Es war ein hartes Stück Arbeit, welches der FC Bayern am Mittwochabend hinter sich gebracht hat. Im Estádio da Luz erkämpften sich die Münchnerinnen gegen ein robustes Benfica Lissabon ihren ersten Sieg in der UEFA Women's Champions League. Beim 3:0 in der Fremde fiel die Entscheidung erst in der Schlussphase. Mit nun vier Punkten aus zwei Spielen rangiert der FCB vorerst auf Platz drei der Tabelle.
Benfica klopft an, Harders Ballannahme verhindert mehr
Nach dem hart erkämpften Weiterkommen in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) am vergangenen Sonntag kehrte Trainer José Barcala zu seiner bestmöglichen Anfangsformation zurück und nahm neun Änderungen vor. Unter anderem rückten Klara Bühl, Pernille Harder und Giulia Gwinn in die Startelf zurück.
Der FC Bayern startete überlegen in die Partie, setzte sich immer wieder in der gegnerischen Hälfte fest. Einzig im letzten Drittel fehlte es den Halbfinalistinnen der vergangenen Saison an Durchschlagskraft. Den Zuschauern bot sich daher eine chancenarme erste Halbzeit - bis ausgerechnet die Gastgeberinnen für das erste größere Raunen im Estádio da Luz sorgten. Mit etwas Glück bekam Benfica-Stürmerin Frøya Brennskag-Dorsin zentral vor dem Strafraum den Ball, legte ihn auf ihren rechten Fuß und zog trocken ab. Bayern-Keeperin Ena Mahmutovic parierte den Schuss (33.).
Vom ersten gefährlichen Vorstoß der Portugiesinnen wurden die Bayern wachgerüttelt. In der Folge kam Harder nach einer Flanke von Franziska Kett zum Kopfball (35.). Zwei Minuten später wurde die 33-jährige Dänin von Damnjanovic halblinks im Sechzehner bedient, nur ihre Ballannahme verhinderte mehr. So brauchte Harder zu lange für ihren Abschluss, der darüber hinaus viel zu harmlos ausfiel (37.). Bis zum Pausenpfiff sollte der FCB noch einzelne Nadelstiche setzen, gegen ein robustes Benfica gab es aber kein Durchkommen, wodurch es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Halbzeitpause ging.
Wie ausgewechselt: Benfica setzt Bayern unter Druck
Zu Beginn der zweiten Halbzeit war auf Anhieb mehr Feuer drin. Zunächst scheiterte Andreia Norton mit einem satten Schuss auf das rechte untere Eck an Mahmutovic (46.), bei der darauffolgenden Ecke rauschte Brennskag-Dorsin nach einem verlängernden Kopfball nur haarscharf am zweiten Pfosten an der Kugel vorbei (47.).
Der FC Bayern benötigte ein paar Minuten, um mit dem forschen Auftritt seitens Benfica zurechtzukommen, und verzeichnete mit einer Mischung aus Schuss und Flanke durch Gwinn zumindest eine Halbchance (52.). Das Momentum war mittlerweile aber klar auf die Seite der Gastgeberinnen gewechselt, welche die die Münchnerinnen nun viel früher in deren Hälfte unter Druck setzten und regelmäßig einen tiefen Ballverlust erzwang. Nach einer Stunde schnupperte Benfica sogar an der Führung, als ein Kopfball von Chandra Davidson aus fünf Metern knapp am rechten Pfosten vorbeirauschte.
Bühl bricht den Bann, Harder und Kett legen nach
Es sollte bis in die 69. Minute dauern, ehe die Bayern erstmals aufdrehten. Mit der Hacke legte Dallmann an der Strafraumkante fein für Harder ab, die halblinks frei zum Abschluss kam und nur an der hervorragenden Torhüterin Lena Pauels scheiterte. Durch die Großchance kamen die amtierenden Meisterinnen aber auf den Geschmack - und schlugen schließlich zu. Bei einem Vorstoß über den linken Flügel ließ Bühl eine Gegenspielerin mit einem Haken aussteigen, zog aus etwa 17 Metern ab und brachte die Bayern auch mit Hilfe des Innenpfostens in Führung (74.).
In der Folge hielt der FCB das Tempo hoch, während Benfica allmählich die Luft ausging. So war das 2:0 nur die logische Konsequenz, Harder legte mit einem halbhohen Schuss aus elf Metern nach (80.). In der 88. Minute hatte Bühl schließlich im Sechzehner das Auge für Kett, die den Ball aus etwa zehn Metern per Direktabnahme zum 3:0-Endstand ins Netz beförderte.
Weiter geht es für die Bayern am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt in der Frauen-Bundesliga (17.55 Uhr).
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