Die Clubfrauen empfangen am Freitag ab 18.30 Uhr in der Frauen-Bundesliga den direkten Abstiegskonkurrenten aus Hamburg. Im heimischen Max-Morlock-Stadion haben sie die Fans auf ihrer Seite. "Ich liebe Heimspiele. Ich freue mich da immer noch ein Ticken mehr drauf, wenn das vor der Tür steht", äußerte sich FCN-Kapitänin Luisa Guttenberger vor der Partie im exklusiven BR24Sport-Interview.
Club-Kapitänin Guttenberger: "Wir sind bereit"
Das letzte Bundesliga-Spiel ist fast vier Wochen her, die Länderspielpause hat die Bundesliga-Teams aus dem Rhythmus gebracht. Und trotzdem gibt sich die 27-Jährige kampflustig: "Wir sind bereit. Klar haben wir eine gute Ausgangsposition, aber es kann auch extrem schnell wieder anders ausschauen."
Die Ausgangslage ist folgende: Tabellenplatz elf, vier Punkte Vorsprung auf die Hamburgerinnen und sieben Zähler auf die Abstiegsränge. Da sind der HSV, Essen und Jena viel mehr im Zugzwang. Dennoch ist das Polster weitaus weniger komfortabel, als es sich liest. Schließlich kommt der FCN nach einer starken Hinrunde in der Rückrunde überhaupt nicht mehr in den Tritt: Nur vier Punkte aus neun Spielen - eine solche Punkteausbeute reicht eigentlich nicht, um in Deutschlands höchster Spielklasse zu verbleiben.
Hinspielsieg gibt Rückenwind
"In der Hinrunde haben wir viele Mannschaften in einer gewissen Art und Weise überraschen können mit unserem Spielstil", erklärte Guttenberger den Leistungseinbruch nach dem Jahreswechsel und führt aus: "Wir sind sehr konterstark, wir sind umschaltstark, wir haben sehr schnelle Spieler vorne. Dann ist es schon so, dass Mannschaften darauf einfach besser vorbereitet sind."
Trotzdem seien enorme Schritte nach vorne gemacht worden, so die Kapitänin. Auch aus dem 2:1-Sieg im Hinspiel gegen den HSV könne man einiges mitnehmen. Damals waren die Clubfrauen zwar zunächst in Rückstand geraten, konnten dann allerdings durch die Treffer von Svensson Senelius und Lein die Partie auf ihre Seite ziehen. "Das hat auch ein Momentum ausgelöst, wo man sagt: 'Okay hey, wir gewinnen auch die wichtigen Partien.'" Deswegen sei das in der Hinrunde für die Nürnberger Frauen nicht nur ein toller, sondern auch ein wichtiger Sieg gewesen.
Coach Oostendorp rät zur Ruhe
Im Rückspiel erwartet Guttenberger nun ein ähnlich kampfbetontes Spiel und einen nicht zu unterschätzenden Gegner. "Es ist eine Mannschaft, die wirklich nicht einfach zu bespielen ist, wo wir wirklich einen extremen Fokus haben müssen und unseren Matchplan dann auch durchziehen."
Aber Club-Trainer Thomas Oostendorp sei es wichtig, dass sich seine Spielerinnen auch auf ihre eigenen Stärken konzentrieren, erklärte Guttenberger. "Jede Spielerin weiß, was dieses Spiel auch für eine Wirkung und Wichtigkeit hat. Deswegen glaube ich, versucht der Trainer uns da eher ein bisschen zu beruhigen."
Problem Defensive: "Viel Lehrgeld bezahlt"
Gerade in der Defensive wäre das Einsetzen der eigenen Stärken wichtig, denn mit 53 Gegentoren hätten die Clubfrauen die löchrigste Abwehr der Liga. "Im Defensivverhalten haben wir sowohl in der Hinrunde als auch in der Rückrunde viel Lehrgeld bezahlt. Das waren Dinge, die dürfen uns so nicht passieren." Aber auch der HSV und Jena verzeichnen genauso viele Gegentore. Mit 28 erzielten Treffern hat der FCN trotzdem einen Vorteil gegenüber den Hamburgerinnen.
Und diese Statistik wollen sie am Freitag nochmal ausbauen. Ein Sieg könnte schon die Vorentscheidung im Abstiegskampf sein, denn auch Jena und Essen treten am 23. Spieltag gegeneinander an - zwei direkte Duelle des Tabellenkellers also.
"Erfahrungsschatz" als Schlüssel zum Klassenerhalt
Schon in der Saison 2023/24 kämpften die Clubfrauen gegen den Abstieg. Damals fehlten allerdings vier Punkte, um die Klasse zu halten. In dieser Saison ist die Situation jedoch eine andere, sagt Guttenberger: "Ich glaube, das war damals extrem viel Neuland für uns alle und wir haben einfach viele Lehren auch draus gezogen."
Diesmal ist der Klassenerhalt greifbar. Nach dem Duell gegen den HSV stehen den Nürnbergerinnen zwar noch die hochkarätigen Gegnerinnen aus Frankfurt und Wolfsburg gegenüber, aber am vorletzten Spieltag gegen die SGS Essen bietet sich nochmal eine Möglichkeit, den Abstieg im direkten Duell zu verhindern - sollte das überhaupt noch nötig sein.
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