Manuel Neuer ist seit Montag zurück im Mannschaftstraining und seine Wade machte einen guten Eindruck. Zwar hatte er die beiden letzten Tests vor der Weltmeisterschaft gegen Finnland (4:0) und die USA (2:1) verpasst und damit weniger Spielpraxis mit dem Team, doch Rudi Völler sieht darin kein Problem.
"Die meisten Spieler kennt er auch von Bayern München. Er ist schon so lange dabei, ihn bringt sowieso nichts aus der Ruhe", sagte der DFB-Sportdirektor am Dienstag. Der 40-Jährige strahle permanent Gelassenheit aus, sei aber trotzdem angespannt, weil er viel erreichen wolle. "Auch er brennt", so wie alle anderen Spieler im Kader.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte sich bereits nach der Partie gegen die USA festgelegt, dass Neuer rechtzeitig für den deutschen WM-Auftakt am Sonntagabend (14. Juni, 19 Uhr MESZ) gegen Curaçao wieder fit sein wird.
Wohlfühl-Atmosphäre in Winston Salem
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft sind, zumindest was die äußeren Umstände angeht, so gut wie möglich. Das ganze Team fühlt sich sehr wohl im neu bezogenen WM-Quartier in Winston-Salem, North Carolina. Ausschlaggebend war laut Völler vor allem, dass Trainingsplätze, Medienzentrum und Hotel nah beieinander liegen. Da verzichtet man auch gerne auf Luxus. Trotzdem seien die Unterkünfte "angenehm".
Auch die Gefahr für einen Lagerkoller bestehe nicht, denn heutzutage gibt es Handys. "Du bist immer mit deiner Heimat verbunden", sagte Völler und erinnerte sich an seine Zeit in Malente 1994. "Ich weiß, es gibt immer diese Legenden darum, wie bombig Malente war. Glaubt es mir, war es nicht. Selbst, wenn da ein Pool gewesen wäre … Muss man nicht nochmal hin."
Völlers Ziel: Mit Kimmich als "Fahnenträger" Gruppenerster werden
Sollten bei dem einen oder anderen Spieler doch Schwierigkeiten aufkommen, gibt es ja immer noch Kapitän Joshua Kimmich, der als "Fahnenträger" vorangeht, wie Völler nochmals betonte. "Dieser Rolle wird er auch absolut gerecht." Kimmich habe, wie Völler selbst, einen guten Draht zum Bundestrainer: "Mit ihm wird oft über viele Dinge gesprochen, ihn nehmen wir mit ins Boot bei vielen Entscheidungen."
Mit ihm als Anführer auf dem Platz ist das erste Ziel der deutschen Nationalmannschaft bei dieser Weltmeisterschaft klar: "Die Gruppenphase müssen wir überstehen, da gibt’s keine Diskussion. Natürlich auch als Gruppenerster, das ist unser Ziel", sagte der Weltmeister von 1990. In der anschließenden K.-o.-Runde dürfe man sich keine Ausrutscher erlauben. Auf eine der Finalrunden als ausgeschriebenes Ziel wollte sich Völler aber nicht festlegen. "Wir wollen weit kommen, schwer zu schlagen sein. Und wir werden schwer zu schlagen sein, das wissen wir."
Video: Rudi Völler über Neuer, Kimmich, das WM-Quartier und die Ziele
Rudi Völler bei der Presserunde

