Aller guten Dinge sind drei: Nachdem Gina Lückenkemper bei der Leichtathletik-EM 2026 in Birmingham zunächst überraschend im Halbfinale über 100 Meter ausgeschieden war und in der Damen-Staffel (4x100 Meter) ebenso der Traum von einer Medaille auf dramatische Art und Weise platzte, gab es nun die Versöhnung. An der Seite von Kevin Kranz, Rebekka Haase und Heiko Gussmann eroberte die Wahl-Bambergerin EM-Silber in der Mixed-Staffel (4x100 Meter).
Lückenkemper liefert sich Showdown mit Hunt
Schneller an diesem Abend waren nur die favorisierten Gastgeber. Großbritannien ging mit einem bereits vergoldeten Quartett an den Start: Jeremiah Azu, Zharnel Hughes, Dina Asher-Smith und Amy Hunt hatten jeweils bei der Herren- und Damen-Staffel die Goldmedaille erobert. Am Sonntagabend bedeuteten 39,97 Sekunden den Titel mitsamt Europarekord.
Vor dieser Ausgangslage schreckte die deutsche Mannschaft nicht zurück. So lieferte sich Lückenkemper als Schlussläuferin ein packendes Duell mit Hunt, letztlich trennten die beiden nur 0,14 Sekunden. "Ehrlicherweise habe ich nicht genau gesehen, wo wir lagen", erklärte die 29-Jährige im ARD-Interview. "Ich habe einfach nur Gas gegeben und wollte sie packen. Schon vor dem Rennen habe ich mir gesagt, dass ich es ihr nicht einfach machen will."
Die Bronzemedaille ging an das spanische Team rund um Guillem Crespi, Maria Isabel Pérez, Andoni Calbano und Jael Bestué (+0,45 Sekunden).
Interview im Video: Lückenkemper und Co. glücklich über Silber
Gina Lückenkemper und Rebekka Haase
Verband verzichtet auf Ansah bei Staffeln
Für Kranz und Gussmann ist es schon die zweite Medaille in Birmingham nach Silber mit der 4x100-Meter-Staffel der Männer am Samstag. Im Einzel hatte der von einer Sperre bedrohte Owen Ansah den Titel über 200 Meter und Bronze über 100 Meter gewonnen. Wegen einer drohenden Sperre hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband Ansah vorsichtshalber nicht für die Staffeln aufgestellt, um keine nachträgliche Disqualifikation zu riskieren.
Haase und Lückenkemper entschädigten sich für das Aus der deutschen Frauen-Staffel im Vorlauf. Dort hatte der letzte Wechsel von Sophia Junk auf Lückenkemper nicht geklappt. Die DLV-Sprinterinnen hatten zuletzt jeweils Bronze bei Olympia 2024 in Paris und der WM im Vorjahr in Tokio geholt. Bei der Heim-EM 2022 in München gehörten Haase und Lückenkemper zum Gold-Team.

