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Déjà vu für Kayabunar: Der neue 1860-Coach und alte Probleme

Déjà vu für Kayabunar: Der neue 1860-Coach und alte Probleme

Alper Kayabunar ist beim TSV 1860 München vom Interimscoach zum Cheftrainer aufgestiegen. Nun muss er die Löwen durch eine Krise navigieren. Dabei könnten ihm seine Erfahrungswerte von seiner Zeit bei Türkgücü helfen. Immerhin gibt es Parallelen.

Auch wenn es in den vergangenen Wochen und Monaten drunter und drüber gegangen ist beim TSV 1860 München, dürfen sich die Löwen über etwas Kontinuität freuen. Langsam klären sich die offenen Fragen, die sich im Zuge des Zwangsabstiegs, des Bruchs mit Investor Hasan Ismaik und der Insolvenz auftaten.

Am Sonntag kam eine weitere Antwort hinzu - und zwar jene auf die Trainerfrage. Ende Juni hatte sich Markus Kauczinski verabschiedet und damit die Mammutaufgabe abgegeben, die Löwen beim Neuanfang nach dem Zwangsabstieg zu betreuen. Nun steht fest, dass Interimslösung Alper Kayabunar langfristig als Chefcoach bleibt. Am Sonntag gab 1860 bekannt, dass der 40-Jährige und sein Co-Trainer Vincent Saller einen Vertrag bis 2028 unterschrieben haben.

Meistertrainer der Junglöwen

Das Duo hatte sich mit starken Leistungen empfohlen: Kayabunar und sein Co. führten die U21 in der vergangenen Spielzeit souverän zur Meisterschaft in der Bayernliga Süd. Bereits während der Drittliga-Saison sprang Kayabunar als Interimstrainer bei den Profis ein und holte beim 2:2 gegen Viktoria Köln einen Punkt.

"Alper und Vincent haben in der vergangenen Saison in der Bayernliga Süd hervorragende Arbeit abgeliefert und den Meistertitel geholt. Auch in der Saisonvorbereitung konnten die beiden zeigen, dass sie die Richtigen für diese Aufgabe sind", zitiert eine Vereinsmitteilung Geschäftsführer Thomas Probst. "Daher haben wir uns voller Überzeugung und Freude entschieden, den beiden das Vertrauen zu schenken, und freuen uns auf den gemeinsamen Weg."

Doch kann sich der bisherige Junglöwen-Trainer und Aushilfe-Coach der ersten Mannschaft langfristig in einem Verein halten, bei dem sich gerade alles verändert?

Lange Zeit bei Türkgücü München

Was helfen dürfte: Kayabunar ist kein Greenhorn und kennt den Münchner Fußball: 1985 in der bayerischen Landeshauptstadt geboren, startete seine Spielerkarriere beim FC Bayern. Nach seiner sechsjährigen Ausbildung heuterte er im Sommer 1998 beim SV Gartenstadt Trudering an.

Nach Stationen bei der SpVgg Unterhaching, beim TSV Ottobrunn, dem SC Badham/Vaterstetten sowie bei Grüne Heide Ismaning wechselte Kayabunar zu Türkgücü München, wo er nach seiner aktiven Karriere Co-Trainer wurde. In den kommenden Jahren marschierte der Verein bis in die 3. Liga durch.

Schon bei Türkgücü wurde er vom Interimstrainer zum Chef

Schon 2021 war er bei seinem ehemaligen Verein in der Rolle des Interimstrainers: Während Türkgücü einen Nachfolger für den damals entlassenen Peter Hyballa suchte, sprang Kayabunar ein. Dabei überschritt der Verein die Frist von 15 Werktagen, die ein Trainer ohne Fußballlehrer-Lizenz Cheftrainer sein darf. Kayabunar musste den Posten räumen.

Erst in der nächsten Saison kam er - nun mit Lizenz in der Tasche - zurück und übernahm den Klub erneut. Die Transformation vom Interimscoach zum Chef ist Kayabunar also schon einmal geglückt.

Kayabunars Déjà-vu: Auch Türkgücü erlebte Zwangsabstieg

Was ihm bei 1860 in die Karten spielen könnte: Das Szenario Zwangsabstieg kennt er von Türkgücü. Im Frühjahr 2022 hatten die Münchner nach einer Insolvenz die 3. Liga verlassen müssen. Kayabunars Vertrag als Cheftrainer wurde nach einem Jahr Regionalliga verlängert. Erst als Türkgücü Ende der Saison 2024/25 auch die Lizenz für die Regionalliga verlor, verließ Kayabunar den Verein und übernahm die zweite Mannschaft von 1860.

Nun erlebt Kayabunar ein Zwangsabstiegs-Déjà-vu, auch wenn die Situation bei den Löwen deutlich verworrener ist. Es liegt nun an ihm, einen in großen Teilen neuen Kader zu einer Mannschaft zu formen und bei all der finanziellen Ungewissheit den Aufstieg in die dritte Liga zu schaffen.

Lange Zeit hat der neue Löwendompteur für die Vorbereitung jedenfalls nicht mehr: Für den TSV 1860 München startet die Regionalliga-Saison am 1. August. Dann treten die Löwen beim 1. FC Schweinfurt 05 an. Nach dem Abstieg hatte sich 1860 in der 19er-Staffel zum Auftakt ein spielfreies Wochenende gewünscht, um mehr Zeit für die Planung bis zum ersten Pflichtspiel in der Liga zu haben. Zeit, die Kayabunar nun zugutekommen kann.

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