Ein Triebwagen steht neben dem Zuggleis, vier Retter blicken auf den Schaden.
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Am 22. November 2025 sprang der Zug kurz vor dem Bahnhof Selbitz aus dem Gleis. Verletzt wurde niemand.
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Am 22. November 2025 sprang der Zug kurz vor dem Bahnhof Selbitz aus dem Gleis. Verletzt wurde niemand.

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Entgleister Zug im Frankenwald: Ermittlungen gegen Lokführerin

Entgleister Zug im Frankenwald: Ermittlungen gegen Lokführerin

War es ein Zusammenspiel von menschlichem Versagen und technischem Defekt? Noch ist unklar, warum im November ein Zug im Frankenwald entgleiste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen die Lokführerin.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Die Entgleisung eines Zuges im November 2025 bei Selbitz im Landkreis Hof könnte mehrere Gründe haben. Die Staatsanwaltschaft Hof hat am Mittwoch (22.04.26) Informationen von Grünen-Landtagsabgeordneten bestätigt, wonach ein Ermittlungsverfahren gegen die Lokführerin läuft.

Haltesignal missachtet? Weiche defekt?

Es geht um den Verdacht des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Demnach prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Frau ein Haltesignal auf der Strecke Hof – Bad Steben nicht beachtet hatte. Nach momentanen Stand der Ermittlungen könne außerdem nicht ausgeschlossen werden, dass ein technischer Defekt an einer Weiche "mitursächlich" für das Entgleisen des Zugs gewesen sein könnte, so die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage am Donnerstag (23.04.26). Das Ermittlungsverfahren solle zeitnah abgeschlossen werden, erst dann könne man Genaueres sagen, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf BR24-Anfrage.

Reparaturarbeiten dauerten einen Monat

Am 21. November 2025 war der Zug der Agilis auf der einspurigen Strecke kurz vor dem Selbitzer Bahnhof aus dem Gleis gesprungen. Die Passagiere blieben unverletzt und konnten zur nahegelegenen Haltestelle gebracht werden. Die Lokführerin erlitt einen Schock.

Weil der Zug direkt unter einer Brücke zum Stehen kam, hatte sich die Bergung schwierig gestaltet. Die Bahnstrecke zwischen Hof und Bad Steben blieb wegen der Reparaturarbeiten einen Monat gesperrt. Mehr als 1.000 Zugverbindungen mussten durch Busse ersetzt werden.

Dies geht aus einer Antwort des bayerischen Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Tim Pargent, Ursula Sowa und Markus Büchler hervor.

Redaktioneller Hinweis: Nach neuen Informationen der Staatsanwaltschaft wurden mehrere Stellen im Text angepasst und auf den neuesten Stand gebracht.

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