Es war der erste Schritt auf der Reise zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Die Frauen-Nationalmannschaft um die Bayern-Stars Giulia Gwinn und Co. empfing zum Auftakt in Dresden den klaren Außenseiter Slowenien. Bei einem deutlichen deutschen 5:0-Sieg dank Treffern von Vivien Endemann (6.), Elisa Senß (12.), Linda Dallmann (48.), Debütantin Larissa Mühlhaus (52.) und Lea Schüller (71.), prägte vor allem Mittelfeldmotor Dallmann die Partie.
Schweigeminute für verstorbene Deutsche Meisterin
Personell gab es vor dem Spiel einen kleinen Rückschlag: FC-Bayern-Spielerin Klara Bühl musste aufgrund einer muskulären Blessur das Spiel auslassen. Die Ausfälle von Selina Cerci und Sophia Kleinherne wurden mit Larissa Mühlhaus (SV Werder Bremen) und Jella Veit (Eintracht Frankfurt) kompensiert.
Vor dem Anpfiff schwieg das Stadion zunächst, es gab eine Gedenkminute für die Mitte Januar verstorbene Spielerin und Trainerin Anouschka Bernhard. Die Deutsche Meisterin und DFB-Pokalsiegerin mit dem FSV Frankfurt starb im Alter von 55 Jahren nach schwerer Krankheit. Für sie trugen auch die Spielerinnen auf dem Platz Trauerflor.
Deutliche Dominanz und frühe Führung
Nach den ersten gespielten Minuten schien Bundestrainer Christian Wück zunächst überrascht vom hohen Anlaufen der Sloweninnen. Doch das Bild drehte sich schnell. Erst forderte die Frankfurterin Shekiera Martinez die slowenische Torhüterin Zala Mersnik mit einem starken Abschluss. Kurze Zeit später durfte die DFB-Elf schon jubeln: Nach einem präzisen Steilpass von Linda Dallmann war es Vivien Endemann, die frei vor der Torhüterin mit einem Schuss durch die Beine die Führung erzielte (6.).
Danach ging es genauso weiter. Bayern-Spielerin Dallmann präsentierte sich extrem aktiv im Mittelfeld, gewann die Zweikämpfe und provozierte so einen Freistoß circa fünf Meter vor dem Strafraum. Das anschließende Kopfballtor von Martinez zählte wegen einer Abseitsposition jedoch nicht (10.). Doch das war kein Problem für die DFB-Frauen, denn nur zwei Minuten später erhöhte Elisa Senß mit einem flachen, platzierten Treffer aus zehn Metern auf 2:0.
Linda Dallmann vom Joker zum Mittelfeldmotor
Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, dass Christian Wück mit einem Kommentar zu seinem Mittelfeldmotor vor dem Spiel Recht behalten sollte: "Das ist ein Linda-Dallmann-Spiel". Nachdem Dallmann jahrelang eine Jokerrolle in der Nationalmannschaft eingenommen hatte, entwickelte sie sich unter Wück zur Stammspielerin. In seinem Spielsystem setzt er enorm auf die Kreativität und Erfahrung der 31-Jährigen, die Ruhe in das Spiel bringen soll und offensiv viele Freiheiten genießt. Und das bestätigte sie auch im Duell gegen Slowenien, welches die Deutschen deutlich dominierten.
Die Gäste waren klar unterlegen, doch wenn ihnen mal ein Vorstoß in das deutsche Drittel gelang, sah die Viererkette noch etwas unsicher aus. Vermutlich lag das auch daran, dass anstatt der routinierten Innenverteidigerin Janina Minge diesmal ihre Wolfsburger Teamkollegin Camilla Küver zum Zug kam. Doch Ann-Kathrin Berger war zur Stelle, als die Gäste ihren ersten Torschuss abfeuerten (41.).
Dallmann und Debütantin Mühlhaus erhöhen
Nach dem Seitenwechsel war es wieder die Mittelfeldspielerin aus München, die hervorstach (48.). Sie eröffnete die Situation selbst mit einem Pass auf Kapitänin Sjoeke Nüsken im Zentrum. Dallmanns anschließender Laufweg hinter die Kette und das perfekt getimte Zuspiel von Nüsken konnten die Sloweninnen nicht unterbinden. Mit einem Schuss aus spitzem Winkel durch die Beine der Torhüterin erhöhte die deutsche Nummer 16 zum 3:0.
Und Dallmann machte weiter. Ihr Fernschuss knapp am linken Kreuzeck vorbei (50.) führte fast zum 4:0. Zwei Minuten später spielte sie einen wunderbaren Pass rechts vom Tor nahe der Grundlinie in den Rückraum zu Nüsken, deren abgeblockter Schuss bei der vom Bundestrainer nachnominierten Larissa Mühlhaus landete. Die Bremerin netzte mit einem artistischen Seitfallzieher zum 4:0 ein und erzielte damit bei ihrem Debüt auch gleich ihr erstes Tor im Trikot der Nationalmannschaft.
Lea Schüller gelingt Befreiungsschlag
Ein erleichternder Befreiungsschlag gelang dann noch Ex-FCB-Stürmerin Lea Schüller. Kurz nach ihrer Einwechslung schaltete sie nach einem Foulspiel gegen sich schnell, spielte einen Doppelpass mit Nüsken und erhöhte zum 5:0 (71.). Nachdem ihr nach eigenen Aussagen in den letzten Monaten etwas die Leichtigkeit gefehlt hatte und sie zu Manchester United gewechselt war, wirkte sie heute viel befreiter auf dem Platz.
Zwei weitere Male wäre Schüller an Toren beteiligt gewesen, wenn sie nicht wegen Abseits zurückgepfiffen worden wären. Mit 55 Toren in 82 Länderspielen ist sie aber auch so schon die torgefährlichste Spielerin im Kader. Am Ende blieb es bei einem verdienten 5:0-Sieg, bei dem Linda Dallmann bis zum Schluss der Mittelfeldmotor der gesamten Mannschaft war. Die DFB-Frauen sammelten wichtige Erfahrungswerte, die sie in das schwierigere Spiel gegen Norwegen am Samstag um 18 Uhr mitnehmen können.
Video: Giulia Gwinn und Linda Dallmann im Interview
Giulia Gwinn und Linda Dallmann im Nationalmannschafts-Dress
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