Joshua Kimmich (Mitte) traf für Bayern zum Sieg
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Kimmich hat das letzte Wort: Bayern gewinnt packenden Klassiker

Kimmich hat das letzte Wort: Bayern gewinnt packenden Klassiker

Der FC Bayern München und Borussia Dortmund liefern sich am Samstagabend in der Bundesliga ein Top-Spiel, das den Namen verdient. Vier Tore in der zweiten Halbzeit sorgen für ein Spektakel. Joshua Kimmich wird für Bayern zum Helden.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Der FC Bayern München hat auch den zweiten "Klassiker" der Bundesliga-Saison gegen Borussia Dortmund gewonnen. Der deutsche Rekordmeister bezwang die Hausherren im Westfalenstadion nach einem packenden Match mit 3:2 (1:0) und sorgte mit nun elf Punkten Vorsprung für die vermeintliche Vorentscheidung in der Meisterschaft.

Kompany und Kovac wirbeln Aufstellungen durcheinander

Bayern-Trainer Vincent Kompany baute seine Startelf im Vergleich zum 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am vorangegangenen Wochenende auf drei Positionen um. Jonathan Tah, Serge Gnabry und Konrad Laimer ersetzten Minjae Kim, Jamal Musiala sowie den verletzten Alphonso Davies. Im Tor stand erneut Jonas Urbig, da Stammkeeper Manuel Neuer nicht rechtzeitig für die Partie genesen war.

Bei den Hausherren nahm Coach Niko Kovac gegenüber der bitteren 1:4-Pleite in der Champions League gegen Atalanta Bergamo am Mittwoch fünf Veränderungen an seiner Anfangsformation vor und brachte unter anderem Nico Schlotterbeck, Karim Adeyemi und Fabio Silva für Ramy Bensebaini, Julian Brandt und Serhou Guirassy.

Schlotterbeck trifft Stanisic rotwürdig

Die Bayern kamen besser in die Partie und ließen Spielgerät und Gegner laufen. Es dauerte rund sechs Minuten, bis die Schwarz-Gelben erstmals eine nennenswerte Ballbesitzphase vorweisen konnten. Trotzdem blieb Dortmunds Torwart Gregor Kobel bis zu einem schönen Linksschuss aus 14 Metern von Michael Olise in der 15. Minute weitgehend beschäftigungslos.

Für Aufregung sorgte ein Zweikampf zwischen Schlotterbeck und Josip Stanisic in der 18. Minute. Schlotterbeck kam mit einer Grätsche minimal zu spät und traf neben dem Ball auch Stanisic mit der offenen Sohle rotwürdig am Sprunggelenk. Stanisic wälzte sich unter Schmerzen am Boden, konnte aber nach einer kurzen Behandlungspause weitermachen, während Schlotterbeck Gelb sah.

Schlotterbeck bringt Dortmund in Führung

Weiterhin spielte sich das Geschehen größtenteils in der Dortmunder Hälfte ab, allerdings fehlte den Bayern die letzte Genauigkeit, um den diszipliniert verteidigenden Tabellenzweiten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Der BVB bestrafte die offensive Harmlosigkeit des FCB. Schlotterbeck köpfte am Fünfmeterraum eine scharf getretene Freistoßflanke von Daniel Svensson ins lange Eck und ließ Urbig keine Chance (26.). Die glückliche Führung für den Bayern-Jäger zeigte Wirkung.

BVB-Treffer zeigt Wirkung bei Bayern

Die vorherige Dominanz des deutschen Rekordmeisters verpuffte plötzlich. Dortmund hielt die Gäste zunehmend weiter vom eigenen Strafraum entfernt, sodass vereinzelte Distanzschüsse wie von Joshua Kimmich (45.) Münchner Torchancen noch am nächsten kamen. Mit dem 1:0 für das Heim-Team ging es in die Pause.

Der BVB kam spritziger aus der Kabine und die Bayern hatten Glück, dass zunächst Adeyemi im Strafraum über den Ball trat (48.) und Svensson kurz darauf freistehend vor Urbig nicht mehr an einen großartigen Pass von Nmecha kam (50.).

Kane egalisiert BVB-Führung und eigenen Rekord

Nach der doppelten Schrecksekunde klopften die Bayern wieder vorne an. Nachdem Dayot Upamecano am zweiten Pfosten knapp den Ausgleich verpasste, war wenig später Harry Kane zur Stelle. Kimmich bediente mit einem schönen Chip-Ball den durchgestarteten Gnabry, der auf Höhe des Elfmeterpunkts mit dem Kopf zu Kane ablegte. Der Engländer ließ sich die Chance nicht nehmen und schob zum 1:1 ein (54.).

Für den 32-Jährigen war es der 44. Treffer im 37. Pflichtspiel der laufenden Saison, womit er seine Karriere-Bestmarke aus seinem ersten Bayern-Jahr (44 Tore in 45 Partien) überbot.

Kompany bringt Musiala - Schlotterbeck foult Stanisic

Mit dem neuen Spielstand erhielt die Partie eine andere Dynamik. Beide Mannschaften schalteten offensiv einen Gang höher, was für mehr Torgefahr auf beiden Seiten sorgte. Kurz darauf entschied sich Kompany für seinen ersten Wechsel der Partie und nahm Gnabry vom Platz (62.). Dafür kam Musiala, über den Kompany vor Anpfiff bei Sky noch nebulös gesagt hatte: "Wir haben einen Plan für Jamal. Er kann heute noch eine große Rolle spielen."

Auch Kovac, der kurz vor der Pause bereits den angeschlagenen Emre Can ausgewechselt hatte, entschied sich kurz darauf für neue Kräfte und brachte Guirassy für Silva (67.). Der 29-Jährige war noch nicht ins Schwitzen gekommen, da hatte das Spiel die nächste Wendung parat. Schlotterbeck ließ im eigenen "Sechzehner" das Bein stehen und erwischte Stanisic, woraufhin Schiedsrichter Sven Jablonski auf Strafstoß entschied.

Svensson crasht die Kane-Party

Kane trat an, schoss wenig platziert aber mit viel Kraft ins linke Eck. Kobel berührte den Ball, der von seinen Händen aber ins Tor prallte. Kane überbot damit nicht nur seinen persönlichen Rekord an Toren in einer Spielzeit, sondern wurde zudem erst zum dritten Spieler der Bundesliga-Geschichte, der in vier aufeinanderfolgenden Partien mindestens zwei Treffer erzielen konnte. Das war zuvor nur Lothar Emmerich 1967 im BVB-Trikot und Tomislav Maric 2001 für den VfL Wolfsburg gelungen.

Die Kane-Party wurde unvermittelt durch Svensson gecrasht. Der Schwede nahm eine Flanke von Marcel Sabitzer volley mit dem rechten Fuß und überwand Urbig im Bayern-Kasten sehenswert zum 2:2 (83.).

Kimmich besorgt den Bayern-Sieg

Die Euphorie der BVB-Fans über den Ausgleich währte nur kurz. Olise flankte in die Mitte, wo der eingewechselte Jobe Bellingham mit dem Kopf in die Füße von Kimmich klärte, der die Vorlage direkt nahm und mit links traumhaft zur erneuten Bayern-Führung traf (87.).

Dortmund bemühte sich zwar um ein erneutes Comeback und kam auch zu Chancen, brachte den Ball aber in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr im Tor unter.

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