Am Samstag tritt der FC Bayern München am zweiten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison in Gelsenkirchen an. Für Manuel Neuer ein ganz besonderes Spiel. Es könnte sein letzter Auftritt auf Schalke sein, sein letzter Auftritt in der alten Heimat.
- Bundesliga: Schalke 04 - FC Bayern am Samstag, 5. September, ab 18.30 Uhr live in der Radioreportage
"Es ist natürlich für mich auch ein Traum, gerade im Hinblick, dass es wahrscheinlich auch meine letzte Saison sein kann und dass ich dann noch mal in der Veltins-Arena spielen darf - das ist für mich wirklich was Besonderes", sagte der Torhüter gegenüber DAZN.
"Ein Traum": Manuel Neuers Last Dance auf Schalke
Vor 35 Jahren hatte dort für ihn alles begonnen, bei den Junioren des FC Schalke 04. Zur Saison 2005/06 unterzeichnete der damals 19-Jährige seinen ersten Profivertrag. Sechs Spielzeiten lang stand der Keeper bei den Knappen im Tor, avancierte zum Kapitän und Führungsspieler und absolvierte 203 Pflichtspiele als Königsblauer.
Jetzt freut sich Neuer, dass sein Heimatklub nach drei Jahren zurück in der Bundesliga ist. "Für mich gehört der Verein einfach in die erste Liga, das ist klar", sagte er und erinnerte sich: "Ich bin da aufgewachsen, ich hab meine ganze Jugend dort verbracht, hab 20 Jahre für Schalke gespielt und dass ich jetzt noch mal in den Genuss komme, ist was Besonderes."
Bayern-Wechsel 2011: Vom Pokaljubel zum Pfeifkonzert
Schon als Kind stand Neuer in Blau-Weiß auf den Rängen des Schalker Stadions und feuerte sein Idol Jens Lehmann an. Vor seinem Abschied gewann Neuer im Mai 2011 noch seinen einzigen Titel mit dem FC Schalke 04, den DFB-Pokal. Der anschließende Wechsel an die Isar wurde für den gebürtigen Gelsenkirchener dann aber überschattet von der Missgunst einiger Bayern-Fans.
Sie empfingen ihn im Stadion mit "Koan-Neuer"-Zetteln, auf einem Plakat war zu lesen: "Neuer, du bist und bleibst ein Gast." Außerdem wurden seine Ballkontakte dauerhaft von Pfiffen untermalt. Auch bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen als Bayern-Torwart am sechsten Spieltag der Saison 2011/12 begleiteten diesmal die Schalke-Fans seine Aktionen mit einem Pfeifkonzert.
Gelsenkirchen und Tegernsee: Neuers zwei Heimaten
Doch Manuel Neuer ließ sich von alldem nicht beirren. Er zog sein Spiel durch und antwortete den Kritikern mit starken Paraden auf dem Platz. Mit seiner aktiven Spielweise prägte er das Torwartspiel wie kaum ein anderer. Und auch in seiner neuen Heimat hatte der Gelsenkirchener sich schnell eingelebt.
"Ich fühle mich ja hier am Tegernsee, in Bayern und in München wohl, und genauso fühle ich mich in meiner Heimat in Gelsenkirchen wohl", sagte Neuer und betonte, dass er sich nicht zwischen den beiden Orten entscheiden könne. "Natürlich wohnen wir jetzt hier in Bayern. Das ist die zweite Heimat geworden. Wir genießen die Ruhe, die Natur, die Landschaft und alles, was drumherum ist. Aber die Herkunft bleibt immer die Herkunft und ich weiß, wo ich aufgewachsen bin."
Neuers beeindruckende Bilanz auf Schalke
Seine Reisen an die alte Wirkungsstätte als Bayern-Torwart waren größtenteils mit Erfolgen verbunden. Nur zwei Gegentore hat er seit 2011 auf Schalke eingeschenkt bekommen. Seit November 2015 musste Manuel Neuer in der Veltins-Arena nicht mehr hinter sich greifen. Das soll auch so bleiben, wenn er mit dem FC Bayern am Samstag aufläuft: "Wenn wir gegen Schalke selber spielen, dann möchte ich zu Null spielen und gewinnen."
Wenn Schalke aber gegen Dortmund spielt, dann fiebert der 40-Jährige mit seinem Heimatverein mit. In den 35 Jahren, in denen Neuer schon auf dem Fußballplatz steht, gab es für ihn nur diese zwei Vereine: den FC Schalke 04 und den FC Bayern München. Und beide haben einen besonderen Platz in seinem Herzen: "Ich bin Gelsenkirchen, ich bin Schalke, aber ich habe auch die bayerische Gemütlichkeit".
Am Samstag steht Manuel Neuer also zum womöglich letzten Mal in seiner Karriere im Trikot der Roten zwischen den Pfosten der Königsblauen. Mögen die Fans beider Lager ihm einen ehrenvollen Abschied ganz ohne Pfeifkonzert vergönnen.
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