Rund 52 Jahre ist es her, dass der Song "Bad Company" der gleichnamigen britischen Band im Jahr 1974 veröffentlicht wurde. Ein Lied aus dem Genre-Grenzbereich zwischen Rock und Metal, das laut Sänger Paul Rodgers "ein Gefühl von beinahe biblischer, paradieshaftiger Art der Gesetzlosigkeit" verkörpert und dessen eindrücklicher Refrain mit den Worten "Bad Company 'til the day I die" immer wieder für einen Ohrwurm sorgt.
Kompany mit 40 auf Heynckes' Spuren
Der Titel des Evergreens bedeutet so viel wie schlechte Gesellschaft und verkörpert damit das absolute Gegenteil dessen, was Fans des FC Bayern München mit ihrem nur minimal anders buchstabierten Cheftrainer Vincent Kompany verbinden. Der Belgier ist seit Juli 2024 Trainer beim FCB und hat damit fast fünf Prozent seines Lebens an der Seitenlinie des deutschen Rekordmeisters verbracht, denn: Kompany feiert am Freitag seinen 40. Geburtstag.
In seinen rund zwei Jahren als Bayern-Coach hat der ehemalige Weltklasse-Innenverteidiger etwas geschafft, das in der jüngeren Vereinsgeschichte von seinen teils deutlich erfahreneren Amtsvorgängern so nur Jupp Heynckes gelungen ist.
Kompany steuert Bayern in ruhige Gewässer
Kompany, den die FCB-Führung mehr oder weniger als Notlösung verpflichtet hatte, hat den FC Bayern befriedet. Die Hektik vergangener Tage in der Säbener Straße ist einer selbstbewussten Ruhe gewichen, die der Hauptübungsleiter in jedem Interview und jeder Pressekonferenz aufs Neue ausstrahlt. Eine Art "Mia san mia" ohne den manchmal arrogant wirkenden Beigeschmack.
Kompany maßregelt seine Spieler nicht öffentlich. Personalprobleme werden hingenommen und bewältigt. Fragen von Reportern beantwortet er höflich und manchmal mit Humor. Kompany wirkt offen, verrät dabei aber nie mehr über seine Pläne, als nötig. Wenn er spricht, hört man zu, wie etwa, als er sich vor einigen Wochen zum Rassismus-Skandal um den Brasilianer Vinicius Junior äußerte.
Vincent Kompany
Bayerns kugelsichere Weste
Auf regelmäßige Aufreger wie unter Thomas Tuchel oder Zitate nach dem Vorbild von Pep Guardiola ("Thiago oder nix") wartet man vergeblich. Kompany kommt wie eine kugelsichere Weste für den FCB daher, die den Verein sowohl vor "Friendly Fire" als auch vor Fremdbeschuss schützt.
Dabei hilft ihm natürlich der sportliche Erfolg seiner Mannschaft. Nach seiner Debütsaison in München, an deren Ende nach einigen Höhen und Tiefen "nur" die Deutsche Meisterschaft stand, dominiert sein Team seine Gegner mit mitreißendem Fußball.
Bayerns schwarze Real-Serie endet unter Kompany
Jüngster Beweis für den Erfolg der Kompany-Methode war das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid am vergangenen Dienstag. Erstmals seit 25 Jahren konnte ein Bayern-Team nach 90 Minuten im legendären Estadio Santiago Bernabeu wieder als Sieger vom Platz gehen.
Das Ende der schwarzen Serie lag zwar auch daran, dass sich die Star-gespickte Real-Offensive an Torwart Manuel Neuer die Zähne ausbiss, aber Fußball ist eben ein Mannschafts- und Ergebnissport, sodass das 2:1 (1:0) in Kompanys Bayern-Bilanz einfließt.
Kompany bis 2029 unter Vertrag
Seinem Oeuvre an der Isar würde der Trainer in der laufenden Saison nur zu gerne das Triple hinzufügen. Die Ausgangslage könnte kaum besser sein. In der Bundesliga ist man der Konkurrenz bereits so gut wie uneinholbar enteilt, während man im DFB-Pokal im Halbfinale steht und in der Königsklasse nach dem Hinspiel-Sieg gute Aussichten hat, in die nächste Runde einzuziehen.
Kompanys Zukunft in München dürfte genauso wenig vom Gelingen des dritten Trophäen-Dreierpacks der Klub-Historie abhängen wie sein Status als Fan-Liebling. Beide sind auf absehbare Zeit gesichert, auch weil sein Vertrag zuletzt vorzeitig um zwei Jahre bis 2029 verlängert wurde. Eine Weiterbeschäftigung darüber hinaus scheint nicht ausgeschlossen.
Wird "Great Kompany" ein Fansong?
Ähnliche Bewunderung wie in München hatte Kompany bereits zu seiner Zeit als Spieler bei Manchester City hervorgerufen. Die Anhängerschaft der Skyblues feierte ihren Kapitän gerne mit einem eigenen "Here's to You Vincent Kompany"-Gesang zur Melodie des Simon & Garfunkel-Klassikers "Mrs. Robinson".
Gut möglich, dass die Bayern-Fans irgendwann selbst mit einer musikalischen Honorierung nachlegen. Eine musikalische Vorgabe mit "Bad Company" existiert ja bereits. Und ein Refrain mit den Worten "Great Kompany 'til the day I die" klingt zwar martialisch, dürfte aber ins Ohr gehen.
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