Die deutsche Nationalmannschaft hat im dritten Gruppenspiel bei der Fußball-WM 2026 gegen Ecuador eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Gegen beherzt kämpfende Südamerikaner verlor das DFB-Team mit 1:2 (1:1). Sportlich blieb die Pleite ohne Konsequenzen, da Deutschland bereits vorab als Sieger der Gruppe E festgestanden hatte.
Sané beschert DFB-Team Traumstart
Bundestrainer Julian Nagelsmann verzichtete zunächst auf große Rotation. Für den angeschlagenen Nathaniel Brown spielte David Raum von Beginn an, während Antonio Rüdiger den für den Rest des Turniers ausfallenden Nico Schlotterbeck ersetzte.
Das DFB-Team startete exzellent in die Partie. Bereits in der 2. Minute veredelte Leroy Sané einen Angriff mit einem Rechtsschuss aus zentraler Position zum 1:0. Dabei hatte die deutsche Elf allerdings auch eine gehörige Portion Glück, weil Aleksandar Pavlovic im Vorfeld des Treffers den Ball mit dem Fuß weit oben aus der Luft gekratzt hatte und dabei Pedro Vite am Kopf getroffen hatte. Doch der VAR blieb stumm, sodass das Tor trotz des hohen Beins des Bayern-Stars zählte. Laut ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner eine Fehlentscheidung.
Angulo bestraft Nmecha-Patzer
Ecuador ließ sich von dem frühen Rückschlag nicht unterkriegen und engagierte sich direkt in der Offensive. Das trug Früchte. Vite nutzte einen Stoppfehler von Felix Nmecha und setzte Nilson Angulo in Szene, der aus 18 Metern durch die Beine von Pavlovic zum Ausgleich traf (9.).
Das Tempo blieb hoch. "La Tri" lief die deutschen Ballführer früh an und lauerte auf Unsicherheiten der DFB-Stars. Gleichzeitig blieben Joshua Kimmich und Co. im Angriff gefährlich. Klare Torchancen blieben indes Mangelware. Ein Kopfball von Kai Havertz nach Flanke von Raum war lange die einzige Szene, in der einer der beiden Torhüter ernsthaft eingreifen musste, was dem Unterhaltungswert des Matches keinen Abbruch tat.
DFB-Strafstoß von VAR einkassiert
Bis zur Pause blieb es bei dem 1:1, nachdem vor allem die Abwehrreihen beider Mannschaften zu glänzen gewusst und gute Möglichkeiten oft im Keim erstickt hatten. Nagelsmann reagierte und brachte Angelo Stiller für Pavlovic, der Ende der ersten Halbzeit Gelb gesehen hatte.
Erneut schien das DFB-Team einen perfekten Start zu erwischen. Nur 30 Sekunden nach Wiederanpfiff fiel Havertz nach einem ungeschickten Einsteigen von Joel Ordóñez im Strafraum, woraufhin Schiedsrichterin Tori Penso auf Strafstoß entschied. Dieses Mal schaltete sich der VAR ein und rief die US-Amerikanerin wegen eines klaren Fouls von Sané im Mittelfeld beim Ballgewinn vor der Szene an den Bildschirm. Penso kassierte den Elfmeter zu Recht ein.
Undav kommt nach 60 Minuten
Nach 60 Minuten erbarmte sich Bundestrainer Nagelsmann den deutschen Fans, die im Stadion in East Rutherford lautstark die Einwechslung von Top-Scorer Deniz Undav gefordert hatten und nahm für den Stuttgarter Havertz vom Platz, während Malick Thiaw auf dem rechten Flügel Kimmich ersetzte.
Wenig später konnte sich Manuel Neuer im DFB-Tor erstmals im Turnier auszeichnen, als er einen wuchtigen Distanzschuss von Enner Valencia in der 62. Minute wegfaustete, nachdem er zuvor bei allen drei deutschen Gegentoren im WM-Verlauf machtlos gewesen war.
Sané verpasst erneutes Führungstor
Wenig später stand Neuer wieder im Rampenlicht. Ein Missverständnis mit Jonathan Tah bei einem hohen ecuadorianischen Pass in den Sechzehner endete damit, dass Tah den Ball zu klären versuchte, statt ihn dem herauslaufenden Neuer zu überlassen. Neuer fand sich plötzlich im Niemandsland wieder und das DFB-Team hatte großes Glück, dass Kevin Rodríguez das Spielgerät nicht schnell genug ersprintete, um den Fauxpas zu bestrafen (73.).
Plötzlich nahm das Offensivspiel beider Teams Fahrt auf. Sané brach auf dem linken Flügel durch, verzögerte im Strafraum, brachte aber nur einen kläglichen Schuss in die Arme von Keeper Hernán Galíndez zustande (76.).
Plata bestraft deutsche Fahrlässigkeit
Die Fahrlässigkeit des Manns von Galatasaray Istanbul rächte sich. Eine ecuadorianische Ecke köpfte Rodriguez am kurzen Pfosten in den Fünf-Meter-Raum, wo Gonzalo Plata den Fuß hinhielt und Neuer zum 2:1 für die Südamerikaner übertölpelte (78.).
Aus dem Spiel blieb das DFB-Team weiterhin auffällig ungefährlich und kam in der Schlussphase allenfalls über Standards vor das gegnerische Tor, sodass der Sieg verdient an Ecuador ging.
Im Video: Jamal Musiala spricht nach der 1:2-Niederlage
Jamal Musiala
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