Der FC Bayern München hat sich nach einem bewegten Spiel in der Bundesliga Unentschieden von Bayer 04 Leverkusen getrennt. Der deutsche Rekordmeister musste gleich zwei Platzverweise hinnehmen und kam in der BayArena letztlich nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.
Garcia schockt FC Bayern früh
Die Bayern begannen wie erwartet mit Sven Ulreich im Tor. Dazu setzte Trainer Vincent Kompany in der Offensive auf Lennart Karl. Der angeschlagene Harry Kane saß dagegen lediglich auf der Bank. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Kompany vor Anpfiff bei Sky erklärte. Für den Engländer stand wie schon beim 6:1 (3:0) unter der Woche in der Champions League gegen Atalanta Bergamo Nicolas Jackson in der Startelf.
Die Hausherren kamen besser in die Partie. Leverkusen schaltete in der 6. Minute nach einem Ballverlust von Luis Diaz im Mittelfeld blitzschnell um. Der Ball landete bei Aleix Garcia, der im Strafraum von Jonathan Tah gestellt wurde, abdrehte und doch noch abzog. Der Schuss des Spaniers wurde durch Tah abgefälscht und flog in hohem Bogen am chancenlosen Ulreich vorbei ins Tor: 1:0.
Tahs Ausgleich zählt nicht
Die Bayern suchten nach der direkten Antwort, ließen aber Präzision vermissen, während sich Leverkusen auf das Verteidigen der Führung verlegte und nur über Konter gelegentliche Nadelstiche setzte.
In der 26. Minute schien Tah seine unglückliche Rolle vor dem Gegentor ausgeglichen zu haben, als er den Ball nach einem Freistoß in die Maschen des Bayer-Kastens bugsierte. Aber der VAR kassierte das vermeintliche 1:1 wieder ein, weil das Spielgerät dem Innenverteidiger im Vorfeld an den Ellenbogen gesprungen war.
Jackson fliegt mit glatt Rot
Fünf Minuten später mussten sich die Münchner sogar bedanken, dass es nicht 2:0 für die Werkself stand. Ein weiterer Bayer-Konter fand über Malik Tillman und Patrik Schick den Weg zum 18-jährigen Montrell Culbreath, der am Strafraumrand draufhielt und die linke Ecke nur knapp verpasste.
Kurz vor der Pause folgte der nächste Nackenschlag für den deutschen Rekordmeister. Jackson traf Martin Terrier bei einer Grätsche mit der offenen Sohle am Knöchel und wurde von Schiedsrichter Christian Dingert nach Ansicht der TV-Bilder völlig zurecht mit glatt Rot vorzeitig zum Duschen geschickt (42.).
Diaz nach der Pause im Pech
Der FCB ließ trotz des Schocks seine Klasse noch vor dem Gang in die Kabine aufblitzen. Josip Stanisic brach nach einem einfachen Doppelpass im Mittelfeld frei auf dem rechten Flügel durch. Die Flanke des kroatischen Nationalspielers in Richtung des auf links gestarteten Diaz wurde aber von Andrich zur Ecke geklärt.
Der deutsche Rekordmeister begann die zweite Halbzeit unverändert, während bei Bayer 04 Ibrahim Maza für Terrier kam. Der Tabellenführer blieb weiterhin am Drücker und suchte nach der Lücke in den Leverkusener Abwehrreihen, hatte dabei aber teilweise einfach Pech, wie etwa als Diaz in aussichtsreicher Position wegrutschte (52.).
Kane kommt und bringt die Wende - oder?
Derweil blieb Leverkusen durch Umschaltmomente brandgefährlich. Einmal schoss Tillman freistehend vor Ulreich knapp neben den Kasten (58.), kurz darauf rettete der Keeper gerade noch vor dem durchgebrochenen Schick (59.). Kompany hatte genug gesehen und brachte Kane und Leon Goretzka für Karl und Aleksandar Pavlovic (61.).
Der Wechsel machte sich beinahe augenblicklich bezahlt. Kane lief Bayer-Torwart Janis Blaswich an und blockte dessen Abschlag. Der Abpraller landete bei Diaz, der zu Kane ablegte, der nur noch einschieben musste.
VAR nimmt Kane-Tor zurück
Der Jubel der mitgereisten Bayern-Fans wurde allerdings jäh durch den Video-Assistenten unterbrochen. Der VAR holte Dingert an den Monitor, der den Ausgleich aberkannte, weil Kane den Ball bei seinem Block mit dem (angelegten) Arm berührt hatte.
Dennoch veränderte sich die Statik der Partie. Die Bayern wurden klarer in ihren Aktionen, was sich auszahlte. Andrich spielte im Mittelfeld einen Fehlpass in die Beine von Olise. Der Franzose bediente Diaz auf links, der sich die Gelegenheit dieses Mal nicht nehmen ließ und zum 1:1 abschloss.
Auch Diaz muss früher runter
Wenig später stand Diaz erneut im Rampenlicht: Zunächst sah der Kolumbianer wegen hohen Beins Gelb (74.), dann fiel er im Strafraum nach einer Berührung von Blaswich, was Dingert als Schwalbe wertete und auf Gelb-Rot entschied (84.).
In doppelter Überzahl drängte Leverkusen auf den Siegtreffer. Nachdem die Elf von Trainer Kasper Hjulmand einige Großchancen ausgelassen hatte, erzielte der eingewechselte Jonas Hofmann in der Nachspielzeit vermeintlich das 2:1, doch wieder schaltete sich der Kölner Keller ein und nahm das Tor wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung zurück (90.+3).
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