Das Trainingsgelände des FC Bayern München an der Säbener Straße.
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Verkauft FCB weitere Anteile? Was ein solcher Deal bringen würde

Verkauft FCB weitere Anteile? Was ein solcher Deal bringen würde

Einem Medienbericht zufolge wird der FC Bayern fünf Prozent seiner Anteile an das Heizungsunternehmen Viessmann verkaufen. Es sind die letzten, die der Verein ohne Zustimmung seiner Mitglieder veräußern darf. Aus der Fanszene regt sich Kritik.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

An der Säbener Straße rollen aktuell die Bagger an. Das Trainingsgelände des FC Bayern wird umgestaltet. Trainer Vincent Kompany wünscht sich mehr Privatsphäre für seine Profis und lässt entsprechend mehr Sichtschutz installieren. Und auch hinter den Kulissen tüfteln die Verantwortlichen im Verborgenen gerade ordentlich an der Zukunft des deutschen Rekordmeisters. Wie die Mediengruppe "Münchner Merkur/tz" (externer Link) berichtet, verkaufen die Münchner wohl fünf Prozent ihrer Anteile an das Heiztechnik-Unternehmen Viessmann. Ein warmer Geldregen, der aber auch für Kritik in der Fanszene sorgt.

250-Millionen-Deal: Viessmann zieht mit Adidas und Co. gleich

Dem Bericht zufolge zahlt Viessmann 250 Millionen Euro für diese fünf Prozent. Das Unternehmen mit Hauptsitz im hessischen Allendorf war bisher sogenannter Platinpartner und steigt dem Bericht zufolge nun zum Hauptpartner auf. Damit stünde Viessmann in Zukunft auf einer Ebene mit Adidas, Allianz und Audi angesiedelt, die jeweils mit 8,33 Prozent an der AG beteiligt sind. Der FC Bayern wollte sich am Freitag nicht äußern. Auch vom Heiztechnik-Unternehmen selbst gab es keine Reaktion. Max Viessmann gehört übrigens dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern an.

Das Unternehmen, das inzwischen zur amerikanischen Carrier-Gruppe gehört, war bisher Partner des Deutschen Skiverbandes, hatte nach der letzten Wintersport-Saison sein Sponsoring aber zurückgefahren. Geld, das nun für den Anteilskauf beim FC Bayern da ist?

FC Bayern verkauft letzte fünf Prozent ohne Mitglieder-Votum

Der Deal ist insofern brisant, dass die nun wohl an Viessmann veräußerten fünf Prozent die letzten Anteile sind, die ohne Zustimmung der Mitglieder verkauft werden dürfen. Auf der Jahreshauptversammlung 2021 während der Corona-Pandemie war ein Antrag gescheitert, wonach der Verein weiter 75 Prozent der Anteile besitzen müsse. Präsident Herbert Hainer hatte damals die Mitglieder gebeten, gegen den Antrag und für die fünf Prozent zu stimmen, um "auch in schwierigen Situationen handlungsfähig" zu bleiben. Der damalige Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn argumentierte: "Wir brauchen diese Möglichkeiten, weil wir nicht wissen, was in Zukunft auf diesen Klub zukommen kann."

Fan-Kritik am Viessmann-Deal: "Wie wenig kann man zu seinem Wort stehen"

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der FC Bayern einen Konzerngesamtumsatz in Höhe von 978,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Dennoch entschied sich der Verein offenbar nun zu diesem Schritt. "Ohne jede Not" sei dieser erfolgt, kritisiert Fan Michael Ott, der in der Vergangenheit schon rund um das Katar-Sponsoring deutliche Kritik geübt hatte. "Wie wenig kann man zu seinem Wort stehen", schrieb Ott auf "X". "Schlag ins Gesicht aller Mitglieder des FCB", titelt er.

Auch den Vereinsvertretern schien diese Brisanz bewusst zu sein. "Wir haben einen Deal mit unseren Mitgliedern, dass wir nicht mehr als 30 Prozent verkaufen. Theoretisch könnten wir fünf Prozent verkaufen, ohne die Mitglieder zu fragen. Für mehr bräuchten wir eine Zweidrittelmehrheit. Und die werden wir niemals kriegen", sagte Ehrenpräsident Uli Hoeneß im November 2025 im "OMR"-Podcast.

Verkauf trotz finanziell "sehr komfortabler Lage" des FC Bayern

Der aktuelle Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen hatte Ende Juli bei seinem Besuch im Münchner Presseklub gesagt: "Ich denke, wir sind in der sehr komfortablen Lage, dass wir nicht für unser Geschäft unsere Anteile verkaufen müssten." Also: aus keiner Notlage heraus. Man verzeichne "seit Jahren positive Abschlüsse der Geschäftsjahre samt eines gewachsenen Eigenkapitals".

Wenig deutete auf den Verkauf der Anteile hin. Eine Hintertür ließ Dreesen damals aber offen, denn "auf der anderen Seite" argumentierte er: "Wenn man so etwas macht, muss das Unternehmen zu uns passen und muss den FC Bayern mit weiterentwickeln können." Viessmann, seit 2018 Sponsor des FCB, trauen die Münchner diese Aufgabe zu.

Im Video: Dreesen: "FC Bayern in komfortabler Lage, keine Anteile verkaufen zu müssen"

ARCHIV - 17.12.2025, Bayern, Unterhaching: Fußball: Bundesliga, Frauen: Pressekonferenz FC Bayern München zum Erwerb des Sportparks Unterhaching, uhlsport PARK. Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender FC Bayern München AG, nimmt an der Pressekonferenz teil. (zu dpa: «Deshalb reist Bayern-Vorstand Dreesen nicht nach Hongkong») Foto: Jens Niering/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Jan-Christian Dreesen

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