Er hat es geschafft: Als erst dritter Rennrodler in der Geschichte des Sports hat Felix Loch zum achten Mal den Gesamtweltcup gewonnen. Vor dem Mann des RC Berchtesgaden war das nur dem Österreicher Markus Prock und dem Italiener Armin Zöggeler gelungen, die beide sogar bei zehn Triumphe feierten.
Loch mit Bahnrekord in Altenberg
Loch fuhr beim Saisonfinale im sächsischen Altenberg wieder einmal der Konkurrenz davon und verbesserte seinen Bahnrekord vom Vortag am Sonntag noch einmal um 73 Tausendstel. Der 36-Jährige hatte bereits vorab wie der sichere Sieger ausgesehen, weil mit Jonas Müller (Österreich) sein größter Konkurrent aufgrund von Sicherheitsbedenken seinen Start in Altenberg abgesagt hatte. Loch knackte erstmals die 53-Sekunden-Marke auf der Bahn in Altenberg (52,998 Sekunden) und gab somit seine Führung vom Samstag nicht mehr aus der Hand. "Der Bahnrekord steht jetzt erst einmal", strahlte Loch im ARD-Interview und freute sich über ein "gewaltiges Wochenende" und eine "gewaltige Saison".
Loch untermauert Status als erfolgreichster deutscher Rodler
Für Loch war seine achte Kristallkugel auch eine Art Trostpflaster für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo, bei denen er seine vierte Olympia-Medaille als Sechster überraschend deutlich verpasst hatte.
Dabei war er nach einer starken Saison mit der Gesamtführung im Rücken eigentlich als Top-Favorit nach Norditalien gereist. Mit dem Eiskanal in Cortina kam er allerdings nie zurecht und sammelte in den vier Durchgängen ganze 1,860 Sekunden Rückstand auf Olympiasieger Max Langenhan. Sogar auf die Bronzemedaillengewinner Dominik Fischnaller fehlten im 0,926 Sekunden. "Das war der einzige Makel in dieser Saison, aber das gehört halt auch dazu. Es kann nicht immer alles rundlaufen", sagte Loch.
Trotz des Rückschlags bei dem Sportfest untermauert Loch mit dem neuerlichen Erfolg im Weltcup seinen Status als erfolgreichster, deutscher Rodler der Geschichte. Neben seinen acht Gesamtweltcupsiegen sammelte er in seiner Karriere bislang dreimal Olympia-Gold, 14 Weltmeistertitel sowie insgesamt 51 Einzel-Rennen (inkl. Sprints).
Loch will Karriere fortsetzen und jagt Prock und Zöggeler
Ob der Bundespolizist, der zuvor 2021 letztmals die Gesamtwertung gewonnen hatte, zu Prock und Zöggeler aufschließen kann, ist offen. Doch er wäre nicht Felix Loch, würde er es nicht zumindest versuchen. Gleichzeitig ist dem sympathischen Oberbayern aber auch klar: "Einen Gesamtweltcup kannst du nicht erzwingen. Da muss es einfach über die gesamte Saison laufen." Klar, sei es schön, "wenn noch die ein oder andere Kugel dazukommt, aber wenn es nicht klappt, ist es auch nicht schlimm." Das stehe nicht "ganz oben auf der Prioritätenliste", sagte Loch.
Loch schreibt früh Geschichte
Loch hatte 2006 mit 17 Jahren im US-amerikanischen Park City sein Weltcup-Debüt gefeiert. In seiner zweiten Saison gewann er 2008 als 18-Jähriger WM-Gold. Bis heute hält er den Rekord als jüngster Rodel-Weltmeister der Geschichte. Seinen ersten Weltcup-Sieg feierte in Altenberg. Auf der Bahn, auf der er sich heute zum achten Mal im Gesamtweltcup krönen konnte.
