Der FC Bayern München hat die Steilvorlage von Borussia Dortmund in der Bundesliga genutzt und die Deutsche Meisterschaft gegen den VfB Stuttgart am 30. Spieltag endgültig entschieden. Der Liga-Primus fertigte die Schwaben 4:2 (3:1) ab und machte den Schock über die schwere Verletzung von Serge Gnabry vergessen, die am Samstag bekannt geworden war.
Kompany wirbelt Startelf durcheinander
Bayern-Trainer Vincent Kompany baute seine Startelf im Vergleich zum 4:3 gegen Real Madrid in der Champions League auf acht Positionen um. Neben Harry Kane und Michael Olise blieben auch Manuel Neuer und Aleksandar Pavlovic auf der Bank, während unter anderem Jamal Musiala, Raphael Guerreiro, Jonas Urbig und Leon Goretzka in die Anfangsformation rückten.
Auch mit der B-Elf bestimmten die Münchner das Spielgeschehen, fanden gegen diszipliniert verteidigende Gäste aber zunächst keine Lücke, sodass Nicolas Jackson und Luis Diaz mit Abschlüssen aus kurzer und mittlerer Distanz nur erste Annäherungen blieben.
Führich schockt Bayern
Stuttgart wurde derweil über Umschaltmomente gefährlich und ging auch in Führung. Bilal El Khannouss kam in zentraler Position vor dem FCB-Strafraum an den Ball und wurde von der neu formierten Bayern-Abwehr nicht angegangen.
Der 21-Jährige behielt die Übersicht und steckte auf Chris Führich durch, der über den linken Flügel in den Sechzehner hineinzog, mit einem Kontakt Urbig keine Chance ließ und das 1:0 erzielte (21.).
Max Eberl
FCB-Doppelschlag in unter zwei Minuten
Nach dem Rückstand brauchten die Hausherren kurz, um wieder zu ihrem Spiel zu finden, drehten dann aber auf. Musiala tauschte die Position mit Diaz und dribbelte über den linken Flügel gegen zwei Stuttgarter nach innen. Der 23-Jährige flankte an den zweiten Pfosten, wo er Guerreiro fand, der das Zuspiel zum Ausgleich über die Linie drückte (32.).
Keine zwei Minuten später hatte der deutsche Rekordmeister die Partie gedreht. Finn Jeltsch unterlief im Mittelfeld ein haarsträubender Fehlpass in die Füße von Guerreiro, der sofort den Konter über Diaz einleitete. Der Kolumbianer legte über rechts auf Jackson quer, der mit rechts zum 2:1 einschob (33.).
Vincent Kompany
Davies erhöht vor der Pause
Mit der Führung kam der FCB-Express endgültig ins Rollen. Der zweite Ball nach einer geblockten Flanke landete bei Diaz, der zu Davies auf Höhe des Elfmeterpunktes ablegte. Der Kanadier visierte das rechte Kreuzeck an, schoss aber VfB-Innenverteidiger Jeff Chabot an, von dessen Schulter das Spielgerät unhaltbar zum dritten Münchner Treffer in fünf Minuten ins linke Eck prallte (37.).
Die Bayern blieben am Drücker, brachten einige gute Möglichkeiten aber nicht im Tor unter, sodass es mit dem 3:1 in die Kabinen ging. Nach dem Seitenwechsel brachte Kompany frische Kräfte. Kane und Olise ersetzten Diaz und Musiala. Auch VfB-Coach Sebastian Hoeneß reagierte und nahm den angeschlagenen Jeltsch für Luca Jaquez vom Feld.
Jonas Urbig
Joker Kane trifft sofort
Kane und Olise fügten sich gut ein. Olise trat eine Ecke scharf vor das Tor, wo Hiroki Ito am zweiten Pfosten zu Goretzka spielte, der den Ball volley nahm. Stuttgart-Keeper Alexander Nübel wehrte den Versuch mit einem exzellenten Reflex noch ab, doch der Abpraller landete bei Kane, der aus kurzer Distanz zum 4:1 traf (52.).
Trotz des Vorsprungs war die Gier des Bundesliga-Spitzenreiters ungebrochen, wie der Protest der Kompany-Elf zeigte, als Guerreiro im Strafraum durch Ramon Hendriks per Bodycheck rabiat abgeräumt wurde und Schiedsrichter Sören Storks auf Weiterspielen entschied (56.).
Urbig kann sich auszeichnen
In der Folge verflachte die Partie ein wenig. Die Bayern kontrollierten Ball und Gegner, verlegten sich aber zunehmend auf Distanzschüsse. Immerhin: Auch der seit dem 0:1 weitgehend beschäftigungslose Urbig durfte sich noch einmal auszeichnen. El Khannouss brach plötzlich durch und behielt im Laufduell mit dem für Davies eingewechselten Konrad Laimer die Oberhand. Seinen Linksschuss klärte Urbig mit einer glänzenden Fußabwehr und verhinderte das 2:4.
Kurz vor Schluss war der Ersatztorwart dann allerdings machtlos, als Chema Andres einen Dropkick nach Direktabnahme aus 17 Metern unter die Latte knallte (88.).
Joshua Kimmich
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