Audi-Pilot Gabriel Bortoleto hat sich bei einem Besuch im Werk des Ingolstädter Autoherstellers mit warmen Worten zu seinem Formel-1-Teamkollegen Nico Hülkenberg geäußert. "Nico und ich haben eine großartige Beziehung. Er ist ein toller Typ. Er macht diesen Sport seit 15 Jahren und hat so viel Erfahrung", schwärmte der Brasilianer.
Bortoleto: Hülkenberg "immer sehr offen"
Hülkenberg sei "immer sehr offen mit mir gewesen. Ich glaube aber auch, dass ich ihm helfen konnte, indem ich neue Techniken mitgebracht habe, die wir in den Junioren-Wettbewerben gelernt haben, während er in der Formel 1 unterwegs war. Das ist eine gute Kombination", meinte Bortoleto.
Das Duo fährt seit dem vergangenen Jahr gemeinsam für den Rennstall in der Motorsport-Königsklasse, der seit dieser Saison unter dem Audi-Namen firmiert. Für Bortoleto war 2025 seine erste Saison in der Formel 1.
Bortoleto verwirklicht Kindheitstraum
Für den 21-Jährigen die Verwirklichung eines Kindheitstraums: "Das habe ich erst realisiert, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Das war spät im Jahr 2024, als ich um den Titel in der Formel 2 gekämpft habe", erzählte der 19. der Fahrerwertung des vergangenen Jahres.
Am Ziel sieht er sich deswegen aber noch nicht. "Ich habe es bis jetzt noch nicht an die Spitze geschafft. Die Spitze wäre es, den WM-Titel zu gewinnen", sagte der Formel-2-Champion von 2024 über seine Hoffnungen und schob hinterher: "Aber ich hoffe, dass wir die Spitze bald erreichen werden."
Bortoleto über neue Formel-1-Regeln: "Müssen menschliche Fehler eliminieren"
Das neue Reglement in der Formel 1, das seit diesem Jahr greift und für viele Diskussionen gesorgt hat, hat für ihn einiges verändert. "Die Sache mit der Energie ist, dass wir den menschlichen Fehler eliminieren müssen. Man muss während einer Runde verstehen, wie man die Energie einsetzt, wie viel man spart, wie viel man Gas gibt, in welchen Sektoren man nicht pushen darf, weil man in den nächsten Abschnitten Probleme bekommt, wenn man zu viel Energie benutzt hat."
Mit dem neuen Regelwerk müssen die Motoren einen deutlich größeren Anteil ihrer Leistung durch elektrische Energie erzielen, was die Fahrer dazu zwingt Vorsicht, im Energie-Management walten zu lassen.
Bortoleto: "Das hat sich verändert"
Für Bortoleto bedeutet das vor allem eines: Mehr Arbeit. "Es geht also viel darum, hinter den Kulissen zu lernen. Letztes Jahr gab es davon nicht besonders viel. Da ging es einfach darum, so schnell zu sein wie möglich und nicht darum, wie schnell ich in Sektor eins sein darf. Das hat sich verändert. Wir Fahrer müssen also viel mehr lernen", berichtete er.
Die neue Ära in der Formel 1 begann für ihn erfreulich. Beim Saisonstart in Melbourne beim Grand Prix in Australien fuhr Bortoleto als Neunter in die Punkte. Das zweite Rennen in China verpasste er aufgrund von technischen Problemen, bevor er im japanischen Suzuka 13. hinter Hülkenberg auf Rang elf wurde.
Seitdem pausiert die Königsklasse, da die Großen Preise von Bahrain und Saudi-Arabien aufgrund der Sicherheitslage in der Region abgesagt wurden. Für die Teams und die Fahrer mehr Zeit, um zu testen und an der Abstimmung der Autos zu feilen, bevor es in der kommenden Woche in Miami weitergeht.
