Immer am Ärgern: Stavangers Zlatko Tripic (r.)
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"Gespielt wie Drecksack": Tripic ärgert die Bayern gnadenlos

"Gespielt wie Drecksack": Tripic ärgert die Bayern gnadenlos

Zlatko Tripic blickt auf eine bewegte Karriere zurück. Nach einem schweren Unfall in seiner Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth fand der Norweger bei Viking Stavanger sein Glück. Gegen Bayern gelangen ihm zwei Vorlagen - und er erzwang Rot für Olise.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Der Fußball kennt ja so einige Spieler, die er als "Enfant terrible" bezeichnet. Ein Begriff, der - je nach der zu beschreibenden Person - irgendwo zwischen liebevoller Strenge, besorgtem Ärger und (in seltenen Fällen) sogar abgrundtiefem Hass verortet ist. Dass auch Viking Stavanger so einen Fußballer hat, das konnte man am Dienstagabend beim überraschenden 3:3 der Norweger gegen den FC Bayern München in der Champions League beobachten.

Zlatko Tripic, Kapitän der Norweger, ist einerseits ein genialer Fußballer. Einer, der weiß, wie man mit dem Ball umgehen muss: Zwei Tore der Norweger, das 1:0 und den Ausgleich kurz vor dem Spielende, legte er gar vor. Er war der umjubelte Held der Gastgeber. Die Bayern waren dagegen weniger gut auf ihn zu sprechen, denn er war es, der Michael Olise mit vielen kleinen Worten und Taten bis hin zu dessen Platzverweis ärgerte. "Entschuldigung, er hat gespielt wie ein Drecksack. Er wollte das Spiel gewinnen", sagte der FCB-Sportvorstand Max Eberl. "Aber wir haben uns provozieren lassen - und er hat das erreicht, was er wollte. Nämlich dass ein Spieler vom Platz fliegt."

Tripic wird als "König von Stavanger" verehrt: Olise-Rot findet er "großartig"

"Es ist großartig", sagte Tripic beim Sender TV2 schmunzelnd über den Platzverweis (74.) beim Stand von 3:2 für die Bayern, "dass sich ein solcher Spieler – der höchstwahrscheinlich irgendwann den Ballon d'Or gewinnen wird – ein wenig über einen Jungen aus Oftebro und Lyngdal ärgert." Seine "Balkan-Mentalität", ergänzte der in Kroatien geborene Norweger, der auch die Staatsbürgerschaft von Bosnien und Herzegowina besitzt, sei schlicht "der Wahnsinn".

All die Provokationen und kleinen Nickligkeiten seien von langer Hand geplant gewesen, gab Tripic zu, der bei Viking als "König von Stavanger" verehrt wird. "Er sollte es hier nicht zu gemütlich haben", sagte er über Olise. "Und als es mir gelang, seinen Fokus von dem abzulenken, was er außergewöhnlich gut kann, verlor er am Ende die Beherrschung und warf mir den Ball ins Gesicht. Ich habe das Gefühl, dieses Duell mit ihm gewonnen zu haben."

Tripic als Fürther "Enfant terrible"

Denkt man an Beispiele aus dem deutschen Profi-Geschäft, fallen einem schnell berühmt-berüchtigte Bundesliga-Größen wie Arturo Vidal, Albert Streit oder Paolo Guerrero ein, die ebenfalls "Enfants terribles" waren. Dagegen dürfte der Name Zlatko Tripic den meisten Fußball-Fans in der Bundesrepublik, wenn überhaupt, erst nach langem Überlegen etwas sagen. Auf dieser Stufe zeigte sich der Norweger aber am Dienstag.

Bei den Anhängern der SpVgg Greuther Fürth wird das übrigens ohnehin etwas anders aussehen. Denn auch wenn der Linksaußen in rund zweieinhalb Jahren im Sportpark Ronhof sportlich allenfalls mäßigen Einfluss auf die Geschicke des Kleeblatts nahm, konnte er sich doch auf andere Art in den Köpfen der Mittelfranken festsetzen.

Tripic erleidet Schädelbruch nach Disko-Streit

Etwas mehr als ein Jahr nach seiner Ankunft im Januar 2015 war der in Kroatien geborene Norweger beim Besuch einer Nürnberger Diskothek am Osterwochenende 2016 im Zuge eines Streits aus rund vier Metern Höhe von einer Empore gefallen. Der Sturz endete mit einem Bruch des Schädeldachs und Tripics Ausfall für den Rest der Saison.

Der heute 33-Jährige erholte sich vollständig von dem Unfall und feierte zur folgenden Spielzeit sein Comeback auf dem Platz. Seine Tage in Fürth waren indes gezählt. Ein Jahr später wechselte er zunächst in die Republik Moldau zu Sheriff Tiraspol, wo es ihn allerdings nur einige Monate hielt, bevor es ihn zu Viking Stavanger in Norwegen weiterzog.

Tripic wird in Stavanger zur Vereinslegende

Dort spielt Tripic seither, nur unterbrochen durch ein anderthalbjähriges Intermezzo von Januar 2020 bis August 2021 beim türkischen Klub Göztepe. In Stavanger ist der ehemalige norwegische Junioren-Nationalspieler gereift und mittlerweile zum Kapitän aufgestiegen.

Mit gegenwärtig 235 Einsätzen für die "Wikinger" hat er die fünftmeisten Pflichtspiele in der Geschichte des Vereins absolviert. Zudem belegt er in der Rangliste für die meisten Tore in der Historie der Norweger mit 78 Treffern Rang drei und hält den Rekord für die meisten Vorlagen (103). 2025 führte er Viking zur ersten norwegischen Meisterschaft seit 34 Jahren. Der Titel "Vereinslegende" drängt sich auf.

Kann der "König von Stavanger" Bayern stürzen?

An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht, wie man am Dienstag bestaunen konnte. Möglich sei angesichts des Heim-Vorteils für sein Team trotz des scheinbar übermächtigen Gegners "alles", erklärte der "König von Stavanger" vor der "unglaublichen Herausforderung". Er behielt mit dem wilden 3:3 komplett Recht.

Heißsporn Tripic ging auch schon Gegner an die Gurgel

Dass das mit dem Gegner-Ärgern aber nicht immer vollends klappt, zeigt ein Beispiel aus der vergangenen Saison. Da war er Adrian Pereira von Rosenborg Trondheim wortwörtlich an die Gurgel gegangen, nachdem dieser ihm den Handschlag verweigert hatte.

Selbstverständlich steht Tripic für mehr als nur seine Skandale auf und abseits des Fußball-Feldes. Am 1. Spieltag der Champions-League-Ligaphase erzielte er bei der 1:3-Pleite gegen den VfB Stuttgart den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1. Nun knüpfte der Kapitän der Norweger mit zwei Vorlagen und erfolgreichen Nickligkeiten gegen die Bayern an. Nach Olises Aussetzer fiel noch das 3:3 - und der Franzose wird den Münchnern zudem nun im nächsten Duell mit dem FC Arsenal gesperrt fehlen.

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