Mark van Bommel übernimmt die belgische Nationalmannschaft
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Mark van Bommel übernimmt die belgische Nationalmannschaft
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Unbequem und hart: Belgien setzt auf van Bommels Bayern-DNA

Unbequem und hart: Belgien setzt auf van Bommels Bayern-DNA

Mark van Bommel übernimmt als Trainer der belgischen Nationalmannschaft. Bei den Roten Teufeln sind unter anderem jene Qualitäten gefragt, die den Niederländer einst als Leader beim FC Bayern ausgezeichnet haben.

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Ein großer Name bedeutet noch lange keinen großen Erfolg – das weiß Mark van Bommel selbst nur zu gut. "Garantien kriegt man nur auf Waschmaschinen", meinte der Niederländer in einem launigen Interview im Jahr 2010, als er beim FC Bayern München noch die Kapitänsbinde getragen hatte.

Sein Weg als Trainer ist von Höhen und Tiefen geprägt – ein Umstand, der angesichts seiner neuen Rolle als belgischer Nationaltrainer riskant erscheinen mag. Doch die Roten Teufel wollen von jener Qualität profitieren, die ihn einst in München so unentbehrlich machte.

Argumente sammelte van Bommel nur in Belgien

Dass van Bommel auf den Franzosen Rudi Garcia, der mit Belgien im Viertelfinale der WM 2026 an Spanien gescheitert war (1:2), folgt, gleicht durchaus einer Überraschung. Zwei Jahre ist sein letztes Engagement im Profifußball her – und doch traut ihm der Königliche Belgische Fußballverband (RBFA) zu, etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Das liegt vor allem an seinen Errungenschaften in Belgien selbst.

Zwischen 2022 und 2024 hatte van Bommel bei Royal Antwerpen in der Jupiler Pro League das Kommando. In der Saison 2022/23 führte der 49-Jährige "The Great Old" in einem epischen Dreikampf in der Nachspielzeit am letzten Spieltag zur ersten Meisterschaft seit 66 Jahren. Darüber hinaus bejubelte er sowohl den Gewinn des nationalen Pokals als auch des Supercups.

Erfolge, die er aus den vorangegangenen Jahren nicht kannte: Beim VfL Wolfsburg saß van Bommel in der Saison 2021/22 nur 13 Spiele auf der Trainerbank. Mit der PSV Eindhoven feierte er 2018 die Vizemeisterschaft, ehe es steil bergab ging.

Ein "atypischer Niederländer" hat in Belgien das Sagen

Bei den Roten Teufeln wagt van Bommel nach seiner Pause nun einen Neustart – und das auf der ganz großen Bühne. "Belgien verfügt über herausragende Spieler und ein enormes Potenzial", wurde er in einer Verbandsmitteilung zitiert. "Gemeinsam mit meinem Trainerteam wollen wir eine Mannschaft aufbauen, die diszipliniert, ehrgeizig und mutig genug ist, um sich mit den Besten zu messen."

Damit fasste er seine Philosophie in nur wenigen Worten treffend zusammen und unterstrich, warum er in der Fußballwelt als "atypischer Niederländer" gilt. "Im Gegensatz zu vielen niederländischen Trainern legt er neben dem Ballbesitzspiel großen Wert auf Struktur und Organisation", erklärte Stef Wils, einstiger Co-Trainer unter van Bommel in Antwerpen. "Natürlich denkt er nicht nur ans Verteidigen, aber er baut alles auf einer guten Organisation auf und versucht, von dort aus das Spiel zu gestalten."

Van Bommel bleibt sich selbst treu

Ein Ansatz, der seiner Spielweise als Profi durchaus nahekommt. Vor allem während seiner Zeit beim FC Bayern München zwischen 2006 und 2011 war van Bommel für seine Geradlinigkeit und Härte bekannt und galt gemeinhin als Synonym für den Begriff "Aggressive Leader". Im Trikot des deutschen Rekordmeisters kam er auf 187 Pflichtspiele, in welchen er stolze 56 Gelbe Karten anhäufte und viermal mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde.

Eine solche Kompromisslosigkeit und Widerstandsfähigkeit – diese unbequeme Art – möchte van Bommel der belgischen Nationalmannschaft injizieren. Seit dem bitteren Viertelfinal-Aus bei der WM 2026 gilt die "Goldene Generation" rund um Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois als endgültig gescheitert. Zu oft wurde dieser in sämtlichen Turnieren seit 2014 hoch gehandelten Mannschaft in den entscheidenden Momenten der Schneid abgekauft.

Der RBFA traut van Bommel den mentalen Turnaround zu, der letztendlich auch den ersehnten ersten Titel in der Verbandsgeschichte einbringen soll. Bei der EM 2028 in England, Schottland, Wales und der Republik Irland bietet sich die erste Chance dafür. Und wer weiß: Vielleicht sind dann auf dem Rasen jene Qualitäten zu sehen, welche van Bommel einst selbst als Spieler ausgezeichnet haben.

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