach seinem 40. Geburtstag drei Punkte schenken. Im Hinblick auf die Belastungssteuerung vor und nach den Duellen in der Champions League rotierte der Coach in seiner Startformation ordentlich durch.
Jamal Musiala zurück in der Startelf
Nur Manuel Neuer, Konrad Laimer, Joshua Kimmich und Michael Olise traten erneut an, ansonsten präsentierten sich die Münchner grunderneuert. Offensiv startete damit Nicolas Jackson für Harry Kane und in der Innenverteidigung bekamen Jonathan Tah und Dayot Upamecano eine Pause; für sie rückten Hiroki Ito und Min-jae Kim nach. Serge Gnabry fiel aufgrund leichter Kniebeschwerden kurzfristig aus dem Kader.
Erstmals seit dem 4:1-Sieg über Gladbach Anfang März bekam auch Jamal Musiala wieder einen Platz in der ersten Elf. Vincent Kompany sagte vor der Partie, dass es für den 23-Jährigen nach so einer schweren Verletzung wichtig sei, wieder ein gutes Gefühl zu bekommen. "Er wächst und er macht noch Tore und ist gefährlich", ordnete der Belgier die aktuelle Leistung von Musiala bei Sky ein.
Startelf-Rückkehrer stellt Torrekord ein
Der deutsche Nationalspieler hatte beim letzten Auftritt der Münchner am Millerntor im November 2024 mit einem schönen Fernschusstreffer das Spiel zugunsten des FCB entschieden. Gegen den in der aktuellen Spielzeit abstiegsbedrohten FC St. Pauli fand Musiala gleich zu Beginn der Partie eine Lücke in der Hamburger Defensive.
Nach etwas Geplänkel vor dem Strafraum schlug Laimer von rechts eine perfekte Flanke auf Musiala am langen Pfosten. Der Startelf-Rückkehrer stand goldrichtig und konnte ungestört per Kopf zum Führungstreffer einnetzen (9.). Damit hat der 23-Jährige den Torrekord von 101 Bundesliga-Toren aus der Saison 1971/72 egalisiert und einen wichtigen Schritt in der Findungsphase zu mehr Spielgefühl und Selbstbewusstsein gemacht.
Aluminiumtreffer und konternde Hamburger
Nach einer knappen halben Stunde hätte der Torschütze den Rekord knacken können (27.). Einen missglückten Abschlag von Nikola Vasilj fing Kimmich ab, von dort fand der Ball seinen Weg in den Strafraum zu Musiala. Nur Zentimeter fehlten dem Nationalspieler zum Rekordtorschützen, er scheiterte allerdings am Pfosten.
Die Gastgeber versuchten, die dominierenden Münchner mit schnellen Kontern zu ärgern, was Min-jae Kim zu einer entscheidenden Rettungstat zwang, als Mathias Pereira Lage aus dem Rückraum scharf abschloss (29.). Mit einer 1:0-Führung ging der FC Bayern in die Halbzeitpause.
Leon Goretzka schreibt Bundesliga-Geschichte
Nach dem Seitenwechsel machten die Bayern genauso weiter. Leon Goretzka ging im gegnerischen Strafraum zu Boden (49.), doch das kurze Halten von Lars Ritzka war zu wenig für Schiedsrichter Tobias Stieler. Ein paar Minuten später hatte der FCB-Mittelfeldmann dann allerdings seinen großen, historischen Moment: Nach Hereingabe von Kimmich netzte Goretzka per Volley-Direktabnahme zum 2:0 und damit zum neuen Bundesliga-Torrekord ein (53.).
Kurz danach erhöhte Michael Olise, der bis dahin in intensiven Zweikämpfen einiges einstecken musste und sich für einen Schubser, nachdem er gefoult worden war, eine Gelbe Karte eingeheimst hatte, auf 3:0. Sein Abschluss aus 18 Metern ins linke Eck ließ Vasilj keine Chance. Auch Jackson wollte sich noch einen Scorerpunkt abholen. Musiala steckte nach Balleroberung auf den Stürmer durch, der mit dem zweiten Kontakt zum 4:0 traf (65.).
Bundesliga-Debüt für Ndiaye
Vorbereiter Musiala machte an diesem Samstagnachmittag sein bestes Spiel seit seiner schweren Verletzung und wurde zum Man of the Match gewählt. "Jede Minute, die ich spielen kann, wo ich das Gefühl im Fuß und in den Beinen bekommen kann, tut mir gut. Ich habe heute gesehen, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Es gibt noch viele Schritte, aber ich bin auf einem guten Weg", sagte der Rückkehrer nach dem Spiel bei Sky.
In der 84. Minute gab Trainer Kompany ihm dann eine Pause und ermöglichte dafür dem 18-jährigen senegalesischen Talent Bara Sapoko Ndiaye das Bundesliga-Debüt.
Weil Raphael Guerreiro nicht der einzige Offensivspieler der Münchner ohne Torbeteiligung an diesem Tag bleiben wollte, dribbelte er Vasilj im Eins-gegen-Eins aus und erhöhte auf 5:0 (88.). Der FC Bayern München gewann gegen den FC St. Pauli in einem historischen Spiel souverän mit 5:0.
Video: "Besondere Fußballkultur": Vincent Kompany nach dem 5:0-Sieg über St. Pauli
Vincent Kompany nach dem Sieg über St. Pauli
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