Bodö/Glimt konnte sich in der vergangenen CL-Saison gegen mehrere Top-Mannschaften beweisen
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Bodö/Glimt konnte sich in der vergangenen CL-Saison gegen mehrere Top-Mannschaften beweisen
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Bodö/Glimt konnte sich in der vergangenen CL-Saison gegen mehrere Top-Mannschaften beweisen

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Die Macht des Kollektivs: So gefährlich ist Bodö für Bayern

Die Macht des Kollektivs: So gefährlich ist Bodö für Bayern

Ein Klub vom Polarkreis fordert die Champions-League-Topklubs heraus – und setzt dabei weniger auf große Namen als auf das Kollektiv. Bodø/Glimt verkörpert das norwegische Prinzip Janteloven wie kaum ein anderer Verein. Nun wartet der FC Bayern.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Im Jahr 1933 prägte der Autor Aksel Sandemose den Begriff "Janteloven", eine Art Verhaltenskodex und Leitfaden für ein respektvolles Miteinander in der skandinavischen Kultur. Das Jante-Gesetz gilt seither als tief verwurzelt in der skandinavischen und vor allem norwegischen Gesellschaft. Die Quintessenz des Janteloven lautet: Niemand soll von sich glauben, dass er etwas Besonderes sei, mehr wisse oder klüger sei als seine Mitmenschen.

Im Sport zeigt sich dieser Sozialkodex besonders deutlich. Ob im Langlaufen, im alpinen Skisport oder im Fußball: Die Nationalteams treten trotz einzelner Stars wie Johannes Klaebo, Aleksander Aamodt Kilde und Erling Haaland als Kollektiv auf. Der Erfolg des Einzelnen ist der Erfolg aller. Welche Dynamik dieses Miteinander entwickeln kann, zeigten nicht zuletzt die norwegischen Fans mit ihrem Viking Row bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko.

Vom Polarkreis in die Königsklasse

Auf Vereinsebene steht der FK Bodö/Glimt für die norwegische Mentalität wie kaum eine andere Mannschaft. Angesiedelt in der Stadt Bodö direkt am Polarkreis an der Küste des Vestfjords, kommt der Klub aus einer Region, in der schroffe Berge hinter blauem Meer in den Himmel ragen – pure skandinavische Idylle. Wer sich Fotos von Bodö ansieht, denkt eher an Langlaufen, Wandern oder Angeln als an Spitzenfußball.

Doch der heimische Fußballverein hat sich in den vergangenen Spielzeiten vom Polarkreis bis in die Königsklasse des europäischen Fußballs gearbeitet. Trotz vergleichsweise geringer finanzieller Möglichkeiten und obwohl der norwegische Verband bis 1972 eine Teilnahme nordnorwegischer Klubs an der höchsten Liga untersagte, weil deren Qualität als zu gering eingeschätzt wurde. Drei Jahre später konnte Bodö die Liga bereits gewinnen, der Start einer Entwicklung, die vergangene Saison ihren Höhepunkt erlebte.

Mut, Demut und breite Brust

Denn die "Gule Horde" ("gelbe Horde") war das Überraschungsteam der vergangenen Champions-League-Saison, der Favoritenschreck, der Underdog nördlich des Polarkreises. FK Bodö/Glimt besiegte auf seinem furiosen Weg ins Achtelfinale unter anderem die Schwergewichte Manchester City (3:1), Atlético Madrid (2:1) und Inter Mailand (3:1, 2:1). Superstars wie Haaland, Phil Foden oder Lautaro Martínez staunten nicht schlecht, als sie gegen die Skandinavier das Nachsehen hatten.

Der fast komplett norwegische Kader schaffte es gerade durch seinen tief verwurzelten Teamgeist und das ausgeprägte Miteinander, gegen einige der Topmannschaften der Welt zu bestehen. Experten bezeichnen das Spiel der Norweger als "schlau", "eingespielt" und "technisch sauber". Besonders hervorgehoben wird jedoch, dass sich die Wikinger auch von Hochkarätern des europäischen Fußballs nicht beeindrucken lassen.

Starkes Teamgefüge, drei besondere Spieler

Auch FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany warnt vor einem Gegner, der sich in Europa Respekt verschafft hat. Ein intensiver Kontrahent mit einem klaren Plan: "Jeder Spieler kann laufen", erklärte Kompany bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie. "Jeder Spieler ist gut am Ball, manche sind außergewöhnlich. Jeder Spieler will verteidigen, jeder Spieler will pressen. Man kann sehen, dass sie eine sehr klare Idee haben."

Die Stärke des fast komplett norwegischen Kaders liegt zweifellos im Teamgefüge. Drei Spieler stechen dennoch hervor: Linksaußen Jens Petter Hauge, Regisseur Sondre Auklend und Stürmer Andreas Helmersen.

Bodö-Trainer Knutsen bescheiden vor Duell gegen den FC Bayern

Auch in dieser Saison treten die Norweger mit breiter Brust zum Champions-League-Auftakt an. Bodö hat bereits 19 Spieltage hinter sich und 15 davon gewonnen. Und trotzdem ist da diese ebenfalls im Janteloven verankerte Demut und Bescheidenheit. Trainer Kjetil Knutsen sagte: "Wir wissen, dass wir gegen das momentan wohl beste Team der Welt spielen. Das ist etwas Besonderes. Wir haben schon gegen viele gute Mannschaften gespielt, aber ich denke, sie sind die Besten."

Vielleicht ist genau diese Mischung das Erfolgsgeheimnis von Bodö/Glimt: Selbstvertrauen, ohne sich über andere zu stellen, und individuelle Klasse, ohne den Zusammenhalt aus den Augen zu verlieren. Die Norweger zeigen, dass man Großes erreichen kann, ohne sich selbst größer zu machen, als man ist – ganz im Sinne des Janteloven.

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