Die deutsche Nationalmannschaft hat dank eines späten Treffers von Joker Deniz Undav einen Sieg gegen die Elfenbeinküste gefeiert. Das 2:1 (0:1) gegen die Ivorer im zweiten Gruppenspiel am Samstag bedeutet den automatischen Einzug in die K.o-Phase.
Die souveräne Zugabe nach dem furiosen 7:1-Afutaktsieg gegen Curacao war es jedoch nicht, vor allem in der ersten Halbzeit hakte es. Dabei zappelte der Ball zwei weitere Mal im ivorischen Netz, beide Male aber hatte ein Foul eines FC-Bayern-Spielers (erst Aleksander Pavlovic, dann Jamal Musiala) die Aberkennung des Treffers zur Folge. Für die Elfenbeinküste traf Franck Kessié.
Nagelsmann vertraut auf Curacao-Startelf
Deutschlands Bundestrainer Julian Nagelsmann vertraute zunächst auf die Curacao-Startelf – und dürfte die Entscheidung nach Abpfiff hinterfragt haben. Manuel Neuer hütete also wieder das Tor – und avancierte damit zum alleinigen WM-Rekordtorhüter -, Kapitän Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Nathaniel Brown bildeten die Viererkette. Davor kamen Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha im Maschinenraum zum Einsatz. Leroy Sané, Jamal Musiala und Florian Wirtz waren in der Offensive hinter Stürmer Kai Havertz gefragt.
Die Ivorer starteten offensiv in die Partie. Gleich zu Beginn hatte deshalb FCB-Kandidat Nathaniel Brown alle Hände voll zu tun, der sich nach seinem Fabelauftritt gegen Curacao über die 90 Minuten hinweg wiederholt unsicher zeigte. Die DFB-Elf reagierte und wechselte in die beobachtende Rolle, tastete sich langsam an den Spielstil der Underdogs heran. Nach einer Schrecksekunde um Niko Schlotterbeck – der musste aufgrund von Knieproblemen behandelt werden – folgte eine furiose Angriffsphase der DFB-Elf: Musiala kam in der 18. Spielminute gefährlich zum Abschluss, feuerte aus kurzer Distanz jedoch am Tor vorbei.
Trinkpause wird wieder zum Wendepunkt
In der 22. Minute zappelte die Kugel im ivorischen Netz, doch das 1:0 wurde nicht anerkannt. Pavlovic hatte den Arm etwas draußen und dabei den ivorischen Keeper Yahia Fofana erwischt.
Deutschland schien kurz vor der Trinkpause das Momentum auf seiner Seite gehabt zu haben, wie so oft in dieser WM aber wurde die Trinkpause zum Wendepunkt: Aus der dreiminütigen "Cooling Break" kamen die Ivorer furios heraus und sorgten für den Führungstreffer: Der gefährliche Leipziger Yan Diomande machte gewaltig Tempo, ließ Kimmich stehen und legte einen Sahne-Querpass auf Franck Kessié – der scheiterte erst an Brown, konnte den Abpraller aber problemlos zum 1:0 verwandeln.
Doch auf die Offensiv-Power der Ivorer fand die DFB-Elf zunächst immer wieder Antworten. So traf Kai Havertz in der 39. Minute ins Tor, doch aufgrund einer kuriosen Szene wurde auch der zweite deutsche Treffer aberkannt. Musiala hatte zuvor Odilon Kossounou klar gefoult, der Schiedsrichter aber ließ die Partie weiterlaufen – zog das darauffolgende Tor dann aber zurück.
DFB-Elf profitiert vom Undav-Boost
Eine ereignisreiche erste Hälfte endete mit einer XXL-Chance von Florian Wirtz, der sich vors Tor dribbelte, den Ball aber zu zentral in die Arme des Keepers schoss. Aus der Pause kam die DFB-Elf mit Antonio Rüdiger, der den am Knie angeschlagenen Schlotterbeck auf dem Platz ersetzte.
Auf eine weitere furiose Angriffsphase der Gegner – zahlreiche Chancen durch Inao Oulai, Kessié und Diomande blieben jedoch erfolglos – reagierte Nagelsmann: Er nahm Sané, Pavlovic und Musiala vom Platz und wechselte sie gegen Jamie Leweling, Deniz Undav und Nadiem Amiri ein. Ein Schachzug, der DFB-Dynamik ins Spiel brachte. Undav erzielte nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung den 1:1-Treffer. Der Stuttgarter leitete die Aktion selbst ein, nahm Amiri mit und sorgt mit einem wuchtigen Volley-Treffer für den Ausgleichstreffer.
Nach der zweiten Trinkpause kam Leon Goretzka für Kai Havertz ins Spiel. Undav sorgte weiter für DFB-Gefahr, scheiterte aber am ivorischen Keeper. In der Endphase dominierte Deutschland klar, die Ivorer hatten alle Mühe, die vielen Chancen abzuwehren. Das letzte Wort hatte Undav mit einem Traumtreffer zum 2:1.
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