Vor einem Jahr kehrte Florian Niederlechner gemeinsam mit Kevin Volland zum TSV 1860 München zurück. Damals herrschte Euphorie, der Traum von der Rückkehr in die 2. Bundesliga schien greifbar. Wenige Monate später folgte jedoch der Schock: Insolvenz und Zwangsabstieg in die Regionalliga.
Während viele Spieler den Verein verließen, entschied sich Niederlechner bewusst für den Verbleib. Er identifiziert sich wie kaum ein anderer Spieler mit dem Verein: "Schon früher stand ich in der Kurve und habe Benny Lauth angehimmelt", verrät der 35-Jährige im BR24Sport-Interview.
Niederlechner: "Bin froh, ein Blauer geworden zu sein"
Aus dem Fan von damals ist heute eine Identifikationsfiguren des Vereins geworden. Die Liebe zum Verein hat sich bereits auf die nächste Generation übertragen: Auch in seiner Familie wird die Löwen-Leidenschaft gelebt. "Meine beiden Söhne sind voll Sechzger", sagt Niederlechner stolz. Zwar müsse er manchmal dagegenhalten, "dass es in München auch einen anderen Verein gibt", weil der FC Bayern bei vielen Kindern präsenter sei, "aber meine Jungs sind schlau und stolz, dass ich geblieben bin".
Niederlechner wuchs in Hohenlinden, unweit der Landeshauptstadt auf. Der älteste Spieler im Kader machte seine Jugendausbildung beim TSV 1860 München. "Ich bin einfach froh, ein Blauer geworden zu sein - weil es wirklich ein unglaublich schöner Verein ist", so Niederlechner weiter. Vor allem der Enthusiasmus der Sechzger-Fans beeindruckt den Stürmer.
Niederlechner: "Wollte keinen im Stich lassen"
Und gerade wegen der Fans war für Niederlechner nach dem Horrorszenario Zwangsabstieg vor einem Monat schnell klar, beim Verein zu bleiben und zu helfen. "Auch wenn es eine schwere Zeit für mich war - aber ich wollte dabei sein und keinen im Stich lassen", sagt der 35-Jährige. "Ich habe soviel Zuspruch bekommen, so viele Fans haben mich gebeten zu bleiben. Denn die Löwen-Familie hält zusammen in guten wie in schlechten Zeiten."
Im Verein herrscht mittlerweile wieder Aufbruchstimmung. Die Fans unterstützen die Mannschaft wieder. "Vor drei Wochen lag alles in Trümmern - und jetzt ist überall die Euphorie zu spüren. Der echte Sechzger hält immer zum Verein", stellt Niederlechner fest.
"Wir sind noch in schweren Zeiten, aber auf einem guten Weg. Ich hoffe, der Verein kommt jetzt zur Ruhe und kann sich ins Positive weiterentwickeln - das liegt aber allein an uns und wir werden alles daran setzen, dass es uns gelingt." Florian Niederlechner, TSV 1860 München
Fans mit "geiler Leistung" entlohnen
"Wenn man die ganzen Spenden sieht Zuerst haben sie eine Dauerkarte gekauft. Dann waren die nichts mehr wert. Vier Wochen später holt jeder wieder eine Dauerkarte. Jeder gibt so viel Geld aus für den Verein, dass er ihn unterstützen kann. Ich hoffe, dass wir es den Fans in geiler Leistung zurückzahlen können".
Sportlich wartet nach dem 2:2 zum Saisonauftakt in Schweinfurt nun mit der zweiten Mannschaft des FC Augsburg eine besondere Aufgabe für Niederlechner, der zwischen 2019 und 2023 mehr als 100 Bundesligaspiele für die Schwaben absolvierte. BR24Sport überträgt die Partie am Freitag ab 19 Uhr im Livestream.
Die Regionalliga-Saison 2026/27 im BR24Sport-Livestream
BR24Sport überträgt auch in der Regionalliga-Saison 2026/27 an jedem Spieltag ein Topspiel im Livestream im Web, in der BR24-App und in der ARD Mediathek. Die nächsten Spiele:
- 3. Spieltag, 7. August 2026 - 19 Uhr: TSV 1860 München - FC Augsburg II
- 4. Spieltag, 14. August 2026 - 19 Uhr: FC Memmingen - TSV 1860 München
- 5. Spieltag, 21. August 2026 - 19 Uhr: SpVgg Bayreuth - FV Illertissen
