Die Ära Jürgen Klopp ist am Donnerstagabend mit einem 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande gestartet. Im Auftaktspiel der Nations League wirkte die DFB-Elf zunächst zwar unterlegen, doch nach dem Führungstreffer durch Felix Nmecha in der 32. Minute drehten die Deutschen allmählich die Dynamik der Partie. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit schafften die Niederländer durch Cody Gakpo den Ausgleich. Die Sahneflanke kam dabei ausgerechnet von Ruben van Bommel - dem Sohn der FC-Bayern-Legende Mark van Bommel.
Kurz vor dem Anpfiff musste Klopp bereits auf die erste kleine Hiobsbotschaft reagieren. Jamal Musiala, der ursprünglich in der Startelf stand, musste sein Aufwärmprogramm vorzeitig abbrechen. Wie der DFB mitteilte, hatte der FC-Bayern-Star ein Ziehen im Oberschenkel verspürt. Für ihn rückte kurzfristig Nadiem Amiri in die Startelf.
Keine Startelf-Experimente, Havertz musste angeschlagen ausgewechselt werden
Abgesehen von diesem kurzfristigen Wechsel verzichtete Klopp zum Nations-League-Auftakt auf größere Experimente. Lediglich der Freiburger Philipp Treu feierte sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft in der Startelf. Gemeinsam mit Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Nathaniel Brown bildete er die Viererkette vor Torwart-Rückkehrer Marc-André ter Stegen. Kapitän Joshua Kimmich agierte im defensiven Mittelfeld und bildete gemeinsam mit Felix Nmecha und Amiri das Zentrum. Im Angriff sollten Karim Adeyemi und Kevin Schade für Tempo sorgen, während Kai Havertz als Stoßstürmer zum Einsatz kam.
Doch auch Havertz hielt nicht lange durch. Der Angreifer des FC Arsenal musste nach 28 Minuten angeschlagen ausgewechselt werden und verließ den Platz in Amsterdam leicht humpelnd. Wenige Minuten zuvor war Havertz von Jurrien Timber schmerzhaft über dem rechten Knie getroffen worden. Sein rechter Oberschenkel und das Knie waren anschließend deutlich verschrammt. Für ihn kam Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt ins Spiel – damit feierte unter dem neuen Bundestrainer bereits der zweite Spieler nach Treu sein Debüt.
Tor für Niederlande aberkannt
Das DFB-Team hatte in der Anfangsphase große Mühe, mit dem hohen Tempo der Oranje mitzuhalten. Immer wieder setzten die Niederländer die deutsche Defensive unter Druck und stellten die Offensive vor Probleme. In der 13. Minute zappelte der Ball erstmals im deutschen Netz: Virgil van Dijk stieg nach einer Ecke am höchsten und drückte den Ball mit der Schulter über die Linie. Der Treffer zählte jedoch nicht, weil Torwart ter Stegen zuvor von Brian Brobbey behindert worden war.
Auch nach diesem Schockmoment fand Deutschland nur schwer in die Partie. Die DFB-Elf konnte sich kaum festsetzen und entwickelte nur selten Druck nach vorne. Umso überraschender fiel in der 32. Minute die Führung. Über Treu und Adeyemi gelangte der Ball in den Fünfmeterraum, wo Nmecha aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob.
Brown und Adeyemi wirbelten vor dem Tor
Wenig später bot sich Adeyemi sogar die große Chance zum zweiten Treffer. Gemeinsam mit FCB-Youngster Nathaniel Brown stürmte er auf das niederländische Tor zu und bekam einen perfekten Pass serviert, setzte den Ball aus aussichtsreicher Position jedoch deutlich über das Tor. Die Oranje reagierte auf die deutsche Druckphase mit schnellen Kombinationen und erhöhtem Tempo. Dabei wirkte auch ter Stegen nicht immer sicher und ermöglichte den Niederländern mit einigen ungenauen Aktionen beinahe gefährliche Gegenstöße.
Auch nach der Pause blieb die Partie turbulent. In einer guten Möglichkeit des DFB-Team setzte sich Brown auf der linken Seite durch und steckte auf Adeyemi durch. Doch erneut verfehlte der Flügelspieler das Tor und setzte den Ball über die Latte.
Ter Stegen mit Glanzparade gegen van Bommel
Ter Stegen strahlte auch im zweiten Durchgang nicht die gewohnte Souveränität aus. Nachdem er einen Eckball mit einer Hand nach vorne abgewehrt hatte, kam Mexx Meerdink aus kurzer Distanz zum Abschluss. Der deutsche Schlussmann musste erneut eingreifen und klärte die gefährliche Situation.
Die Niederländer wurden nun zunehmend offensiver und drängten mit aller Macht auf den Ausgleich. Besonders Meerdink sorgte mit mehreren scharfen Abschlüssen für Gefahr, scheiterte jedoch entweder an ter Stegen oder setzte den Ball über das Tor. Eine Glanzparade gelang Ter Stegen ausgerechnet gegen Ruben van Bommel, den Sohn des ehemaligen FCB-Spielers Mark van Bommel. Van Bommel schaffte wenig später die Wiedergutmachung: Er ermöglichte durch eine Sahneflanke auf Gakpo den späten Ausgleichstreffer.
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