ARCHIV - 20.06.2026, Kanada, Toronto: Fußball, Männer: WM, Deutschland - Elfenbeinküste, Vorrunde, Gruppe E, 2. Spieltag, Toronto-Stadion, Bundestrainer Julian Nagelsmann reagiert am Spielfeldrand. Nagelsmann nicht mehr Bundestrainer: Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Bayern-Fehler wiederholt: Woran Nagelsmann beim DFB scheiterte

Bayern-Fehler wiederholt: Woran Nagelsmann beim DFB scheiterte

Die Zeit für Julian Nagelsmann als Bundestrainer ist zu Ende. Die Gründe die zum DFB-Aus führten, ähneln denen aus seiner FC-Bayern-Zeit: Zu viel Rotation, zu viele Experimente und fehlende Konstanz prägen seine Bilanz als Trainer.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Julian Nagelsmann startete mit hohen Erwartungen in das Amt des Bundestrainers, doch schon früh wurde das DFB-Projekt von Skepsis begleitet. Nach dem WM-Debakel im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) ist nun für den gebürtigen Landsberger Schluss.

Offiziell spricht der Verband von einer "notwendigen sportlichen Neuausrichtung", intern dominieren dieselben Kritikpunkte, die schon seine Zeit beim FC Bayern München überschatteten: schwankende Leistungen, fehlende Konstanz und ein oft schwer nachvollziehbares taktisches Konzept.

Wiederkehrende Personaldebatten und Fehlpositionierungen

Sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft fiel Nagelsmann durch häufige Systemwechsel und Rotation auf. Diese taktische Flexibilität wurde zwar positiv gesehen, führte aber laut Kritikern wie Uli Hoeneß zu fehlender Eingespieltheit und unklaren Hierarchien. Die Startelf blieb selten konstant, was die Abstimmung im Team erschwerte.

Dieses Muster setzte sich im DFB-Team fort, wo seine Experimentierfreude ebenfalls kritisch bewertet wurde. Besonders deutlich wurde dies an Positionswechseln wie bei Joshua Kimmich, der sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft häufig als Rechtsverteidiger statt im Mittelfeld eingesetzt wurde.

Im November 2023 verschärfte sich die Kritik nach Niederlagen gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2), insbesondere wegen ungewöhnlicher taktischer Entscheidungen wie dem Einsatz von Kai Havertz als Linksverteidiger.

Fehlende Konstanz in entscheidenden Spielen

Sportlich bleibt der Eindruck zwiespältig: starke Phasen wurden immer wieder durch Rückschläge in entscheidenden Spielen relativiert. Während Bayern häufig dominierte, aber - wie beim 2:5-Pokalaus bei Borussia Mönchengladbach oder dem Champions-League-Scheitern gegen den FC Villarreal (0:1, 1:1) - ins Straucheln geriet, gelang es der Nationalmannschaft zwar, gegen namhafte Teams wie Italien oder die Niederlande zu überzeugen, doch zählbare Turniererfolge blieben aus.

Kommunikation als Dauerbaustelle

Neben taktischen Fragen wurde vor allem Nagelsmanns Kommunikation kritisch gesehen. Wie in München gab es auch beim DFB Berichte über mangelnden Austausch zwischen Trainer und Mannschaft. Intern soll es immer wieder Unklarheiten über Rollen und Entscheidungen gegeben haben.

Weder mit dem Schlingerkurs in der Torhüterfrage um Manuel Neuer noch mit der öffentlichen Demontage von Deniz Undav tat sich der Ex-Bundestrainer einen Gefallen.

Wie die "Bild" schreibt, soll Nagelsmann während der Weltmeisterschaft außerhalb der Mannschaftsbesprechungen kaum den Austausch mit seinen Spielern gesucht haben. Immer wieder hätten Profis intern beklagt: "Der Trainer spricht nicht mit mir." Demnach habe es nur wenige Einzelgespräche gegeben.

Auch beim FC Bayern gab es Berichte, nach denen Spieler sich über die Kommunikation des Coaches beschwerten. Viele Konflikte beim Rekordmeister gerieten in Nagelsmanns Zeit an die Öffentlichkeit.

Private Schlagzeilen

Zusätzlich rückten in München private Themen in den Fokus der Medien. Besonders die Beziehung des Trainers zur Journalistin Lena Wurzenberger, die zuvor über den FC Bayern berichtet hatte, wurde teils kontrovers diskutiert. Zwar hatte diese Verbindung sportlich keinen direkten Einfluss, dennoch trug sie dazu bei, dass sich die öffentliche Wahrnehmung rund um Nagelsmann weiter polarisierte.

Eine Thematik, die unmittelbar vor seiner Entlassung beim FC Bayern erneut hochkochte, als er die Länderspielpause nach einer 1:2-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen für einen Ski-Trip mit seiner Partnerin nutzte, statt zur Aufarbeitung der Pleite.

Auch im Umfeld der WM sorgte Nagelsmanns Privatleben für Irritationen: Eine gemeinsame Radtour mit seiner Frau soll innerhalb der Mannschaft auf Unverständnis gestoßen sein. Zudem soll Wurzenberger ebenso wie Nagelsmanns Mutter gegenüber den Angehörigen der Spieler signifikante Vorteile genossen haben.

Damals Tuchel, heute Klopp

Die Trennung erinnert viele Beobachter ebenso an seine Bayern-Entlassung. Damals spielte der Faktor eine wichtige Rolle, dass mit Thomas Tuchel ein international erfahrener Trainer verfügbar war – ein Muster, das sich nun wiederholt.

Gegenwärtig wird bereits über Alternativen spekuliert. Besonders der Name Jürgen Klopp fällt dabei immer wieder. Der frühere Liverpool-Coach wäre nach seiner Pause die vermeintliche Königslösung.

Nagelsmann verlässt den DFB derweil mit einem ähnlichen Fazit wie den FC Bayern: hohe Erwartungen, mutige Ideen, aber keine nachhaltige Stabilität. Die Nationalmannschaft steht erneut vor einem Umbruch.

Im Video: BR24Sport-Reporter Siems zum Nagelsmann-Aus beim DFB

29.06.2026, USA, Boston: Fußball, Männer, WM 2026, Nationalmannschaft, Deutschland - Paraguay, Sechzehntelfinale im Boston -Stadion, Bundestrainer Julian Nagelsmann reagiert. (zu Nagelsmann als Bundestrainer zurückgetreten)
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Im Video: BR24Sport live nach dem Nagelsmann-Rücktritt

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