Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt gegen zwei Männer aus der Ukraine und aus Lettland. Sie stehen im Verdacht, als ausländische Agenten Sabotage-Aktionen in Deutschland geplant zu haben. Was die beiden Männer konkret vorhatten, wurde nicht bekannt. Unklar ist auch, ob die Männer von Russland beauftragt wurden. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mitteilte, befinden sich die Männer in Untersuchungshaft.
Mutmaßliche Agenten bei Routinekontrolle aufgeflogen
Erwischt wurden die beiden Männer per Zufall bei einer Verkehrskontrolle auf einer Autobahn: Beamte des Polizeipräsidiums Mittelfranken stoppten vor knapp zwei Wochen auf der A6 Richtung Pilsen ein verdächtiges Fahrzeug. Dabei fanden sie bei den beiden 43- und 45-jährigen Insassen diverse verdächtige Gegenstände: darunter gefälschte Ausweise, Kameras, eine Drohne, GPS-Tracker, Funkgeräte sowie mehrere Mobiltelefone und SIM-Karten.
Das Zentrum zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München übernahm daraufhin die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamt. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die beiden Verdächtigen im Auftrag einer ausländischen Vereinigung oder Einrichtung handelten. Wer konkret dahinter stecken könnte, sagt die Generalstaatsanwaltschaft nicht. Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass es sich dabei um russische Nachrichtendienste handelt.
Waren Beschuldigte im Auftrag Russlands unterwegs?
Zuletzt wurden mehrere Fälle bekannt, in denen sogenannte Low-Level-Agenten – auch Wegwerfagenten genannt – im Auftrag Russlands in Deutschland aktiv gewesen sein sollen. So ließ die Bundesanwaltschaft erst vor wenigen Wochen zwei Personen festnehmen: Sie sollen in Niederbayern einen Geschäftsmann ausgespäht haben, dessen Firma Drohnenteile in die Ukraine liefert.
Aktuell läuft am Oberlandesgericht Stuttgart ein Prozess gegen drei Ukrainer, die im Auftrag Russlands einen Anschlag in Deutschland geplant haben sollen. Einer der Angeklagten lebte zuvor als Kriegsflüchtling in Unterfranken.
Zu den beiden jetzt festgenommen Tatverdächtigen will die Generalstaatsanwaltschaft keine näheren Angaben machen. Das Amtsgericht München hat inzwischen Haftbefehl erlassen, die beiden befinden sich in Untersuchungshaft in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt.
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