Marco Maier hat gleich bei seinem ersten Auftritt bei den Paralympics in Mailand und Cortina für Jubel gesorgt. Im Biathlon-Sprint sicherte sich der 26-Jährige die Bronzemedaille. Vor vier Jahren galt der Oberstdorfer noch als Geheimfavorit und gewann in Peking überraschend zweimal Silber - eine im Langlauf und eine im Biathlon. Danach etablierte er sich unter anderem mit drei WM-Titeln in der Weltspitze - in vier Jahren hat sich Maier vom Außenseiter zum Medaillenfavoriten gewandelt.
Die Erwartungen an den Familienvater bei diesen Paralympics sind groß: "Mit dem Druck muss man in gesundem Maße umgehen können. Zu viel schadet oft. Wenn man es schafft, den Druck als Motivation zu sehen, kann er aber auch helfen", sagte der Para-Sportler im Januar im BR24Sport-Interview.
Frau und Kind fiebern mit
Nach dem Coup im Sprint zeigte sich Maier erleichtert, denn die Vorbereitung auf die Spiele verlief zuletzt nicht optimal: "Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Das Ganze zu realisieren, dauert noch ein bisschen. Ich bin einfach happy, weil ich auch krank war. Ich wusste am Morgen noch nicht, ob ich bei den Bedingungen laufen kann. Aber es hat funktioniert und hat Spaß gemacht", sagte Maier.
An der Strecke standen seine Frau und sein Kind - und fieberten mit, ob das mit der Medaille klappt- denn Maiers Vorsprung auf Rang vier, dem ungeliebten "Blechplatz" - betrug lediglich 0,2 Sekunden. Doch es reichte für seine dritte Einzelmedaille bei Paralympics.
Karriere war fast schon vorbei
An Maiers Erfolge war in der Saison 2016/17 nicht zu denken, als seine Karriere fast schon vorbei war. Der Allgäuer, dem seit Geburt an drei Fingern der linken Hand die vorderen Glieder fehlen, erhielt plötzlich keine Starterlaubnis mehr. Bei der Klassifizierung sei behauptet worden, "dass ich unter gewissen Umständen die Hand an den Stock tapen und diesen Stock einsetzen könnte". Doch dies sei eben nicht wettkampftauglich möglich.
"Es war super schwer und eine harte Zeit", erzählte der damals frisch für den Sport nach Freiburg gezogene Maier rückblickend: "Dann kurz davor zu sein, alles zu verlieren, war ein harter Rückschlag für mich." Es habe "schon viel Überwindung und Kraft gekostet dranzubleiben, aber das Team hat mich einfach immer mitgezogen, wenn ich so ein Loch hatte", führte der 26-Jährige aus: "Manchmal zahlt es sich doch aus, wenn man weiterkämpft und dranbleibt."
